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Epigenomics: Wie auch immer Sie es drehen und wenden

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Es existieren 2 grundsätzliche Methoden, um ein Aktien-Investment zu beurteilen: Die Fundamentalanalyse und die Charttechnik.

Die erste Variante, auch als Value-Analyse bezeichnet, ermittelt aus den Bilanzen und Gewinn- und Verlustrechnungen den „Wert“ einer Aktie. Je weiter der aktuelle Kurs unter dem errechneten „Value“ liegt, umso attraktiver erscheint ein Investment. Allerdings muss die Aktie diesen ihr zugemessenen Wert auch irgendwann einmal erreichen – das ist bei der Value-Analyse nicht immer gewährleistet.

Die Charttechnik bemüht sich, aus der Kurshistorie einer Aktie eine wahrscheinliche Kursentwicklung zu ermitteln. Das ist aus 2 Gründen möglich:

Zum einen spiegelt jeder an einer Börse zustande gekommene Kurs die Markteinschätzung der Anleger zu diesem Zeitpunkt wider. Zum anderen pendelt das Anlegerverhalten seit jeher zwischen Angst und Gier – und daran wird sich auch nie etwas ändern. Daher wiederholen sich bestimmte Kursmuster immer wieder, die dann mittels der Charttechnik interpretiert werden können.

Bei Epigenomics prägt ein Kursmuster die Entwicklung der letzten 11 Monate: Die Abwärts-Kurslücke. Sie entsteht immer dann, wenn ein Kurs aufgrund plötzlich massiv erhöhtem Angebots einbricht und zwischen dem Tageshoch und dem Vortagestief ein Loch im Kursverlauf (blaue Rechtecke) entsteht:

Die erste Abwärts-Kurslücke wurde ausgebildet, als das Unternehmen Anfang August 2017 meldete, dass mehr als die Hälfte des Aktienkapitals verloren sei. Ende Mai dieses Jahres folgte die nächste Horrormeldung: Der von Epigenomics entwickelte Bluttest zur Darmkrebsvorsorge, auf den große Hoffnungen gesetzt worden waren, wurde nicht in die aktualisierten Richtlinien zur Darmkrebsvorsorge der American Cancer Society aufgenommen.

Wie im Chart zu sehen, hat die Epigenomics-Aktie am 11. Juni 2018 eine Aufwärts-Kurslücke (grünes Rechteck) gerissen. Der Aufschwung hielt indes nur 2 Handelstage an. Und die Abwärts-Kurslücke vom Mai konnte dabei – zumindest bislang – nicht geschlossen werden.

Solange dies Bestand hat, hat die Abwärtskurslücke Vorrang. Und daher bewerte ich die Epigenomics-Aktie aus charttechnischer Sicht weiterhin nicht als kaufenswert. In diesem Fall kann auch die Fundamental-Analyse zu keiner anderen Einschätzung gelangen: Denn Epigenomics schreibt seit Jahren nur rote Zahlen: Im 1. Quartal 2018 waren es -3,2 (Vorjahr: -2,4) Mio. Euro. Im gesamten Geschäftsjahr 2017 lag der Fehlbetrag bei -10,2 Mio. Euro.

Ein Beitrag von Andreas Sommer


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