Gazprom und OMV: Erst mal Füße stillhalten!

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Der geplante Anteilstausch zwischen dem russischen Energiegiganten Gazprom und dem österreichischen Ölkonzern OMV hatte zuletzt zu deutlichen Bedenken der norwegischen Regierung geführt. „Wir haben OMV gesagt, dass wir mit diesem Deal nicht glücklich sind, weil wir Gas nach Europa diversifizieren wollen“, hatte Norwegens Energie- und Ölminister Terje Søviknes vor gut einem Monat gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters betont.

Nun äußerte sich der Wiener Konzern OMV zu den Zweifeln der Norweger ebenfalls gegenüber Reuters. Demnach wolle man die Bedenken wegen des forcierten Milliarden-Deals ausräumen. „Wir müssen uns jetzt mit dem Minister zu dritt an einen Tisch setzen“, erklärte OMV-Chef Rainer Seele. Sollten sich bei dem Gespräch Hindernisse auftun, müsste man über deren Lösung mit Gazprom diskutieren, so Seele.

Gespräche sollen erst nach der Fußball-WM anlaufen

Laut dem in Bremerhaven geborenen Manager würde ein solcher Dialog allerdings frühestens Mitte Juli stattfinden. Der Grund: die am Donnerstag anlaufende Fußball-Weltmeisterschaft in Russland. So wolle er „nicht einmal darüber nachdenken, den Termin während der Fußball-WM“ anzusetzen, da während des Sportevents die Aufmerksamkeit in Russland wohl ganz dem runden Leder gehört.

Trotz der Bedenken aus Norwegen rechnet der 57-Jährige mit einem Abschluss des Geschäfts bis Jahresende. So sehe er derzeit keinen Anlass, jenen Zeitplan zu korrigieren. Allerdings: Im Nachgang der trilateralen Gespräche müsste man den Fahrplan eventuell noch einmal genauer in Augenschein nehmen, räumte Seele ein.

Der Mega-Deal

Zur Einordnung: Gazprom und OMV arbeiten nun schon seit einigen Jahren an dem forcierten Mega-Deal. Vor zwei Jahren hatten sich die beiden Konzerne grundsätzlich darauf verständigt, dass Gazprom zu 38,5 Prozent an der norwegischen OMV-Tochtergesellschaft Norge beteiligt werden soll. Im Gegenzug werde OMV knapp ein Viertel der Anteile des in Sibirien befindlichen Urengoy-Gasfelds erhalten. Urengoy gilt als eines der größten Gasvorkommen des Planeten.

Seele bekräftigt Nord Stream 2

Übrigens: OMV ist als Finanzierungspartner auch bei der zuletzt heftig umstrittenen Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 engagiert, die federführend vom russischen Staatskonzern Gazprom vorangetrieben wird. Seele bekräftigte hierzu gegenüber Reuters, dass die vor allem von der Ukraine und den USA kritisierte Gasleitung die europäische Energiesicherheit gegen „mögliche transatlantische Interventionen“ absichern würde. Nord Stream 2 soll Anfang 2020 in Betrieb gehen.

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