Ist der Crash unseres Finanzsystems der einzige Ausweg aus der Sackgasse?

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Machen wir uns nichts vor: Was unser Finanzsystem und auch unser Geld betrifft, haben wir uns nicht nur verrannt, sondern vollkommen verrannt. Der Punkt, an dem eine Rückkehr zu normalen Zuständen noch möglich wäre, er liegt schon längst hinter uns.

Wirtschaftlich betrachtet ist Geld eine knappe Ressource und der Zins, jener Preis, der zu zahlen ist, um sie vorübergehend in Form eines Leihgeschäfts zu erhalten. Wer einen hohen Zinssatz zu zahlen hat, der überlegt sich im Vorfeld dreimal, ob er eine beabsichtigte Investition realisiert oder nicht, denn am Ende muss ein Ertrag stehen, der nicht nur ausreicht, die Zinsen fortlaufend zu bedienen, sondern auch den Kredit zurückzuführen.

Verspricht das Geschäft nicht genügend Profit, unterlässt man es vorsichtshalber. Es ist diese Vorsicht, aus der die Steuerungsfunktion des Zinses entwächst. Sie wurde in den vergangenen Jahren bewusst ausgehebelt und über Bord geworfen. Geopfert hat man sie dem Traum vom grenzenlosen Wachstum.

Die Frage ist allerdings, ob jenes erstrebte Wachstum ohne Ende erstens möglich und zweitens überhaupt sinnvoll ist. Im Vergleich zu früheren Generationen sind unsere Schränke heute voller und unser Leben ist an vielen Stellen leichter geworden. Aber sind wir deshalb auch glücklicher als unsere Eltern, Großeltern oder Urgroßeltern es waren?

Echte Beschäftigung oder Beschäftigungstherapie?

Das Glück der Welt scheint am Konsum zu hängen. Dieser muss stark sein, ansonsten schwächelt die Wirtschaft. Folglich werden neue Kredite benötigt, denn diese stehen angeblich für eine neue Nachfrage. Neu mag diese Nachfrage in der Tat sein, doch wie nachhaltig ist sie?

Wenn die Nachfrage, die mit dem Geld aus dem Nichts künstlich erzeugt wird, keine echte Nachfrage ist, dann ist auch die Beschäftigung, die sie in den Unternehmen hervorruft, keine echte, gleichsam natürliche Beschäftigung, sondern nur eine schlecht verschleierte Beschäftigungstherapie.

Viele Menschen gehen schon heute Tag für Tag einer Arbeit nach, die sie als wenig sinnvoll empfinden. Ihnen ein ‚Weiter so‘ zuzurufen, ist blanker Hohn. Trotzdem geschieht genau dies, wenn beispielsweise der japanische Notenbankchef Haruhiko Kuroda oder EZB-Präsident Mario Draghi die Bereitschaft der Bank of Japan bzw. der Europäischen Zentralbank bekräftigen, die Zinsen noch lange niedrig zu halten wollen.

Der Hamster kommt nicht wirklich weiter, wenn er sich in seinem Rad mehr anstrengt und schneller läuft. Solange er den Käfig nicht als Begrenzung erkennt, sondern ihn als seinen natürlichen Lebensraum anerkennt, wird sich an der Situation im Innern nichts ändern, egal, mit wie viel Engagement er sich seinem Laufrad auch widmen mag.

Die Zeit zum Umdenken ist gekommen

Die westlichen Notenbanken haben sich dem permanenten Schuldenwachstum und damit letztendlich auch der totalen Geldentwertung verschrieben. Zunächst fallen die Zinsen, dann gehen sie in den negativen Bereich, um Vermögen gezielt zu zerstören. Zuerst dürfen nur Käufe bis zu einem Wert von 5.000 Euro bar bezahlt werden, am Ende verschwindet das Bargeld ganz.

Sind die bedruckten Scheine erst einmal aus dem Verkehr gezogen und alle Welt bezahlt nur noch elektronisch, kann man leicht enteignen. Das eigene Vermögen sind dann nur noch Ziffernfolgen auf einem Ausdruck oder in einer PDF-Datei. Eine Bedeutung, die über den reinen Anschein hinausgeht, haben sie nicht mehr. Was spricht nun dagegen, durch einen staatlich gewünschten Computerfehler, das Komma mal eben um eine Stelle nach links zu versetzen?

Sie meinen, das sei unmöglich? Nun, vollzogen hat sich eine Währungsreform auf allein diese Art noch nicht, aber früher hatte man auch noch nicht die heutigen Möglichkeiten. Es ist naiv zu erwarten, dass man von den Möglichkeiten, die unsere heutige Zeit bietet, bei Bedarf keinen Gebrauch machen wird.

Beim Geld ist der Bedarf gegeben und wo ein Wille ist, da wird man bekanntlich auch einen Weg finden. Unmöglich ist in diesem Zusammenhang ein Wort, das Sie besser aus Ihrem Wortschatz verbannen sollten. Im Zweifelsfall wird man auch das scheinbar Unmögliche möglich machen.

Die Schlacht um das Bargeld ist eröffnet

Wer es wagt, in der leidigen Flüchtlingsdebatte die Frage nach dem Nutzen und den Kosten zu stellen, der landet, auch ohne selbst eine Antwort auf seine eigene Frage gegeben zu haben, sofort in der rechtsradikalen Ecke. Kritiker versucht man so zum Schweigen zu bringen oder, wenn dies nicht gelingt, zumindest so stark zu diskreditieren, dass ihnen niemand mehr glaubt.

Mit den Befürwortern des Bargelds könnte schon in Kürze ähnlich verfahren werden. Sie sind dann zwar nicht unbedingt politisch am rechten Rand der Gesellschaft stehend. Dieses Etikett wird man ihnen nur schwer anhängen können. Aber sie als heimliche Sympathisanten der Mafia zu deklarieren oder sie als Unterstützer von terroristischen Vereinigungen zu brandmarken, das wird leicht möglich sein.

Wichtig ist nicht, was man über sie behauptet. Was zählt, ist allein, dass sie schweigen und man die schläfrige Mehrheit anschließend nach allen Regeln der Kunst über den Tisch ziehen und enteignen kann.

Wundern Sie sich deshalb nicht, wenn der Umgang mit kritischen Stimmen in der Flüchtlingsfrage auch bei der Behandlung des Bargeldproblems schon bald Schule machen sollte.

Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Handelstag und grüße Sie herzlich

Ihr

Bernd Heim

PS.: Bitte teilen Sie diesen Artikel mit Ihren Freunden und Bekannten, damit auch Ihre Freunde die Möglichkeit haben, sich mit der heute besprochenen Problematik intensiv auseinanderzusetzen.


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