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Galbraith, John Kenneth: Eine kurze Geschichte der Spekulation, 122 Seiten, 14,95 Euro, Eichborn 2010.

 
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John Kenneth Galbraith, geboren am 15. Oktober 1908 in Ontario (Kanada), gestorben am 29. April 2006 in Massachusetts (USA), gehörte zur Spezies des technokratischen Erlösungsökonomen. Auf diesen Habitus des „großen alten Linksaußen“ wird auch im Vorwort zum vorliegenden Band verwiesen, nicht ohne die Leistung des Harvard-Professors als oberster Preisregulierer der USA im Zweiten Weltkrieg sowie die Transformation seiner Abteilung zu einer 16.000 Mitarbeiter umfassenden Mammut-Behörde zu loben.

Obgleich keynesianischer als Keynes, lohnt die Lektüre des leicht zugänglichen Bandes. Das liegt an der relativ unpolitischen Materie ebenso wie an der visionären Prognose, die der Autor kurz nach dem 1987er Börsencrash, exakt zwei Dekaden vor dem Platzen der Subprime-Blase publizierte: „Aus praktischen Gründen sollte man unterstellen, dass das Gedächtnis in Finanzdingen höchstens zwanzig Jahre zurückreicht. Das ist normalerweise der Zeitraum, der notwendig ist, die Erinnerung an eine Katastrophe zu tilgen und irgendeiner Abart des alten Schwachsinns die Chance einzuräumen, erneut den ökonomischen Verstand zu übertölpeln.“ Diese Abart, das sind finanzinnovative Variationen einer ewig gleichen Kombination von Verschuldung und Vermögenswert aus der Alchemistenküche der Reichtumsillusionisten.

Anhand vom Tulpenwahn, John Laws Papiergeldexperiment, dem Südsee-Schwindel sowie diversen amerikanischen Crashs destilliert Galbraith die durchweg gemeinsamen Merkmale und Phasen aus 400 Jahren finanzwirtschaftlicher Exzesse heraus: Ökonomische Wachstumsstory, initiale kritische Nachfrage, Wiederentdeckung des kreditären Hebels, sich selbst verstärkende Preisspiralen sowie selektive Wahrnehmung und Leichtgläubigkeit der Masse. Dieser Melange folgt nach stets abruptem Ende nie reflexive Selbsteinsicht, sondern Wut auf Krisengewinnler und Regulierungswünsche für Nebenkriegsschauplätze. Freilich übersieht Galbraith dabei einen fundamentalen Treibsatz, obgleich er ihn bei fast jedem seiner historischen Ausflüge explizit anspricht: Die befeuernde Monetarisierung öffentlicher Schulden.

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