Die Gelddruckmaschinen laufen auf Hochtouren

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Hinsichtlich der konjunkturellen Entwicklung in Deutschland und Europa kann das Jahr 2020 bereits nach vier Monaten abgehackt werden. Es wird nichts mehr mit dem Wirtschaftswachstum.Es geht allenfalls nur noch darum, wie stark die Rezession ausfallen wird. Bei AVANA Invest gehen wir gegenwärtig davon aus, dass sich Deutschland im Dunstkreis von minus 6 % bis minus 7 % einpendeln und damit den Negativrekord der Finanzmarktkrise von 2009 deutlich übertreffen wird.

Die weltweit vorhandene Konjunkturschwäche wird versucht mit hohen Staatsausgaben etwas abzufedern. Dabei kann man durchaus den Eindruck gewinnen, dass sich die einzelnen Staaten hinsichtlich der Höhe ihrer Förderprogramme gegenseitig übertreffen möchten.

Von den Teilnehmern des Kapitalmarktes wird dies mit viel Wohlwollen und steigenden Aktienkursen aufgenommen und in der breiten Bevölkerung wird alles beklatscht, wenn es darum geht weniger arbeiten und nahezu keine Gehaltseinbußen hinnehmen zu müssen.

Und es ist ja inzwischen auch richtig einfach geworden die Verschuldungsschraube weiter lockern: Die Vereinigten Staaten werden mit der Verabschiedung ihres 2,2 Billionen Dollar Konjunkturpakets im Haushaltsdefizit von 5,8 % auf ca. 15,4 % hochschießen und damit eine Schuldenquote von über 130 % ihres BIP erreichen. In Italien dürfte die 150 % Grenze keine ernsthafte Hürde darstellen.

Die Zinsen wurden nahezu abgeschafft, die Gelddruckmaschinen sind geölt und können Tag und Nacht laufen. Die von den einzelnen Staaten begebenen Anleihen werden von den Notenbanken im Sekundärgeschäft erworben und blähen deren Bilanzen weiter auf. Allerdings muss auch davon ausgegangen werden, dass trotz eines Wiederaufbaufonds für Europa eine weitere politische Bewährungsprobe für Europa noch bevorsteht.

In diesem Zusammenhang ist die Diskussion um die Einführung von Euro-Bonds noch nicht am Ende. Sie könnten allerdings langfristig ein Instrument sein, der weiteren Integration einen zusätzlichen Impuls zu verleihen. Vorausgesetzt die politisch Verantwortlichen möchten es.

Die europäischen Nordstaaten, darunter auch Deutschland vertreten die Auffassung, dass die vorhandenen Institutionen, wie Europäische Investitionsbank (EIB), Europäischer Stabilitätsmechanismus (ESM) und Europäische Zentralbank (EZB) völlig ausreichend sind. Doch bei vielen Ländern, die den ESM in Anspruch nehmen möchten, bedeutet dies auch einen Eingriff in die nationale Souveränität und ist in der Regel politisch und gesellschaftlich kaum durchzusetzen.

Italien hat an dieser Stelle klargestellt, dass es nur auf bedingungslose Mittel zurückgreifen wird. „Ein Schelm, wer an dieser Stelle an etwas Böses denkt“. Oder noch schärfer formuliert: Italien wäre der Hartz IV-Empfänger Europas! Ohne Gegenleistung Geld von anderen nehmen – Rückzahlung ausgeschlossen.

Die weltweit weiter ansteigende Verschuldung wird die künftige wirtschaftliche Prosperität erheblich einbremsen, da mehr Kapital für den Schuldendienst aufgebracht werden muss und damit nicht mehr für nötige Investitionen zur Verfügung steht. Die De-Globalisierung bzw. der zunehmende Protektionismus werden sicherlich auch dazu beitragen, dass a la longue die Inflation angekurbelt wird.

Aufgrund der ausgeprägten Konjunkturschwäche kam der Ölpreis stark unter Druck. Die bereits vorgenommenen Kürzungen der Förderquoten reichten bislang nicht aus den Preis für diesen Rohstoff nachhaltig zu stabilisieren. Hinzu kommt, dass die Erdöllager bis zum Anschlag voll sind und die Abnahmeverpflichtungen aus früher abgeschossenen Terminkontrakten zusätzlich an den internationalen Märkten untergebracht werden müssen.

Nur wissen die Rohstoffhändler inzwischen nicht mehr wohin damit; verschenken es oder zahlen noch Geld dafür, dass es ihnen abgenommen wird. Diese Entwicklung bereitet der amerikanischen Fracking Industrie zunehmend Probleme und könnte das Ende dieser Branche bereits eingeläutet haben.

Die fallenden Öl und Rohstoffpreise machen auch den Ländern der Emerging Markets erheblich zu schaffen. Zum einen haben sich die Refinanzierungskosten für diese Länder verschlechtert und zum anderen sind erhebliche Kapitalabflüsse, die in der Regel von den großen Investmentfonds kommen, aus diesen Märkten zu beobachten.

Laut Internationalem Währungsfonds IWF haben die Regierungen weltweit ca. 8 Billionen US-Dollar an Fiskalhilfen mobilisiert, um sich gegen den bevorstehenden Abschwung der Weltwirtschaft zu stemmen.

Zusammengefasst: Geld scheint überhaupt keine Rolle mehr zu spielen. In Deutschland werden in diesem Umfeld Begehrlichkeiten geweckt, die völlig abstrus sind. Die Ausgabe von Einkaufsgutscheinen für jeden Bürger über EUR 500, sollen zusätzlich helfen, die abgewürgte Wirtschaft, insbesondere den Einzelhandel, wieder in Schwung zu bringen.

Die Automobilindustrie schreit erneut nach einer Abwrackprämie. Bonuszahlungen für Pflegekräfte in Höhe von EUR 1.500, sind ebenfalls in der finalen Diskussion. Dabei möchte ich die Pflegekräfte in den Altenheimen ausdrücklich in Schutz nehmen.

Allerdings ist die Situation in vielen Krankenhäusern Bayerns eine ganz andere: Da stehen teilweise ca. 50 % der Bettenkapazitäten leer um einen möglichen Patientenansturm aufgrund der Pandemie begegnen zu können. 50 % der Pflegekräfte in diesen Kliniken sind im „Home-Office“ und warten auf ihren Einsatz.

Nicht ganz dringende OP´s werden zurückgestellt um die 50 % freien Kapazitäten nicht zu gefährden. Die Träger dieser Einrichtungen sind überwiegend die Öffentliche Hand. Da spielt es sowieso in der gegenwärtigen Situation keine Rolle mehr ob die Defizite im Gesundheitswesen pro Landkreis ein paar Millionen höher ausfallen oder nicht.

Die Pflegesätze werden von den Krankenkassen bestimmt bzw. festgelegt – was darüber hinausgeht muss wohl am Ende des Tages der Steuerzahler richten. Wir leisten uns Luxusdiskussionen darüber ob das Kurzarbeitergeld aufgestockt wird und wenn ja, in welcher Höhe. Mit fehlen nur noch Aussagen, dass es auch in Deutschland ein bedingungsloses monatliches Einkommen in Höhe von ca. EUR 2.000, geben soll.

Der Irrsinn kennt gegenwärtig keine Grenzen mehr. Die Frage, wer am Ende die ganze Zeche bezahlen soll, wird vorsichtshalber erst gar nicht gestellt. Und das ist auch gut so. Denn die Profiteure des Lockdowns sind die älteren Menschen. Zur Kasse werden aber diejenigen gebeten, die jetzt statt Kita oder Schule zu Hause bei den Eltern sitzen und nicht wissen, wie sie die Zeit totschlagen sollen.

Auch wenn der Preis ein Ausdruck für die Knappheit von Waren und Dienstleistungen ist – beim Geld wurde er bereits abgeschafft, denn durch die Geldpresse ist genug für alle Bürger da – und diese erfreuen sich täglich am kollektiven Selbstbetrug. Das Grauen in Form von deutlich höheren Steuern kommt schon noch und lässt sicherlich nicht lange auf sich warten.

Es muss nicht mal etwas neu erfunden und dem Bürger schmackhaft gemacht werden – es ist alles schon vorhanden! Der „Solidaritätszuschlag“ wird eben umgelenkt statt eingestellt und entsprechend erhöht – warum nicht auf 30 %, denn Solidarität ist ja das Gebot der Stunde! An der Mehrwertsteuerschraube lässt sicherlich auch drehen.

Und noch eine Sache, die mich umtreibt: Was machen wir, wenn in den kommenden drei Jahren eine andere Pandemie ausbricht? Denn nach der Pandemie ist vor der nächsten Pandemie! Die staatliche Medizin kann nicht unendlich verabreicht werden und es ist auch eine gefährliche Medizin, denn sie macht abhängig.

Abhängig vom Geld des Staates, seinen Funktionären und Beratern. Und sie werden dann nicht nur vor(ver)schreiben wieviel Verkaufsfläche ein Einzelhändler haben darf und welche Branchen zu den Privilegierten gehören.

Es gibt auch etwas Positives zu berichten, was die Pandemie mit sich gebracht hat. Die Belastungen für die Umwelt haben erheblich abgenommen. Damit wird Deutschland die gesteckten Klimaziele aller Voraussicht nach erreichen. Weiterhin hat sich Heimarbeit bewährt. Die Vernetzung der Arbeitswelt ist einen erheblichen Schritt vorangekommen.

Dass allerdings ein Recht der Arbeitnehmer auf Home-Office gesetzlich daraus abgeleitet werden soll, empört zu Recht die Arbeitgeberseite und geht nach meiner Einschätzung dann doch etwas zu weit. Allerdings ist auch zu konstatieren, dass Home-Office-Arbeitsplätze zunehmen werden und die Umwelt damit sicherlich entlasten.

Bei Büroimmobilien wird diese Entwicklung zu Preisveränderungen führen, da durch die weiter zunehmende Flexibilisierung der Arbeitszeit und des Arbeitseinsatzes ein Rückgang der Bedarfsflächen nicht ausgeschlossen werden kann. Die De-Globalisierung wird sich weiter fortsetzen und damit werden Abhängigkeiten in Produktions und Verteilungsprozessen weiter zurückgeführt.

Es dürfte auch zunehmend auf heimische Produkte zurückgegriffen werden. Zu Lasten der Umwelt und des stationären Handels wird der Online-Handel seinen Aufschwung fortsetzen. Auch das Ausgabeverhalten der Bürger wird sich verändern. Die Tendenz einen sicheren „Notgroschen“ in der Hinterhand zu haben wird ebenfalls zunehmen.

Hinsichtlich der weiteren Anlagestrategie bleibe ich bei meinen Aussagen, die ich in der Kapitalmarktwoche Ausgabe 13 am 3. April gemacht habe.

Bei den börsennotierten Aktienunternehmen geht man zunehmend dazu über keine Dividendenausschüttungen vorzunehmen. Denn dies bedeutet, dass auf der einen Seite mit der Ausschüttung Liquidität aus dem Unternehmen an die Aktionäre fliest, auf der anderen Seite staatliche Finanzhilfen erforderlich sind damit das Unternehmen überleben kann.

Ich habe bei Heinz Ehrhardt folgendes zum Schmunzeln entdeckt:

Weil wir doch am Leben kleben,

muss man abends einen heben.

So ein Virus ist geschockt,

wenn man ihn mit Whiskey blockt.

Auch gegorener Rebensaft

einen gesunden Körper schafft.

Auch das Bier, in großen Mengen

wird den Virus arg versengen.

Wodka, Rum und Aquavit

halten Herz und Lunge fit.

Calvados und auch der Grappa

helfen Mutti und dem Papa.

Ich will hier nicht für Trunksucht werben,

doch nüchtern will ich auch nicht sterben.

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die Daten sind nur auf ihrem Gerät ... LOL
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wackelt; gibt es keine Bonis zu Weihnachten. FB = Short übers Wochenende mit erträglichem GSL
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wie man nun festgesetllt hat gefährdet es die Globale Sicherheit - Facebook sammelt massiv Daten von

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