ETFs: Mit neuen Strategien weniger Risiko und mehr Rendite

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Liebe Leser,

die Woche an den Börsen war ausgesprochen aufregend. So weiß derzeit niemand, warum es einen Frontalangriff auf die Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Industrie gab und wohin der führt. Zudem nimmt die Unsicherheit wegen der US-Wirtschaftskrise zu, die den schlimmsten Quartalswert für die US-Wirtschaft hervorbrachte, seitdem dies gemessen wird (1970).

Es wird Zeit, neue Konzepte anzusehen. Wenn Sie die bisher schon diskutierten ETFs auf den Dax, den Dow Jones, den TecDax oder den MDax haben, sind Sie auf dem richtigen Weg, meine ich. Das Geld im Markt sorgt für Sicherheit bei Aktien.

Wenn Sie neu investieren möchten, bieten sich ETFs mit besonderen Strategien an: Smart-Beta-Strategien. Damit dürfte das Ergebnis besser sein können.

Smart-Beta: Eigenschaften sind besonders

Die Beta-Strategien möchten nicht wie aktiv gemanagte Fonds eine geschickte Einzelauswahl an Aktien vornehmen. Sie möchten die Indizes abbilden, dabei jedoch nach besonderen Kriterien selektieren. Damit soll das Kriterium beispielsweise eine besondere Auswahl ermöglichen, den Focus also auf den Index selbst, aber auf bestimmte Optima legen.

„Alpha“-Fonds möchten einfach eine bessere Rendite, „Beta“-Fonds spiegeln den Index, wenden dann aber bestimmte Kriterien an. Wenn Sie also einen Beta-Fonds haben, kann eines der Kriterien eine geringere Schwankungsanfälligkeit (statistisch betrachtet) sein.

Nun gibt es zu den Erfolgen der „Smart-Beta“-Strategien eine Untersuchung des Fonds-Spezialisten Morningstar. Die Rating-Agentur wird hier vertreten durch Ali Masarwah, der für seine Analyse das Geschehen im bisherigen Jahr beobachtet hat. Dabei nennt er einen „iShares Edge MSCI World Minimum Volatility ETF“, der die Schwankungsintensität des MSCI World und dessen Aktien untersucht.

Die Schwankungen sollen hier minimiert werden, was bedeutet, dass die Auswahl die Schwankungen der einzelnen Aktien untersucht und berücksichtigt. Der ETF bzw. die Strategie ist dann interessant, wenn es zu weiteren Nervositäten an den Märkten kommt. Dies wäre dann der Fall, wenn etwa die zweite Corona-Welle noch einmal zuschlägt. Der ETF hat eine jährliche Gebühr von 0,3 %, womit das Risiko für Sie bei einer Investition noch vergleichsweise überschaubar ist.

Der ETF hat in den vergangenen Corona-Monaten den Absturz der Märkte relativ gut auffangen können. Das ist der Vorteil. Der Nachteil: Wenn die Kurse wieder anziehen, wird der ETF nicht so gut abschneiden. Genau das ist passiert, wie Sie dem Chart entnehmen können.

IShares MSCI World Minimum Volatility, ISIN: IE00B8FHGS14, aktuell sehr statisch

Quelle: www.onvista.de, eigene Bearbeitung

Der ETF ist damit weder schlecht noch gut, er ist eine vergleichsweise sichere, statistisch über einen längeren Zeitraum betrachtete Variante, in Aktien zu investieren. Wenn Sie sehr optimistisch sind, dann werden Sie davon ausgehen, die Aktienmärkten dürften sich der Geldmengen wegen weiter erholen.

Dann ist der ETF für Sie nicht geeignet, weil Sie nicht investiert wären. Auf der anderen Seite hat der ETF die Sicherheitskomponente für alle anderen Phasen an den Märkten.

Deshalb schlage ich vor, dass Sie den ETF als Sicherheitsposition im Depot zusätzlich aufnehmen können – damit sichern Sie sich zumindest die Chance, an den Aktienmärkten zu investieren, wenngleich es in starken Phasen nur langsamer bergauf geht. Ein Anteil von 10 % bis 15 % in einem Depot stellt allerdings zumindest eine attraktive Sicherheit dar.

Dividenden beachten

Eine andere klassische Smart-Beta-Strategie ist die Konzentration auf Dividenden. Dividenden werden im Jahr 2020 möglicherweise nicht die größte Rolle spielen. Allerdings können Sie davon ausgehen, dass in einer marktwirtschaftlichen Welt auch die Dividenden wieder deutlich steigen.

Denn Dividenden sind schlicht Gewinnbeteiligungen. Erwirtschaften Unternehmen keine Dividenden – dauerhaft -, werden sie ihrer Aufgabe nicht gerecht, überhaupt Gewinne zu erzielen. Eigenkapitalgeber sehen dann automatisch auch eine schlechte bzw. geringe Eigenkapitalrendite. Sofort werden sich die Eigentümer fragen müssen, ob sie dauerhaft nicht in andere Unternehmen investieren.

Wenn es also in einem Unternehmen A keine Dividenden geben sollte, werden sich andere, gewinnstärkere Unternehmen finden. Deshalb müss(t)en Dividendenstrategien langfristig immer funktionieren.

Wenn Sie also darauf setzen, dann ist es richtig, sogenannte „Dividendenaristokraten“ zu suchen. Dies sind Unternehmen, die ihre Dividenden über einen längeren Zeitraum erhöht haben – ohne Pause. Der Standard&Poor’s Dividenden Aristocrats Index umfasst gleich 40 Unternehmen aus der Euro-Zone, die zumindest zehn Jahre lang hintereinander gleiche oder höhere Dividenden gezahlt haben. Der Index ist im Corona-Jahr sicherlich nicht mehr so stark wie sonst üblich (bezogen auf die Kursentwicklung in diesem Jahr bis zum Jahresende). Dennoch hat der ETF darauf beste Chancen, mittel- und langfristig wieder zu den Top-Werten zu zählen.

Der SPDR Euro Dividends Aristocrats ist der ETF, der diesen Index abbildet. Der ETF kostet 0,3 % p.a. und ist an jeder Börse handelbar. Anders als der vorgenannte Volatilitätsindex ist dieser Smart-Beta-Index und -ETF mehr als eine Absicherung, sondern vielmehr eine langfristig mit hoher Sicherheit erfolgreiche Anlagestrategie.

Diesen ETF würde ich, wenn Sie noch in ETFs investieren wollen, für eine längere Zeit in einem wachstumsorientierten Depot aufnehmen. Der Index ist zudem breiter aufgestellt als etwa der Dax. Insofern können Sie den ETF sogar verwenden, um etwaige Dax-Positionen etwas zu reduzieren.

SPDR Euro Dividends Aristocrats, ISIN: IE00B5M1WJ87, ein ETF für einen längeren Zeitraum

Quelle: www.onvista.de, eigene Bearbeitung

Auch, wenn die Notierungen schwächer werden sollten, stehen wir aus meiner Sicht an den Aktienmärkten noch nicht vor einem größeren Einbruch,

mit freundlichen Grüßen



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