INDUS: Exklusiv-Interview mit CEO Dr. Johannes Schmidt

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Unser heutiger Interviewpartner ist der CEO von INDUS, Herr Dr. Johannes Schmidt.

Die INDUS zählt zu den führenden Spezialisten für nachhaltige Unternehmensbeteiligungen im deutschsprachigen Mittelstand. INDUS erwirbt überwiegend inhabergeführte Unternehmen aus dem Produktionssektor und unterstützt sie mit einer langfristigen Ausrichtung in ihrer unternehmerischen Entwicklung.

Herr Dr. Schmidt, der Markt wird im Moment von Hilfsprogrammen überflutet. Erwarten Sie nachhaltige Änderungen bei den Finanzierungsbedingungen?

Herr Dr. Schmidt: Absehbar erwarte ich für Unternehmen, die wie INDUS finanziell solide aufgestellt sind, keine Änderungen der Finanzierungsbedingungen. Nach einer kurzen Phase der Verunsicherung zu Beginn der Corona-Pandemie stehen unsere langjährigen Finanzierungspartner unvoreingenommen zu uns. Wir können uns wie bisher mit langfristigen bilateralen Kreditzusagen, die ohne Sicherheiten gegeben werden, finanzieren. Daneben wird die regelmäßige Emission von Schuldscheindarlehen weiter ein interessantes Finanzierungsinstrument für INDUS bleiben. Der Markt dafür ist unverändert aufnahmefähig. Zu beobachten bleibt die weitere Entwicklung der Kreditmargen, die seit Beginn der Corona-Pandemie angestiegen sind.

Das hört sich sehr gut an! Was hat sich denn durch die Corona-Pandemie in Ihrem Unternehmen geändert?

Herr Dr. Schmidt:  Die Aktivität unserer Beteiligungsunternehmen wird auf vielfältige Weise durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie beeinflusst. Ein erheblicher Teil unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Deutschland und der Schweiz arbeitet weiter kurz. Der Höhepunkt der Kurzarbeit scheint aber im Mai 2020 überschritten worden zu sein.Die diversen staatlichen Programme für Soforthilfen mussten von unseren Beteiligungsunternehmen nicht in Anspruch genommen werden. Die nach wie vor komfortable Liquiditätsausstattung der INDUS-Gruppe ermöglicht es uns jederzeit, auch kurzfristige Liquiditätsanforderungen einzelner Unternehmen zu erfüllen. Gerade jetzt zeigt sich die Stärke der INDUS-Gruppe durch Ihre breite inhaltliche und räumliche Diversifikation.Bei der Formulierung des Dividendenvorschlags des Vorstandes zur anstehenden Hauptversammlung am 13. August 2020 haben wir die unterschiedlichen Interessen unserer Stakeholder sorgfältig abgewogen. Wir zahlen eine Dividende, haben uns aber in diesem Jahr für eine Kürzung der Dividende auf 0,80 Euro pro Aktie nach 1,50 EUR pro Aktie im Vorjahr entschieden. Das bedeutet aber keine Abkehr von unserer langfristigen Dividendenpolitik mit Ausschüttungen im Bereich zwischen 40 und 50 % des Ergebnisses der INDUS Holding AG.

Sind hier die langfristigen Folgen schon abzusehen?

Herr Dr. Schmidt: Die langfristigen Folgen der Corona-Pandemie sind aktuell noch nicht absehbar. Gerade in der Automobilindustrie erweist sich die Pandemie aktuell als Beschleuniger für den anstehenden Strukturwandel. Der Maschinen- und Anlagenbau als Spätzykliker wird sicher noch länger die Auswirkungen der Pandemie spüren. Optimistisch sehe ich weiter auch die mittelfristige Entwicklung der Bauindustrie, getrieben durch die Nachfrage nach sicheren Kapitalanlagen und fehlende Alternativen im durch die Interventionen der Zentralbanken unattraktiv gewordenen Anleihemarkt.

Interessant! Dennoch kann ich verstehen, dass es aktuell schwierig ist, diesbezüglich eine Prognose auszusprechen. Was unterscheidet nun die INDUS von den Wettbewerbern der Branche?

Herr Dr. Schmidt: INDUS bietet Familienunternehmern die Möglichkeit, Ihr Lebenswerk an einen Finanzinvestor zu übergeben, der konsequent die Politik „Kaufen, halten und entwickeln“ verfolgt. Im Zuge des Verkaufs haben die Verkäufer die Möglichkeit, so lange Sie wollen auch noch mit einer Minderheit am Unternehmen beteiligt zu bleiben und die Geschicke des Unternehmens weiter zu lenken. Wichtig ist dabei, dass die Identität der Einzelunternehmen durch den Diversifikationsansatz von INDUS erhalten bleibt.Für die Unternehmen und Belegschaften entsteht die Möglichkeit, von der Zugehörigkeit zu einer größeren Gruppe zu profitieren. Sie können auf ein breites Angebot von Unterstützungsleistungen in den Themenfeldern Innovation, Produktion, Vertrieb, Internationalisierung und Nachhaltigkeit zurückgreifen. Die Finanzkraft und der unternehmerische Ansatz von INDUS ermöglicht Ihnen auch die Umsetzung größerer Investitionsvorhaben.

Sie haben bereits die Finanzkraft der INDUS angesprochen. Wo sehen Sie das Unternehmen in 5 Jahren? Welche Umsatzentwicklung erwarten Sie?

Herr Dr. Schmidt: Unsere Ziele bis zum Jahr 2025 haben wir in unserem Strategieprogramm PARKOUR formuliert. Wir sehen ein Umsatzwachstum auf 2,5 Mrd. EUR und eine EBIT-Marge von über 10 Prozent. Sportlich könnte das werden, wenn es noch mehrere Lockdowns gibt. Durch die gezielte Akquisition von Unternehmen in klar definierten Zukunftsbranchen werden wir das Portfolio weiter zukunftsfähig ausrichten. Dazu gehören die Automatisierungs-, Mess- und Regeltechnik, Bau- und Sicherheitstechnik, Technik für Infrastruktur und Logistik, aber auch die Medizin- und Gesundheitstechnik und die Energie- und Umwelttechnik. Unsere Politik „Kaufen, halten und entwickeln“ werden wir konsequent fortführen.

Zum Abschluss würde ich Sie nun noch gerne Fragen: Aus welchen Gründen sollten Aktionäre in die INDUS investieren?

Herr Dr. Schmidt: Eine Investition in INDUS-Aktien bietet dem Aktionär die Möglichkeit, in ein gemanagtes Portfolio von mittelständischen produzierenden Hidden Champions zu investieren. Über die INDUS-Aktie erhält der Aktionär Zugang zu einer Asset-Klasse, die ihm mit einem Direktinvestment in aller Regel nicht zugänglich ist. Die Diversifikation des Portfolios minimiert die Risiken. Eine klare Dividendenpolitik sichert dem Aktionär eine attraktive Dividendenrendite.

Vielen Dank für das aufschlussreiche und detaillierte Interview. Ich wünsche Ihnen für die Zukunft alles Gute und vor allem einen weiteren sicheren Weg durch die Krise!

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km11  OUT 04.09.19
Alles mit 30 % Verlust über die Jahre verkauft. Endlich weg damit und hinein in Unternehmen mit bes
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km11  Newsletter 20.08.19
Heute den Newsletter von INDUS erhalten und der CEO ist ganz begeistert von der Tochter Ofa Bamberg,
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zu erkennen. 'Wir werden wohl bald unter 30 Euro gehen und ich sehe da kurzfristig kein Potential
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