Gazprom: Das ist harter Tobak!

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Am Mittwoch trafen sich Vertreter der Nato-Staaten in Brüssel. Im Mittelpunkt der Debatte stand wieder einmal Donald Trump. Der US-Präsident wirft seinen Bündnispartnern – vor allem aber auch Deutschland – vor, zu wenig Geld für die Verteidigung auszugeben. So sei es unfair, dass die Militärausgaben der USA seit Jahrzehnten wesentlich höher seien, als die der europäischen Nato-Verbündeten, so Trump.

Das Gerangel um die Verteidigungsausgaben dürfte allerdings nicht das einzige Streitthema bleiben. So rückte bereits kurz vor dem Gipfel erneut die umstrittene deutsch-russische Ostseepipeline Nord Stream 2 in den Fokus. Dies geht aus diversen Medienberichten hervor.

Trump: Deutschland sei ein „Gefangener Russlands“

Demnach habe Trump beim Frühstück in Brüssel gegenüber Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg die Rolle Deutschlands beim Bau der Pipeline wieder einmal gewohnt deutlich kritisiert. So werde Deutschland „total von Russland kontrolliert“. Damit nicht genug, sei Deutschland gar ein „Gefangener Russlands“, so Trump zu Stoltenberg.

Der US-Präsident rüffelt das Pipeline-Projekt bereits seit Monaten. Der offizielle Grund: Trump befürchtet, dass die europäische Energieabhängigkeit von Russland hiermit weiter zunehmen werde. Zudem gefährde das Projekt die wirtschaftliche Stellung der Ukraine, die wegen Nord Stream 2 mit ausbleibenden Transitzahlungen rechnet.

USA wollen eigenes Gas verkaufen

Der etwas inoffiziellere Grund: Die USA wollen Russland im Gas-Geschäft Paroli bieten und sehen hierbei Europa als wichtigen Markt für ihr Fracking-Gas an. Tatsächlich befinden sich die USA seit Jahren in einem regelrechten Gasrausch und versuchen in aller Welt den wichtigen Rohstoff gewinnbringend zu verkaufen. 2016 hatten die USA laut einer Studie des Mineralölunternehmens BP (Juni 2017) 21,1 Prozent der weltweiten Gasförderung erbracht – Russland war mit 16,3 Prozent auf Platz zwei.

Nord Stream 2

Zur Einordnung: Nord Stream 2 soll russisches Erdgas durch die Ostsee nach Deutschland liefern. Das Projekt wird vom russischen Staatskonzern Gazprom geleitet und soll von fünf weiteren Konzernen über ein Konsortium mitfinanziert werden. Diese sind: Uniper, OMV, Shell, Engie sowie die BASF-Tochter Wintershall. Die Pipeline, deren Bau unter anderem von Deutschland bereits genehmigt wurde, soll indes 2020 in Betrieb gehen.


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