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Die Dividenden-Saison: Eine Katastrophe?

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Liebe Leser,

Substanz ist in diesen Tagen, Wochen und Monaten eine noch wichtigere Überlebensfrage als in den vergangenen Jahren. „In der Flut werden alle Boote gehoben“: eine alte Börsenweisheit, die sich mal wieder bestätigte. Jetzt kommt es darauf an, dauerhaft das Vermögen zu sichern. Einen Großteil der Überlegung nehmen Unternehmensgewinne und die Dividenden ein. Die Hauptversammlungen, auf denen Sie als Aktionär die Verwendung der Gewinne aus dem vergangenen Jahr beschließen würden, werden aktuell verschoben. Allerdings hat die Bundesregierung in ihrem jüngsten Gesetzentwurf, der morgen im Bundesrat endgültig bestätigt werden wird, vorgesehen, dass Hauptversammlungen auch elektronisch stattfinden können. Nur: Was passiert mit den Dividenden?

Dividenden bestimmten über Gewinne aus dem Vorjahr

Zunächst dürfte sich nichts ändern. Die Hauptversammlungen verteilen – auf Vorschlag des Vorstands – die Gewinne aus dem vergangenen Jahr. Nun zerrt die Corona-Krise jetzt schon und voraussichtlich auch in den kommenden Monaten an den Cash-Reserven der Unternehmen. Deshalb möchten die Vorstände mit hoher Sicherheit zumindest einen Teil der Dividenden – für das Jahr 2019 – einbehalten und als zinsfreien Kredit (oder vielmehr in den meisten Fällen: als Geschenk an das Unternehmen) verwenden.

Auch die Bundesregierung hat deutlich werden lassen, dass Hilfen aus dem großen Rettungstopf daran gebunden sein werden, auch die Eigentümer zur Kasse zu bitten, sprich: auf Dividenden zu verzichten oder zumindest teilweise zu verzichten. Eine heikle Forderung:

Denn Sie könnten als Aktionär und Eigentümer durchaus damit kalkulieren, an den Gewinnen im vergangenen Jahr beteiligt zu werden und die Aktie nach der HV zu verkaufen. Wenn Sie so denken, dann helfen Sie bei einem Dividendenverzicht zwar dem Unternehmen, aber mit jedem Cent, auf den Sie verzichten, zu 100 % auf Ihre Kosten. Es wird Ihnen noch nicht einmal jemand danken.

Wenn Sie langfristig investieren, dann dürfte die Überlegung schon interessanter und sinnvoller sein. Nur auch dann gebe ich zu bedenken: Besser ist es, wenn Sie nur Unternehmen im Depot haben, die in einer Krise, wie wir sie jetzt erleben, keine Cash-Probleme haben. Berkshire Hathaway, das legendäre Buffett-Unternehmen, wäre ein solcher Fall. Apple hat hinreichend Geld im Unternehmen. Und auch die Munich Re hat als Rückversicherer genügend Geld, ebenso offenbar die Allianz. Ich bin mir relativ sicher, die großen Konsumgüter-Produzenten aus den USA verfügen ebenfalls über hinreichend Reserven. Sie sehen: Es ist nicht zwingend notwendig, dass Sie auf Ihnen zustehende Dividenden verzichten müssen. Substanzstarke Unternehmen sollten jetzt nicht sofort die Dividenden massiv zusammenstreichen müssen. Aus meiner Sicht wäre dies wie auch in allen anderen Zeiten ein erstes Alarmsignal.

Wenn Sie dennoch „helfen“ möchten, kassieren Sie doch einfach Dividenden und spenden diese dem örtlichen oder regionalen Krankenhaus. Automatisch allerdings müssen Sie nicht verzichten.




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