Die Geldschwemme an den Märkten scheint zu wirken

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Liebe Leser,

in den vergangenen Stunden und Tagen haben immer mehr Regierungen Hilfsprogramme für die Wirtschaft aufgelegt. Die Geldschwemme scheint zu wirken, die Kurse sind zumindest am Dienstag „weiter“ geklettert. Ich rechne jedoch nicht damit, dass sich genau jetzt alle Börsen erholen werden. Vielmehr müssen Sie sich darauf einstellen, dass wir noch für eine längere Zeit zumindest Schwankungen sehen werden.

Doch: Um die Krise zu verstehen und auch den Ausgang daraus nicht aus den Augen zu verlieren, sehen Sie sich bitte noch einmal verschiedene Krisen und die Auswirkungen an den Börsen an.

Krisen gehören „dazu“….

Sehen wir uns den Dax zum einen seit 1989, seinem Gründungsjahr, und auch rückgerechnet bis 1959 an.

Dax seit Gründung

Quelle: www.finanzen.net, eigene Bearbeitung

Hier sehen Sie sofort, dass wir Krisen an den Börsen bereits mehrfach überstehen konnten – die schwerwiegendsten fanden im Jahr 2000 mit dem Platzen der Dotcom-Blase statt sowie 2008 mit der Finanzkrise. Der Dax benötigte jeweils wenige Jahre (im Mittel 3 Jahre), um die alten Allzeithochs wieder zu erreichen.

Aktuell hat der Dax so schnell verloren wie noch nie zuvor in seiner Geschichte. Das ist insofern eine besondere Situation. Dennoch: Langfristig gehören solche Krisen dazu, wie auch ein Blick auf die Zeit seit 1959 (zurückgerechnet) zeigt…

Dax zurückgerechnet seit 1959

Quelle: www.finanzen.net, eigene Bearbeitung

Ich möchte Sie nicht „beruhigen“ im Sinne davon, dass Sie hingehalten werden – aber solche externen Schocks sind für die Börsen kennzeichnend und eröffnen sogar gute Chancen. Je zittriger Investoren sind, je schneller sie sich also von der Herde aus den Märkten treiben lassen, desto größer ist das Verlustrisiko.

Ich erinnere ausdrücklich – und erneut – an den Chart, den ich bereits präsentiert habe. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass sich unter anderen Vorzeichen die Geschichte wiederholt, ist besonders groß.

Auch Viren und Co. können die Wirtschaft und die Börse langfristig bis dato nicht lahmlegen…

Quelle: www.finanzen100.de

Deshalb dürfte es auch diesmal an den Börsen „weitergehen“. Fraglich ist nur, wie lange es dauert, bis die Börsen sich wieder nachhaltig positiv entwickeln werden. Was ist der Maßstab?

Vorschlag: Beachten Sie den GD100

Aktuell gibt es keinen einheitlichen Maßstab. Deshalb benötigen wir einen Trend-Indikator, der anzeigt, wie es an den Märkten aussieht. Wirtschaftliche Kenngrößen sind relativ sinnfrei, da die Schätzungen zur Wirtschaftsentwicklung aktuell sogar eine Rezession mit Abschlägen von mehr als 10 % vorsehen. Das wäre eine absolute Vollbremsung – nicht nur für die „Wirtschaft“, sondern auch für die Börsen – wenn die sich nur an den wirtschaftlichen Daten orientieren würden.

Deshalb gilt: Wir müssen uns an anderen Maßstäben orientieren, die charttechnischer oder technischer Natur sind. Der gleitende Durchschnittskurs über 100 Tage ist ein mittelfristiger Trend-Indikator, der sich relativ bewährt hat. Wenn die Kurse über ihrem jeweiligen eigenen gleitenden Durchschnittskurs der vergangenen 100 Tage liegen, ist der Spuk zunächst vorbei – zumindest an den Börsen. Dann dürfte es sich auch für Sie wieder lohnen, in die Märkte zu investieren.

Die einzelnen Werte:

  • Dax 12.759 Punkte
  • Dow Jones: 27.447,91 Punkte
  • MDax: 26.929 Punkte
  • S&P 500: 3.120 Punkte
  • TecDax: 2.982 Punkte

Trotz der unglaublichen Rallye am Dienstag mit Kursgewinnen von teils über 9 % im Dax etwa sieht es also für die Märkte noch nicht nach einer endgültigen Trendwende aus. Vorsicht: Es kann schnell zu Gewinnmitnahmen kommen – die wiederum empfindliche Verluste nach sich ziehen würden.

Daher gilt:

Steigen Sie stufenweise ein – wenn Sie einen Maßstab suchen. Sie können sich mit einem kleineren Teil Ihres Vermögens am „GD20“ – dem gleitenden Durchschnittskurs der vergangenen 20 Tage, orientieren. Beispielsweise etwa könnten Sie 20 % investieren.

Dax: 10.580 Punkte

Dow Jones: 23.645 Punkte

Euro Stoxx 50: 2.971 Punkte

MDax: 22.792 Punkte

S&P 500: 2.761 Punkte

TecDax: 2.632 Punkte

Selbst diese Kursmarken sind noch nicht erreicht. Doch für neue Investitionen ist es aus technischer Sicht entsprechend zu früh.

Nicht verschweigen möchte ich allerdings, dass es auch bei mir bereits wieder prickelt – die Chancen sind nach den gigantischen Versprechungen der Politik deutlich größer geworden. Daher bietet es sich jetzt an, etwas zu „zocken“. Das allerdings kann ich nicht auf breiter Basis empfehlen – das sollten Sie mit kleinerem Kapital selbst ausprobieren.

Die Situation im Biotechnologie-Sektor: Besser

Bessere Kurse gibt es dementsprechend auch für den Biotechnologie-Sektor. Hier hat allerdings die Krise bei weitem nicht so stark zugeschlagen wie an den Massenmärkten.

  • In einer Woche ging es schon um über 6 % nach oben
  • In einem Monat verlor der Index -13 %
  • In drei Monaten sind aktuell -10 % zu verzeichnen
  • In der Zeitspanne von einem Jahr liegt der Index sogar noch mit + 4 % vorne…

Biotechnologie-Index über ein Jahr im Vergleich zum Dax: Wesentlich stabiler

Quelle: www.onvista.de, eigene Bearbeitung

Der Chart hat sich im Vergleich zur vergangenen Woche kaum geändert bis auf einen Umstand: Der Biotechnologie-Index hat in einer Woche die entscheidende Unterstützung verteidigt. Zur Erinnerung:

Quelle: www.onvista.de, eigene Bearbeitung

Das wiederum bedeutet, dass der Index im Grunde zumindest nicht in einem derart massiven Abwärtstrend ist wie die großen Märkte. Stünde ein ETF oder ein Zertifikat zur Verfügung, könnten Sie direkt investieren.

Dies jedoch ist leider noch immer nicht der Fall. Der Sektor Biotechnologie insgesamt bleibt aber interessant – auch für ein längerfristiges Engagement.

Und so müssen Sie in Einzelwerte investieren. Die Empfehlung selbst bleibt dieselbe wie in der vergangenen Woche…. Die Entwicklung hat sich sogar noch etwas verbessert.

1. Sartorius Vz. auf dem Weg zurück in den klaren Aufwärtstrend…. WKN: 716563

Quelle: www.onvista.de, eigene Bearbeitung

2. Heidelberg Pharma, Kursexplosion (Corona), WKN: A11QVV

Quelle: www.onvista.de, eigene Bearbeitung

Auch „Evotec“ könnte eine interessante Investition sein und bleiben. Die Aktie ht

3. Evotec, Stärker als der Markt – 1-Monats-Sicht, WKN: 566480

Quelle: www.onvista.de, eigene Bearbeitung

Diese Aktien können bei schwächeren Märkten selbst wieder nachlassen. Dennoch: Der Markt und insbesondere seine Spitzentitel bleiben robuster als etwa der Dax.

Bleiben oder werden Sie gesund.



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