Jetzt investieren? Günstige Konstellation vor dem Herbst

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Liebe Leser,

die Börsen haben in den vergangenen Handelstagen eine kleine Ruhepause eingelegt. Am gestrigen Freitag ging es für den Dax noch einmal etwas aufwärts und für den Dow Jones minimal nach oben. Die kleineren Indizes in Deutschland, der MDax oder der TecDax, bewegten sich kaum.

Wochenvergleich der Indizes Dow Jones, Dax, MDax und TecDax

Quelle: www.onvista.de, eigene Bearbeitung

Sehen wir uns um, damit der weitere Verlauf dieses Geschäfts- und Börsenjahres nicht allzu überraschend sein wird. Für Fonds-Investoren bietet es sich dabei an, sehr sicher zu investieren. Dazu nenne ich Ihnen abschließend eine Möglichkeit, die ich für entsprechend abgesichert halte. Aktuell scheint noch kein Bedarf an solideren Investments vorhanden, denn die Börsen befinden sich noch in relativer Ruhe.

Ruhe täuscht

Die Gründe für die relative Ruhe sind vielfältig. Ich gehe davon aus, dass jetzt die Spannung etwas größer wird – denn die Unternehmen müssen ihre Quartalszahlen liefern. Die dürften anders als sonst im zweiten Quartal ausgesprochen schlecht ausfallen – wir leben schließlich im Corona-Jahr.

Von April bis zumindest Mitte Mai stand bildlich gesprochen die halbe Weltwirtschaft still. Nun fährt sie relativ langsam wieder an, wobei bestimmte Branchen auch jetzt noch kaum vorankommen dürften.

Flugzeugbau und Co.: 2020 ist „gelaufen“

Ich denke an den Flugzeugbau, der für das laufende Jahr kaum noch Einnahmen wird verbuchen können. Auch die Reiseveranstalter wie TUI oder Carnival als größter Anbieter für Kreuzfahrten, den es international gibt, haben schlechte Karten. Wenn sie überhaupt Reisen veranstalten dürfen, ist die Kapazität extrem begrenzt. Kreuzfahrten werden zudem lediglich ohne Landgang stattfinden.

Event-Unternehmen haben auch kaum Chancen auf größere Veranstaltungen in diesem Jahr – und so findet sich bei näherem Hinsehen eine brisante Branche nach der nächsten. Kurz: Die Zahlen für das zweite Quartal werden schon schlecht sein, der Ausblick vieler Sektoren auf den Rest dieses Geschäftsjahres fällt zudem noch düsterer aus.

Mein Zwischenfazit: Richten Sie sich auf einige Irritationen wegen der Quartalszahlen ein. Welche Unternehmen es noch härter als gedacht erwischen wird, können wir jetzt nicht absehen. Es wird jedoch – auch negative – Überraschungen geben. Größere Schwankungen an den Aktienmärkten in den kommenden Handelssitzungen sind daher nicht auszuschließen.

Entscheidend: Wie teuer sind die Märkte?

Dabei ist es wie stets für eine Investition wichtig zu erfahren, wie teuer die Märkte an sich sind. Da wir die Unternehmenssituation weder für das gesamte erste Halbjahr noch für das Gesamtjahr kennen können, ist das „G“ in den Kurs-Gewinn-Verhältnissen (KGV) kaum abzuschätzen.

Ein Analyst, den ich kenne und sehr schätze, hat jedoch für die wichtigeren Aktien, die bei uns in Europa gehandelt werden, insgesamt ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von etwa fast 20 angenommen. Dieses KGV liegt ungefähr 15 % über dem langjährigen KGV des gesamten Anlagespektrums.

Das wiederum würde auf den ersten Blick bedeuten, Aktien seien aktuell zu teuer. Das stimmt so nicht ganz. Denn die Unternehmen haben wegen einer Sonderkonstellation ihre Gewinne eingebüßt. Es bleibt möglich, dass die Unternehmen insgesamt bereits 2021 den Pfad wieder aufnehmen. 20 % Aufschlag gegenüber der Normalbewertung würde für mich noch bedeuten, dass die Unternehmen – in der Sondersituation – fair bewertet sind.

Sehen Sie sich hier die Bewertung von Dax und Dow anhand des historischen KGV zum Vergleich an.

Dax-KGV aktuell bei mehr als 20….

Dow Jones – KGV aktuell: 21,7

Quelle: www.boerse.de

Wenn also die Annahmen stimmen, dann sind die Börsen derzeit keinesfalls wie zur Finanzkrise 2008/2009 überbewertet. Besonders günstig wären die Aktienmärkte derzeit ebenfalls nicht – wenn allerdings die Gewinne wieder kräftig steigen, wären die Kurse der verschiedenen Indizes sogar recht deutlich zu niedrig.

Das bedeutet: Das Risiko, in diesen Tagen in einen wesentlich zu teuren Markt einzusteigen, ist überschaubar. Vielmehr würden Sie – wenn Sie investieren wollen – Unternehmen kaufen, die im Mittel bei großen Unsicherheiten dennoch recht solide bewertet sind. Wer dann länger hält, kann darauf hoffen, dass die Unternehmensgewinne wieder kräftig anziehen werden – und sich der Markt möglicherweise noch weiter erholt.

Den richtigen Index wählen

Dabei wäre die Frage, welcher Index aktuell der wohl beste ist. Dies bleibt eine Frage des Standpunktes. Wer sich der Trend-Analyse verschreibt, wird danach fragen, an welchen Märkten der Aufwärtsmarsch am stärksten läuft. Die Antwort ist im Vergleich relativ einfach: Die Erholung spricht unter all den bedeutenden Märkten dieser Welt ziemlich klar für den Nasdaq 100. Der Nasdaq ist der Technologie-Index aus den USA, der beispielsweise dem TecDax auf größerer Ebene Konkurrenz machen würde.

Die folgende Grafik zeigt, wie sich die drei Indizes Nasdaq 100, TecDax und S&P 500 im Vergleich zueinander in diesem Jahr verhalten – es sind die drei unter den sehr bedeutenden Barometern stärksten.

Indizes im Vergleich: Nasdaq 100 gewinn mit einem Plus von fast 24 % seit Jahresbeginn

Quelle: www.boerse.de

Der Chart verdeutlicht, dass alle drei Indizes sich Extrem-Ereignissen wie dem coronabedingten Einbruch nicht entziehen konnten und auch künftig nicht werden entziehen können. Der Nasdaq jedoch hat geradezu einen raketenartigen Turnaround hingelegt, der auch in einen messbaren Aufwärtstrend mündete.

Die Fakten zum Nasdaq 100:

* Der Index hat ein neues Allzeithoch erzielt und notierte am 9. Juli bei 10.754,60 Punkten.

* Seit dem 20. März, dem Corona-Tiefpunkt, hat das Barometer ausgehend von 6.994,29 Punkten immerhin fast 4.000 Punkte oder über 50 % zugelegt.

* Der Nasdaq 100 hat alleine in einem Monat + 7,9 % geschafft.

* Seit Jahresanfang ging es für das Barometer insgesamt um immerhin 23,15 % nach oben.

* Der starke Trend lässt sich auch durch Indikatoren untermauern. Der GD200 verläuft bei 8,726,08 Punkten. Dies sind mehr als 15 % Vorsprung für den Nasdaq 100 auf sein Trendwechsel-Signal.

* Gegenüber dem GD100 als mittelfristigem Trendsignal ist der Index annähernd ebenso weit entfernt. Der GD100 verläuft in Höhe von 8.976,69 Punkten.

* Auch die kurzfristigen Trend-Indikatoren sind recht weit entfernt. Der GD50 verläuft bei 9.661,71 Zählern, der GD38 in Höhe von 9.863,32.

Das Momentum wie auch die relative Stärke sind inzwischen positiv. Charttechnisch betrachtet sieht es so aus, als könne der Index deutlich weiter steigen. Es gibt demnach derzeit kein besonderes Hindernis für das Barometer.

Damit bietet sich eine Investition in einen ETF auf das Barometer an.

Ein Investitionsbeispiel: „IShares Nasdaq 100 UCITS ETF – USD ACC“, ISIN: IE00B53SZB19

Der ETF behält mögliche Dividenden ein und reinvestiert diese Ausschüttungen. Die laufenden Kosten (TER = Gesamtkostenquote) liegt bei 0,33 % p.a. Den ETF können Sie an allen bedeutenden Börsen handeln.

Die Performance-Daten: +7,5 % in einem Monat, + 24,4 % in drei Monaten, + 36,4 % in einem Jahr.

Insofern wünsche ich Ihnen viel Erfolg mit einem solchen ETF,

 

 

 



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