Ein Geheimtipp aus der Reisebranche?

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Das Reisen ist zum Erliegen gekommen. Zwar fahren im Sommer wieder mehr Menschen in Urlaub, aber von spontanen Trips ins Ausland und Geschäftsreisen, die nicht unbedingt nötig sind, sind wir alle noch weit entfernt. Das merkt vor allem die Touristik-Branche. Neben traditionellen Reiseveranstaltern und Hotelketten gibt es jedoch auch innovative Geschäftsmodelle rund ums Reisen.

Booking.com zum Beispiel. Wir erklären Ihnen, wie es um das Unternehmen steht und ob die Aktie womöglich ein Geheimtipp ist. Booking Holdings bietet über seine Onlineportale Hotel- und Flugbuchungen, Mietwagen, Kreuzfahrten, Pauschalreisen und Restaurantreservierungen an. Zur Unternehmensgruppe gehören die 6 unabhängig voneinander betriebenen Marken: Priceline.com, Booking.com, Kayak, agoda.com, rentalcars.com und Open Table. Bei Online-Übernachtungsbuchungen ist der Konzern der weltweite Marktführer.

Booking reagiert auf die Pandemie

Booking wurde von der Covid-19-Pandemie, die den Tourismus weltweit stark eingeschränkt hat, hart getroffen. Im 1. Quartal brachen das Brutto-Buchungsvolumen um 51% und die Zahl der Übernachtungen um 43% gegenüber dem Vorjahr ein. Der Umsatzrückgang betrug 19% und der Verlust 699 Mio $. Die eingetrübten Geschäftsaussichten haben Abschreibungen in Höhe von 489 Mio $ auf die Plattform Open Table und den Goodwill von Kayak notwendig gemacht.

Hinzu kamen ein unrealisierter Verlust in Höhe von 307 Mio $ auf das Aktienportfolio und eine Abschreibung von 100 Mio $ auf eine Beteiligung. Den Tiefpunkt des Online-Reisegeschäfts markierte die erste April-Woche. Seitdem die Covid-19-Restriktionen in vielen Ländern schrittweise aufgehoben werden, zeichnet sich im Reisesektor eine Erholung ab, die durch folgende Trends geprägt ist: 1. Internationale Hotspots wie Venedig und Ibiza werden gemieden. 2. Internationale Reisen werden durch nationalen Tourismus ersetzt. 3. Die Reiselust ist zum Teil ungebrochen. In Asien-Pazifik hat die Suche nach Flügen in einigen Regionen (Australien, Japan, Südkorea, Taiwan) schon wieder das Niveau von 2019 erreicht.

Niedrige Kosten als Pluspunkt

Booking hat auf die Krise mit einer Senkung der Kosten und Maßnahmen zur Liquiditätssicherung reagiert. Das Geschäftsmodell bedarf keiner hohen Sachinvestitionen, der Anteil der variablen Kosten ist groß, und die Bilanz ist solide. Booking hat dank seiner beliebten Plattform und der Loyalität seiner User gute Chancen, in dieser Krise Marktanteile zu gewinnen. Hinter der Überwindung der Pandemie und der Erholung der Reisebranche stehen noch viele Fragezeichen. Perspektivisch könnte aber Booking ein Gewinner sein. Digitale Geschäftsmodelle sind die Zukunft. Warten Sie mit einem Investment dennoch ab!



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