EUR/USD: Wochenanalyse für KW 09

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Das Währungspaar Euro/US-Dollar (EUR/USD) startete am gestrigen Montag bei 1.1341. Einerseits ergibt ein Blick auf die vergangene Woche ein Plus von etwa einem halben Prozent, andererseits läuft der Euro trotz anhaltender Bedenken über das Wirtschaftswachstum der Eurozone besser als der US-Dollar. Letzterer ließ stark nach, während der stellvertretende Vorsitzende des US-Zentralbankensystems (Federal Reserve System), Richard H. Clarida, öffentlich einen weiterhin vorsichtigen Kurs verkündete.

Bullischer Trend wird fortgesetzt

Das Währungspaar insgesamt folgt jedenfalls einem leicht bullischen Trend. Unterstützt wird der Aufwärtstrend durch Unterstützungszonen bei 1,1339 und 1,1196. Das ist einerseits das 61,8% Fibonacci-Retracement, welches seit Januar 2017 immer wieder bestätigt wurde, auf der anderen Seite die sog. 200-Wochen-Linie. Wenngleich eine Fortsetzung des bullischen Trends erwartet wird, sollte auch gesehen werden, was das Währungspaar in der bärischen Richtung erwartet. Bricht die Unterstützung bei 1,1339 und 1,1196 weg, wäre es denkbar dass wir dem EUR/USD in der Region von 1,0913 bis 1,1120 beim Stabilisieren zusehen.

Aber der EUR/USD hat ein wenig Rückenwind und scheint sich insgesamt gut gegen ein solches Szenario positioniert zu haben. Um weiter steigen zu können, müssen nun die beiden gleitenden Durchschnitte der letzten 38 bzw. 90 Tage überwunden werden. Diese liegen bei 1,1378 und 1,1388. Danach wäre der Weg geebnet bis zur nächsten Widerstandszone bei 1,1477 bis 1,1514. Allerdings erwarten beide Währungen einige wichtige Wirtschaftsmeldungen diese Woche. Die Prognosen dafür mögen gut aussehen, doch das Gesamtmarktverhalten ist dabei nur schwer einzuschätzen.

Positive Impulse für den Euro diese Woche erwartet

Wenn wir uns die Woche für den Euro genauer ansehen, dann werden die meisten Impulse wohl Freitag kommen. Während am heutigen Dienstag zwar Yves Mersch, Vorstandsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB), spricht, werden keine bahnbrechenden Neuigkeiten zur Geldpolitik der EZB erwartet. Am Mittwochmorgen wird Benoît Coeuré, ebenfalls Vorstandsmitglied bei der EZB, eine Rede halten. Auch hier dürften keine maßgeblichen Impulse in den Markt kommen.

Am Donnerstag hingegen, könnte ein wenig mehr Volatilität in den Markt kommen. Es werden Zahlen aus Frankreich und Spanien erwartet. Unter anderem auch die jeweiligen Verbraucherpreisindizes und die Zahlen zu den Entwicklungen des Bruttoinlandsproduktes. Die Verbraucherpreisindizes werden zudem aus Italien und Deutschland erwartet. Die aktuellen Prognosen sehen durch die Bank neutral bis positiv aus.

Am Freitag folgen dann die Schwergewichte. Es werden die Zahlen zu den Einkaufsmanagerindizes aus u.a. Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Spanien erwartet. Deutschland legt zudem Zahlen zur Arbeitslosenquote vor. Um 11 Uhr deutscher Zeit werden dann die Zahlen zur Kernrate des Verbraucherpreisindex der gesamten Eurozone erwartet, gefolgt von der Arbeitslosenquote der Eurozone. Auch hier sehen die Prognosen neutral bis positiv aus.

US-Dollar sieht sich unter Druck

Der US-Dollar sieht ebenfalls vielen wichtigen Meldungen entgegen. Am heutigen Dienstag werden die Zahlen zum sog. CB Verbrauchervertrauen erwartet. Prognosen sehen dieses Level des Verbrauchervertrauens in wirtschaftlichen Aktivitäten in den USA leicht rückläufig. Dies könnte den US-Dollar weiter Schwächen. Die Zahlen werden um ca. 16 Uhr deutscher Zeit veröffentlicht, zeitgleich wird der Vorsitzende des Federal Reserve System (Zentralbankensystem der USA), Jerome Powell, vor dem Wirtschaftsausschuss des US-Kongresses Stellung nehmen. Hierbei geht es um konjunkturelle Ausblicke und zukünftige Geldpolitik. Traditionell können während dieser Stellungnahme teils heftige Ausschläge am Markt beobachtet werden.

Am Mittwoch folgt für den US-Dollar die Warenhandelsbilanz für Dezember. Dieser wird neutral entgegengeblickt. Um 16 Uhr nimmt dann der FED-Vorsitzende Jerome Powell weiter Stellung vor dem Wirtschaftsausschuss des US-Kongresses. Zeitgleich werden die Zahlen für die Immobilienaktivitäten und Rohlagerbestände in den USA erwartet. Am Donnerstag folgen dann die Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt der USA. In allen Fällen sehen Prognosen neutral bis vorsichtig optimistisch aus. Gleiches gilt für die erwarteten Arbeitslosenzahlen.

Am Freitag geht es dann schon früh morgens los. Um 02.15 Uhr deutscher Zeit wird die abschließende Rede vom FED-Vorsitzenden Jerome Powell erwartet. Analysten und Händler aus aller Welt verfolgen die Worte von Powell sehr genau, da hier Aussichten auf die zukünftige Geldpolitik in den USA gefunden werden können. Zudem ist Powell aktuell die Einzelperson mit dem meisten Einfluss auf den weiteren Kurs des US-Dollars. Im Verlauf des Freitagnachmittags kommen dann noch einige Zahlen zur amerikanischen Wirtschaftslage, vor allem aber der ISM Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe. Dieser Index wird positiv erwartet.

Trotz bullischen Trends kein klares Kaufsignal

Abschließend bleibt festzuhalten, dass für den EUR/USD bisweilen keine eindeutigen Kauf- oder Verkaufssignale vorliegen. Der MACD und RSI machen auf der technischen Seite einen guten Eindruck und verstärken die Annahme, dass die bullischen Aktivitäten anhalten. Doch Prognosen bei Kernwirtschaftszahlen aus der EU und der USA können nicht zeitgleich die komplette Tragweite der Marktreaktionen erfassen. Daher sollte der EUR/USD mit Sorgfalt beobachtet werden oder in kürzeren Zeitrahmen gehandelt werden. Sollte der EUR/USD allerdings die Widerstandszone bei 1,1378 und 1,1388 durchstoßen, könnten Gewinnmitnahmen bis hoch zu 1,1514 in Betracht gezogen werden.

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