Gold: Alles eine Frage der geschichtlichen Erfahrung

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Liebe Leser,

im deutschsprachigen Europa ist der Anteil der Anleger mit Gold und Silber im Depot vergleichsweise hoch. Ganz anders ist die Situation unter den angloamerikanischen Anlegern. Hier finden wir in den Depots nur einen geringen Anteil an Gold und Silber. Man schaut verwundert auf die Goldkäufe der Deutschen und Schweizer und spricht mit einem Lächeln auf den Lippen von der sprichwörtlichen deutschen Angst.

Verständlich ist sowohl die eine wie die andere Reaktion, denn die Anleger in den USA und Großbritannien haben nicht die Erfahrungen machen müssen, die die deutschen Anleger bzw. die Generation ihrer Väter und Großväter machen mussten. Dieser historisch bedingte Unterschied spiegelt sich heute in den Depots der Anleger wider.

Zeiten mit einer starken Inflation sind den USA und Großbritannien weitgehend erspart geblieben. Ihre Währungen Pfund und US-Dollar bleiben gerade durch ihre frühere Bindung an das Gold über lange Zeiträume stabil. Einen extremen Vertrauensverlust durch eine Hyperinflation kennt man dort nur durch den Blick in die Geschichtsbücher anderer Nationen.

Ganz anders die Situation im deutschsprachigen Europa. Hier hat man eine galoppierende Inflation und auch eine Hyperinflation am eigenen Leib erlebt oder wie in der Schweiz aus nächster Nähe im Ausland mitverfolgen können. Das prägt.

Verbrannte Kinder und das Feuer

Massive inflationäre Schübe sind in Mitteleuropa zudem keine Besonderheit der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Schon in der napoleonischen Zeit haben Deutsche und Österreicher am eigenen Leibe miterlebt, was es für die persönlichen Ersparnisse bedeutet, wenn verlorene Kriege von den Regierungen über die Notenpresse finanziert werden.

Diese Erfahrung ist, weil sie an die Grundlagen des eigenen Überlebens geht, immer eine existenzielle Erfahrung und wird als solche von Generation zu Generation tradiert. So brennt sie sich unweigerlich in das kollektive Bewusstsein ein und wirkt hier fort, etwa dann, wenn ein Deutscher oder Österreicher Gold und Silber kauft, während ein britischer oder amerikanischer Anleger in einer vergleichbaren Situation zu Aktien greifen würde.

Welche Anlageentscheidung die bessere ist, darüber lässt sich anschließend trefflich streiten. Doch das ist hier nicht der Punkt. Entscheidend ist etwas anderes: Die Geschichte hat dazu geführt, dass in den deutschsprachigen Ländern die Depots mit Gold gefüllt sind während eine Edelmetallabsicherung in angloamerikanischen Depots kaum vorhanden ist.

Das dürfte sich jedoch in dem Moment schnell ändern, in dem das Vertrauen in die Stabilität des Finanzsystems und die Fähigkeit der Notenbanken, Krisen effektiv zu managen ernsthaft erschüttert wird.

Der internationale Wettlauf um eine möglichst weitgehende Absicherung des eigenen Vermögens mit Gold und Silber gleicht dann einem Marathonlauf, den viele Deutsche, Österreicher und Schweizer je nach Depotzusammenstellung mit einem Vorsprung von zehn bis zwanzig Kilometern antreten werden.

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Forum

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Also ganz so sehe ich das in meinem Depot noch nicht, aber ja der Hebel wird schon deutlich kleiner.
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Da wollen wohl einige schneller sein als die dortigen Heimatbörsen
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Läuft doch.
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