Entspannung war nur Eintagsfliege

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Lieber Optionsstratege,

und wieder grüßt der Handelsstreit. Diesbezügliche positive Nachrichten hatten am Montag zu einer freundlichen Wall Street geführt. Der US-Aktienmarkt setzte damit zunächst seine positive Entwicklung aus der Vorwoche fort. Du hast es bestimmt mitbekommen: Der kolportierte vorläufige Waffenstillstand im Handelskonflikt zwischen den USA und China wurde als Katalysator für den freundlichen Wochenauftakt genannt. US-Präsident Donald Trump und sein Amtskollege Xi Jinping hatten sich am Wochenende auf dem G-20-Gipfel getroffen und über die aktuellen Handelsbeziehungen gesprochen. Sie einigten sich schließlich darauf, vorerst keine neuen Strafzölle zu verhängen. Stattdessen wollen beide Seiten nun an einem konkreten Abkommen arbeiten, um letztlich den Handelskonflikt beizulegen.

Das Risiko einer Eskalation bzw. eines echten Handelskrieges schien damit erst einmal vom Tisch. Gänzlich verschwunden ist es allerdings nicht. Gestern gab es bereits erste Zweifel an der Nachhaltigkeit der jüngsten Entspannung. Der Handelsstreit wird uns daher weiterhin beschäftigen. Auch weil nun Taten folgen müssen. Die Vereinigten Staaten haben den Chinesen eine Frist von 90 Tagen gesetzt, um die Differenzen beizulegen. Wenn es bis dahin keine Einigung gibt, könnten die Sonderabgaben für Importe aus China doch erhöht werden. Im Raum steht eine Anhebung von 10 % auf 25 %, die chinesische Waren im Volumen von 200 Mrd. US-Dollar betreffen würde. Ursprünglich sollten diese Strafzölle bereits ab Anfang 2019 gelten. Sie wurden nun erst einmal nach hinten verschoben. Im Gegenzug will China wieder verstärkt Öl und Erdgas sowie Industriegüter und landwirtschaftliche Erzeugnisse aus den USA importieren. Das hatte beispielsweise am Montag bei Sojabohnen zu einem Preissprung geführt, weshalb wir einen Short-Put-Spread eröffneten. Zudem twitterte Trump, dass die Chinesen die Importzölle auf US-Autos verringern wollen, die aktuell bei 40 % liegen.

Wie die Entwicklung an der Wall Street am Dienstag zeigte, war die erste Freude über eine Entspannung im Handelsstreit jedoch nur eine Eintagsfliege. Hinzu gesellten sich Konjunktursorgen, nachdem sich die Zinsstrukturkurve in den USA abflachte. Die Kurse am US-Aktienmarkt gaben deutlich nach. Der S&P 500 hatte beispielsweise um bemerkenswerte 3,2 % verloren. Im Markt der Woche werfen wir daher einen Blick auf die charttechnische Lage des US-Leitindex.

Mit herzlichen Grüßen

Dein Jens Rabe



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