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Geely: Die heißeste Aktie in der Automobilbranche!

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Li Shufu, der Eigentümer von Geely, ist mit 10% Anteilen an Daimler zum größten Aktionär aufgestiegen. Geschafft hat Shufu den Schachzug durch ein kompliziertes Spiel aus Strohmänner, Briefkastenfirmen und Derivaten.

Shufu will seine Strategie durchsetzen

Vier Wochen nach der Übernahme verkünden Daimler und BMW die Zusammenlegung ihrer Töchter Car2go und Drive-Now. Der Duisburger Wirtschaftsprofessor und Gründer von CAR Ferdinand Dudenhöffer kennt den Grund: „Mobilitätsdienstleister werden durch Größenvorteile getrieben – und die findet man in China“. Er sieht eine weitere Fusion voraus, mit Cao Cao. Der Anbieter hat im Jahr 2017 ca. sieben Milliarden Fahrten an 10 Millionen Kunden vermittelt. Der Eigentümer des Anbieters: Geely.

Geely wird an der Börse sechsmal höher bewertet als vor drei Jahren – wie kann das sein?

Geely kaufte Volvo 2006 von Ford. Seitdem stellt Volvo wieder qualitativ hochwertige Autos her. Der Technologietransfer begann. Die Plattformen von Volvo verwendet Geely nun für die eigene Produktion und konnte seinen Absatz so um 60% steigern, sagte Dudenhöffer. Weitere Beteiligungen sind Proton, Lotus und die 10% an Daimler. Hier sei vor allem die Batterieproduktion interessant. Zusammen mit den Schwaben will Li Google, Tesla und Uber angreifen. Li hat begriffen, dass die Konkurrenz des 21. Jahrhunderts nicht aus der Autoindustrie selbst kommt. Man müsse durch diese Partnerschaften gemeinsam gegen die „Eindringlinge von außen“ auftreten, so Li.

China ist der Zukunftsmarkt für Elektromobilität

In China wurden 2017 777.000 Elektro- und Hybridwagen verkauft, eine Steigerung von 53% zum Vorjahr. Durch die Luftverschmutzung in Chinas Zentren angestoßen, gibt es seit 2017 eine E-Quote für die Herstellung von Elektroautos und Hybriden. Ab 2019 gibt es Mindestziele bei Verkauf und Produktion der Elektroautos. Dahinter steckt aber auch der wirtschaftsstrategische Vorteil, China von Ölimporten unabhängig zu machen und die Elektromobilitätskompetenz der chinesischen Industrie weiter zu stärken.

Geely ist auf den Zug aufgesprungen und will bis 2020 20 neue Elektro- sowie Hybridmodelle auf den Markt bringen, zukünftig sollen 90% der Produktpalette elektrisch betrieben sein. Auf dem riesigen chinesischen Wachstumsmarkt mit seinen Regularien ein unentbehrlicher Wettbewerbsvorteil.

Der Umsatz stieg auf 12 Milliarden Euro, 73% mehr als im Vorjahr. Durch die Produktionskosten vor Ort liegt die Marge bei 13%. Für 2017 wird ein Gewinn von 1,4 Milliarden Euro erwartet, das ist ein Plus von mehr als 50% zu 2016. Bereits im Januar 2018 verkaufte Geely einen Rekordwert von ungefähr 150.000 Autos. Die Aktie liegt zurzeit bei 2,27 Euro, das Kursziel bei 4,50.

Ein Beitrag von Benjamin Fitzgerald


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