Infiziert der Coronavirus jetzt auch Bitcoin und Co?

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Zuletzt ging es an den Börsen dieser Welt abwärts. So verlor allein der Weltleitindex Dow Jones Industrial Averages (DJIA) rund 2.000 Punkte oder mehr als -6% in nur zwei Handelstagen. Das erinnert fast schon an die Kursbewegungen, wie wir sie sonst nur von unseren Kryptowährungen kennen. Leider scheinen sich diese inzwischen jedoch auch von dem Coronavirus-Fieber anstecken zu lassen.

So fällt der Bitcoin (BTC) aktuell erstmals seit längerer Zeit unter die Marke von 9.000 US-Dollar. Können die Bullen hier nicht umgehend kontern, wird leider ein charttechnisches Verkaufssignal erzeugt. Konkret bedeutet das, dass man als eher kurzfristig orientierter Anleger einen Stoppkurs knapp unterhalb von 8.800 US-Dollar platzieren sollte. Als langfristiger Investor („Hodler“) hingegen sollte man sich nicht irritieren lassen.

Hongkong probiert „Helikoptergeld“ aus

Denn die mittel- bis langfristigen Aussichten für Bitcoin (BTC) und Co. sind heute besser als zuvor, ja eigentlich besser denn je. So hat beispielsweise die Regierung in Hongkong heute angekündigt die dortige Wirtschaft mit Hilfe von „Helikoptergeld“ anfeuern zu wollen. Hongkong wird dabei nicht nur vom Coronavirus, sondern auch von den seit Monaten anhaltenden Protesten der dortigen Demokratiebewegung getroffen.

Nun aber möchte die Regierung jedem Bürger 10.000 HK-Dollar (HDK), was umgerechnet knapp 1.300 US-Dollar respektive knapp 1.200 Euro sind, schenken. Dabei hofft man darauf, dass die Menschen dieses Geld ausgeben und so die Wirtschaft anfeuern. Eine Garantie dafür gibt es zwar nicht. Der Versuch ist meines Erachtens jedoch durchaus richtig.

Helikoptergeld scheint der richtige Schritt

Zumal Helikoptergeld auch bei den deutlich ausgabefreudigeren kleinen Leuten ankommt (anders als „Quantitative Easing“, von dem in erster Linie die Reichen profitieren!). Allerdings zeigt dieser Versuch mit Helikoptergeld eben auch, wie weit sich die Krise schon in unser heutiges Geld- und Finanzsystem hinein gefressen hat. Nicht auszuschließen, dass Helikoptergeld bald auch woanders ausprobiert wird.

Denn nach der Einführung von Negativzinsen ist die Europäische Zentralbank (EZB) mit ihrem Latein eigentlich schon langsam am Ende. Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hingegen hätte noch die Option ihre Leitzinsen weiter zu senken. Aber egal was letzten Endes passieren wird, de facto wird die Geldmenge ausgeweitet, was der Geldwertstabilität alles andere als gut tut.

Edelmetalle (Gold, Silber) und Kryptowährungen schützen!

Ergo haben weitsichtige Anleger kaum eine andere Möglichkeit als entweder Edelmetalle wie Gold und Silber oder aber eben Kryptowährungen zum Schutz ihres Vermögens zu kaufen. Dabei sind die Edelmetalle, angesichts der Kursrally der vergangenen Wochen, inzwischen schon recht teuer geworden. Ganz anders als die zuletzt deutlich nachgebenden Kryptowährungen.

Wenn man sich dann noch vor Augen führt, dass der Bitcoin – als „Mutter aller Kryptowährungen“ – seinerzeit als Antwort (von Satoshi Nakamoto) auf die Finanzkrise 2007/2008 entwickelt und eingeführt wurde, sollte klar sein, dass Kryptowährungen eine attraktive Alternative zu den Edelmetallen darstellen. Auch wenn das kurzfristig leider noch anders aussehen mag.

Kurzfristige Kursschwäche hat gute Gründe, aber…

Die kurzfristige Kursschwäche führe ich daher auch auf etwas anderes zurück. Schaut man sich nämlich den Verlauf der damaligen Finanzkrise an, so stellt man fest, dass in einem ersten Schritt sämtliche Assets ausverkauft wurden. Die Anleger brauchten und/oder wollten eben in erster Linie Cash, um so ihre Schulden bedienen beziehungsweise zurückführen zu können.

Erst in einem zweiten Schritt stiegen dann die harten Assets wie eben die Edelmetalle an. Bitcoin ist quasi als eine Art virtuelles Gold mit Bezahlfunktion konzipiert. Dies erklärt den kurzfristigen Ausverkauf, wobei der Bitcoin (BTC) – als die Leit-Kryptowährung – den Altcoins den Takt vorgibt. Insofern sollten längerfristig orientierte Investoren auch nicht zu lange mit ihren Käufen warten. Sobald ein (charttechnischer) Boden gefunden ist…



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