EDAG: Exklusiv-Interview mit CEO Cosimo De Carlo – “Wir waren in Q3 profitabel!”

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Unser heutiger Interviewpartner ist der CEO der EDAG Gruppe, Cosimo De Carlo.

Die EDAG Gruppe bietet eine 360 Grad Entwicklungskompetenz für Fahrzeuge und Produktionsanlagen an. Dabei begleitet die Gruppe den gesamten Entwicklungsprozess von der Strategieentwicklung bis hin zur Produktionsplanung und Entwicklung. Dabei ist die EDAG Gruppe ein unabhängiger Engineering-Partner.

Herr De Carlo, der Markt wurde von Hilfsprogrammen überflutet. Erwarten Sie nachhaltige Änderungen bei den Finanzierungsbedingungen?

Cosimo De Carlo, CEO EDAG Group

C. De Carlo: Wir stehen mit unseren Finanzpartnern in einem engen und vertrauensvollen Dialog. EDAG hat bereits 2018 mit der Begebung eines Schuldscheindarlehens über 120 Millionen Euro die Finanzierungsstruktur langfristig abgesichert. Darüber hinaus haben wir jüngst einen ergänzenden KfW-Kredit über 60 Millionen Euro vereinbart. In den Bedingungen haben wir keine nachteiligen Änderungen festgestellt, einzig die mit dem KfW-Kredit einhergehende Dividendensperre für die 2-jährige Laufzeit des Kredits ist eine Ausnahme. Wir können somit insgesamt noch keine nachhaltigen Änderungen im Finanzierungsumfeld feststellen.

Was hat sich denn bei der EDAG Gruppe durch die Corona-Pandemie verändert?

C. De Carlo: Die Corona-Pandemie hat die EDAG Gruppe, genauso wie viele andere Unternehmen, kurzfristig vor enorme und bislang ungekannte Herausforderungen gestellt. Wir haben bereits frühzeitig durch die Einrichtung eines Corona-Krisenstabes reagiert und damit in einem ersten Schritt die Gesundheit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Kontinuität des Geschäftsbetriebs sichergestellt.

Im weiteren Verlauf galt es für uns, die wirtschaftlichen Folgen bestmöglich abzufangen und das Unternehmen sicher durch die neue Lage zu steuern. Hierzu haben wir auf eine Vielzahl an Instrumenten wie z.B. Kurzarbeit, temporäre Gehaltsverzichte im Verwaltungsrat sowie allen Managementebenen, Einsparmaßnahmen im gesamten Unternehmen und auch vereinzelte Restrukturierungsmaßnahmen zurückgegriffen. Darüber hinaus sind aber auch verstärkte Investitionen in die Aus- und Weiterbildung Teil unserer Planungen.

Die Maßnahmen haben nach einem sehr schwierigen zweiten Quartal Ihre Wirkung bereits zum Teil entfaltet und dazu geführt, dass wir im dritten Quartal wieder profitabel waren.

Das freut mich zu hören, doch wie sehen hier die langfristigen Folgen aus?

C. De Carlo: Langfristige Folgen lassen sich bislang noch nicht vollständig absehen. Einen Punkt, der sich bewährt hat, können wir aber schon heute festhalten: Unsere IT-Infrastruktur war bereits vor der Pandemie auf internationale, digitale Zusammenarbeit ausgelegt. Wir gehen davon aus, dass die Flexibilisierung von Arbeitszeit und –Ort auch weiterhin ein wesentlicher Treiber für unsere Attraktivität als Arbeitgeber sein wird.

Vielen Dank für diese Ausführung. Nun würde mich interessieren, was die EDAG Gruppe von den Wettbewerbern der Branche unterscheidet?

C. De Carlo: EDAG steht in der Branche der Engineering Dienstleister wie kein anderer für eine globale 360-Grad Engineering Expertise. Wir beherrschen den gesamten Entwicklungsprozess eines Fahrzeugs von der ersten Idee, über die Gesamtfahrzeugentwicklung inklusive Software und Antriebsintegration bis hin zum Engineering einer Smart Factory. Dieses Leistungsspektrum bieten wir unseren Kunden international vernetzt, über Ländergrenzen und Zeitzonen hinweg.

Darüber hinaus steht die EDAG Gruppe für Innovationskraft und Kreativität. Dies haben wir erst Ende Oktober bei unserem EDAG Tech Summit erneut unter Beweis gestellt. Die Weltpremiere unseres EDAG CityBot KI-Prototyps hat unsere Vision einer intelligenten Stau- und Emissionsfreien Mobilität gezeigt. Damit haben wir nicht nur Automobil OEM und Systemlieferanten, sondern auch Regierungsvertreter, Kommunen und Infrastrukturbetreiber beeindruckt.

Das klingt nach einem interessanten Konzept Herr De Carlo. Wo sehen Sie dadurch Ihr Unternehmen in 5 Jahren?

C. De Carlo: Unser Ziel ist es, EDAG zum führenden unabhängigen Ingenieurdienstleister für die Mobilität der Zukunft zu entwickeln. Hierbei spielt der nachhaltige Ausbau unserer deutschen wie auch internationalen Kundenbeziehungen sowie die Digitalisierung unseres gesamten Produktportfolios eine herausragende Rolle. Darüber hinaus werden wir neue Kundengruppen durch Angebote im Bereich Software und Digitalisierung, sowie Smart Factory, Smart City und Industrial Services erschließen. Auch wenn die Corona-Pandemie den eingeschlagenen Wachstumskurs vorerst unterbrochen hat, gehen wir davon aus, mittelfristig wieder ein nachhaltiges Umsatz- und Gewinnwachstum zu erzielen.

Zum Abschluss möchte ich Ihnen noch die Möglichkeit geben, sich direkt an die Anlegerwelt zu richten. Aus welchen Gründen sollten Anleger in Ihr Unternehmen investieren?

C. De Carlo: EDAG ist mit seiner über 50-jährigen Erfahrung, dem einzigartigen Leistungsspektrum sowie der Innovationskraft ein globaler Champion unter den Engineering Dienstleistern. Diese Spitzenposition wollen wir weiter festigen und ausbauen. Unsere Aktionärinnen und Aktionäre wollen wir langfristig, auch durch die Ausschüttung attraktiver Dividenden, an unserem Erfolg teilhaben lassen.

Vielen Dank für dieses aufschlussreiche Interview, Herr De Carlo. Ich wünsche Ihnen sowie Ihren Mitarbeitern weiterhin alles Gute für die Zukunft!

Edag Engineering Forum

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gut!
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der Corona Rücklauf bisher nicht mitgemacht...Luft nach oben?
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Judas  Einschätzung 18.12.19
Für nächstes Jahr sind die Auftragsbücher noch gefüllt aber ab 2021 sieht es noch mau aus.
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