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Elbe Finanzgruppe: Interview mit CEO Stefan Kempf auf der Münchener Kapitalmarkt Konferenz (mkk) 2019

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Sehr geehrter Herr Kempf, wir haben uns ja schon beim letzten Mal, im vergangenen Dezember, hier auf der MKK getroffen. Zwischenzeitlich hat es Ihr Unternehmen an die Börse geschafft. Was haben Sie sonst noch für News für unsere Leserinnen und Leser mitgebracht?

Antwort von Stefan Kempf: Der Börsengang, der noch Ende 2018 im m:access der Börse München erfolgte, ist meines Erachtens die wichtigste Nachricht.

Gut, dann können wir das Gespräch an dieser Stelle ja beenden. Nein, Scherz beiseite, wie laufen aktuell die Geschäfte bei Ihnen? Sehen Sie womöglich, wie viele Börsianer, auch eine Rezession auf uns zukommen?

Antwort von Stefan Kempf: Lassen Sie mich zunächst einmal erwähnen, dass wir 2018 wirklich sehr, sehr ordentlich abschließen konnten. So ist uns eine signifikante Steigerung unseres Transaktionsvolumen auf deutlich über 200 Mio. Euro gelungen. Dies basierte auf der Steigerung unserer Kundenbasis um mehr als +40%. In der Folge stieg auch unser Gewinn vor Steuern (EBT) auf ca. 900.000 Euro.

Im laufenden Geschäftsjahr 2019e hoffen wir natürlich auf weiteres signifikantes Wachstum. Das erste Quartal macht uns da bereits eine Menge Hoffnung. Wir entwickeln daher auch weiterhin an unserer Technologieplattform für Kreditentscheidungen. Darüber hinaus kooperieren wir nun mit der Firma EasyBill, einem Online-Faktura-Anbieter.

EasyBill bietet seinen Kunden, bspw. Freelancern, dabei ein Tool zur Erstellung von Rechnungen an. Wir haben dann eine technische Schnittstelle, so dass Kunden, die mit EasyBill eine Rechnung stellen, sofort das Geld von uns abrufen können. Somit müssen diese dann nicht mehr tagelang auf den Geldeingang warten.

Das hört sich zwar spannend an, ist aber doch für Sie mit Risiken verbunden. Denn Sie müssen sich das Geld ja dann von dem Schuldner zurückholen. Was aber passiert, wenn dieser nicht zahlt?

Antwort von Stefan Kempf: Wir versuchen natürlich immer nur einrede-freie Forderungen zu kaufen. Falls die Rechnung nicht einrede-frei ist und der Schuldner nicht bezahlt, müsste uns der Freelancer das Geld zurück erstatten. Solche Fälle erleben wir jedoch nur selten.

Versuchen Sie nicht durch den Einsatz von Big Data und/oder Künstlicher Intelligenz von vornherein solche Fälle auszuschließen?

Antwort von Stefan Kempf: Ja, selbstverständlich. Wir machen natürlich eine digitale Kreditanalyse bei unseren Kunden. Diese geht soweit, dass wir über eine entsprechende Schnittstelle sogar einen Zugang zu den digitalen Kontodaten unserer Kunden bekommen.

Was mir noch nicht ganz klar ist, wie Sie damit Geld verdienen? Wenn ein Freiberufler 1.000 Euro in Rechnung stellt, Sie ihm diese auszahlen und sie sich anschließend vom Schuldner zurückholen, haben Sie zwar im Zweifel eine Menge Arbeit gehabt, aber ja noch keinen Cent verdient?

Antwort von Stefan Kempf: Der Trick dabei ist, dass es einen Discount gibt, der Freiberufler also nicht die kompletten 1.000 Euro von uns bekommt. Wir holen uns aber die 1.000 Euro später sehr wohl komplett vom Schuldner. Diese Differenz, zwischen dem Betrag, dem wir dem Freiberufler auszahlen und dem Betrag, den wir uns vom Schuldner holen, ist dann unser Gewinn.

Jetzt fragen Sie sich sicherlich wie hoch die Gebühren sind. Nun, bei einem Betrag von 1.000 Euro liegen diese deutlich unterhalb von 5%, also z.B. zwischen 3-4%. Sie würden als Freiberufler also z.B. 970 Euro bekommen und wir anschließend die Forderung in Höhe von 1.000 Euro beim Schuldner geltend machen.

Die Vorteile für Sie als Freiberufler liegen also auf der Hand. Gegen eine kleine Gebühr erhalten Sie Ihr Geld sofort anstatt womöglich einige Tage lang warten zu müssen. Sie bekommen zudem quasi eine kostenlose Bonitätsprüfung durch uns. Und zu guter Letzt würden wir, je nach verwendeten Modell, Ihnen sogar einen Ausfallschutz im Falle einer Insolvenz bieten.

Welche Pläne haben Sie für die Zukunft? Wollen Sie nach dem zuletzt starken Wachstum erst einmal eine kleine Pause zur Konsolidierung einlegen oder weiter voll angreifen?

Antwort von Stefan Kempf: Konsolidieren wollen wir höchstens den Markt, aber nicht unser Unternehmen. Ich glaube, dass wir in den letzten Jahren viel Aufbauarbeit geleistet haben und nun langsam die Früchte unserer Arbeit zu ernten beginnen. Daher werden wir gerade in den kommenden Jahren weiterhin stark wachsen. Unsere Aufgabe besteht jetzt darin die Plattform, die wir aufgebaut haben, mit entsprechenden Partnern zu extrapolieren.

Solche Partner können auch und gerade Banken sein. Dies erwähne ich deshalb explizit, weil wir zuletzt mit vielen Banken gesprochen haben. Ich gehe daher davon aus, dass wir in dieser Richtung vielleicht schon bald Neuigkeiten vermelden können.

Herr Kempf, ich bedanke mich für das erneut sehr nette Gespräch und wünsche Ihnen auch weiterhin viel Erfolg!

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