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Diese finanzielle Zeitbombe betrifft jeden

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Liebe Leser,

immer wieder wird davor gewarnt, Schulden aufzunehmen, weil sie ein leichteres Leben heute mit einer schwierigeren Zukunft erkaufen. Unsozial wird dieses Verhalten vor allem dann, wenn der Konsum der mit den Schulden erkauften Vorteile heute erfolgt, die Bezahlung der Rechnung aber späteren Generationen überlassen wird.

Bei den Staatsschulden wird seit Jahren genau dieser Weg praktiziert. Unterstützt wird diese Nach-mir-die-Sintflut-Haltung durch jene Ökonomen, die eine weitere Erhöhung der Schulden derzeit unkritisch sehen, weil, wie sie sagen, die niedrigen und negativen Zinsen die Staaten und damit die junge Generation nicht zusätzlich belasten.

Der frühere Chefökonom des Internationalen Währungsfonds, Olivier Blanchard, steht für diese Gruppe von Wirtschaftswissenschaftlern. Er rät in Zeiten negativer Zinsen den Staaten dazu, ruhig weitere Kredite aufzunehmen, um damit die Wirtschaft anzukurbeln.

Für den Augenblick mag diese Aussage stimmen. Für die Zukunft ist sie aber nur dann zutreffend, wenn die Zinsen auf dem heutigen Niveau verbleiben. Da das heutige Zinsniveau jedoch ausgesprochen unnatürlich ist, bedeutet dies zweierlei: Die zusätzlichen Schulden sind schon heute unsozial und unverantwortlich gegenüber den nachfolgenden Generationen, weil die Zinssätze eines Tages auch wieder steigen können.

Die Alternative dazu ist, dass die Zinsen nie mehr steigen dürfen. Da die Zinsen eigentlich ein Ausdruck des mit dem Kredit verbundenen Risikos sind, kann man ihnen ein Steigen oder Fallen nicht generell verbieten, denn die Risiken unterliegen ebenfalls regelmäßigen Veränderungen.

Weltbank schlägt Alarm

Hören will diese Warnungen und Mahnungen derzeit niemand. Man ist zu sehr mit sich selbst beschäftigt, vor allem im politischen Lager, wo man ohnehin nur in ganz seltenen Fällen weiter als bis zur nächsten Wahl zu denken gewillt ist.

Dennoch hat mit der Weltbank unlängst eine wichtige Institution Alarm geschlagen und ihren Finger mahnend in die Wunde gelegt. Konkret bemängelt wird, dass die Welle der ausgeweiteten Verschuldung, die seit der Finanzkrise um den Globus schwappt, in Größe, Geschwindigkeit und Reichweite beispiellos ist.

Dies gilt insbesondere für die von den Schwellen- und Entwicklungsländern aufgenommenen Schulden. China wird hier als mahnendes Beispiel aufgeführt. Im Reich der Mitte beunruhigt die Weltbank besonders, dass sehr viel Geld in den Immobiliensektor und in Staatsfirmen geflossen ist.

So stark wie seit 2010 hat die Verschuldung in den Entwicklungsländern in den letzten 50 Jahren noch nie zugenommen, warnen die Ökonomen der Weltbank. Allein in den acht Jahren von 2010 bis 2018 kletterte die Verschuldung der Schwellen- und Entwicklungsländern gemessen an ihrer Wirtschaftsleistung um 54 Prozentpunkte auf 168 Prozent.

Auf zu hohe Schulden folgte in der Hälfte aller Fälle eine Finanzkrise

In China selbst hat sich der Schuldenstand im genannten Zeitraum sogar um 72 Prozentpunkte auf 255 Prozent des Bruttoinlandsprodukts erhöht. China ist damit maßgeblich verantwortlich für die Explosion der Schulden in den Entwicklungsländern. Aber auch ohne die Volksrepublik sind die Zahlen besorgniserregend, denn in jedem dritten Entwicklungsland hat sich die Schuldenquote seit dem Jahr 2010 um über 20 Prozentpunkte erhöht.

Wenn man nun noch bedenkt, dass die Volkswirtschaftler seit dem Jahr 1970 rund 520 Fälle registriert haben, in denen sich der Schuldenstand, eines Landes extrem erhöht hat und die Hälfte dieser Fälle in einer Finanzkrise endete, bekommt man auch als Laie ein Gespür dafür, auf was für einer Zeitbombe wir sitzen.

Es braucht in einer solchen Situation nicht viel, um die Hand an die Lunte zu legen und die Bombe zu zünden. Die jüngsten Lockerungsübungen der Federal Reserve Bank, der Europäischen Zentralbank und der Bank of Japan sind nicht geeignet, das Problem zu entschärfen. Im Gegenteil: Sie tragen mit dazu bei, die Fallhöhe zu vergrößern, denn auf der Jagd nach ein wenig Rendite wandert immer mehr Geld aus den westlichen Industrieländern in die Schwellenländer ab. Ein Teil von diesem Geld könnten auch Ihre Ersparnisse sein.

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