Die DAX-Familie ändert sich wieder (Teil II)

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CompuGroup – der Durchmarsch in den MDAX

Erst im vergangenen Jahr wurde die CompuGroup in den SDAX aufgenommen und nun ist sie bereits im MDAX zu finden. Darüber hinaus ist das Unternehmen noch im TecDAX gelistet.

Die CompuGroup Medical SE aus Koblenz, ein seit 1987 tätiger Softwareentwickler, konzentriert sich auf Softwarelösungen für die Gesundheitsbranche, darunter für Ärzte, Apotheken, Krankenkassen, Labors, Krankenhäuser sowie Rehabilitations- und Pflegeeinrichtungen. Das Unternehmen zählt international zu den führenden Anbietern von Software für das Gesundheitswesen.

Laut Bilanz vom 31.12.2018 waren im Konzern 4955 Mitarbeiter an 19 Standorten weltweit beschäftigt, die einen Umsatz von 717 Millionen Euro erwirtschafteten (2017: 582 Millionen Euro, 4572 Mitarbeiter). Es konnte für 2018 ein Jahresüberschuss von 92,3 Millionen Euro ausgewiesen werden (2017: 31,3 Millionen Euro).

Als Dividende je Aktie wurden 0,50 Euro ausgeschüttet (2017: 0,35 Euro).

Lange Zeit kannte die Aktie in diesem Jahr nur eine Richtung: nach Norden bis zum Allzeithoch von 74,45 Euro. Seit Beginn des Jahres verbesserte sich der Wert unterm Strich um circa 20 Prozent. Zwischenzeitlich sah es sogar noch deutlich besser aus.

Aber dann kamen die Zahlen für das zweite Quartal. Gerade die letzten drei Monate des Halbjahres waren für die Anleger erschreckend: Der Umsatz sank um 2 Prozent auf 186,6 Millionen Euro. Beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITA) betrug der Rückgang mit 37,4 Millionen Euro knapp ein Drittel. Der Konzerngewinn sank um 44,6 Prozent auf 14 Millionen Euro. Diese Ziffer beinhaltet jedoch eine Sonderbelastung, da dem ausgeschiedenen Manager Christian Teig eine aktienbezogene Vergütung von rund 7 Millionen Euro gewährt wurde. Diesen Sondereffekt herausgerechnet ergibt noch ein operatives Ergebnis von 44,3 Millionen Euro – dennoch rund 10 Millionen weniger als im Vorjahreszeitraum.

Und dann wurde auch noch eine Gewinnwarnung für 2019 laut: Aufgrund einer gescheiterten Übernahme musste das Jahresziel gesenkt werden. So wird jetzt ein Jahresergebnis beim EBITA von 175 bis 190 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Zuvor wurden 190 bis 205 Millionen Euro anvisiert. Beim Umsatz soll aber weiterhin ein Wert zwischen 720 und 750 Millionen Euro erreicht werden.

Wieder Aufwind erhielt die Aktie jedoch mit der Ankündigung eines Aktienrückkaufprogramms. Die CompuGroup Medical SE will eigene Aktien im Gesamtvolumen von 48,4 Millionen Euro (rund 1,75 Prozent des Grundkapitals) zurückkaufen. Der Rückkauf soll bis zum 31.3.2020 laufen.

Mit einer Marktkapitalisierung von 2,94 Milliarden Euro und einem aktuellen KGV von rund 30 ist die Aktie noch recht günstig bewertet.

Vielleicht sollten Kleinanleger aber trotzdem erst mal noch abwarten mit dem Einstieg. Denn trotz MDAX-Aufnahme muss die Aktie erst einmal das Vertrauen der Anleger zurückgewinnen. Schlechte Halbjahreszahlen und eine Gewinnwarnung können schließlich auch die Überfliegermentalität nicht sofort wieder ausgleichen.

Deutsche Euroshop AG

Ein Absteiger aus dem MDAX ist das Papier der Deutschen Euroshop AG. Der vormals in Eschborn und jetzt in Hamburg ansässige Immobilienkonzern ist eigentlich ein Beweis dafür, dass auch Immobilieninvestments trotz Booms des Sektors dauerhaft nicht immer die richtige Wahl sind. Die 1997 gegründete Gesellschaft hat sich ausschließlich auf Investitionen in Shoppingcenter in Europa (Deutschland, Tschechien, Polen, Österreich und Ungarn, wobei die Beteiligungen außerhalb Deutschlands an einer Hand abzuzählen sind) konzentriert. Das, was vor 20 Jahren jedoch noch ein profitables Geschäft darstellte, musste sich inzwischen der zunehmenden und stärkeren Konkurrenz des Online Shoppings stellen.

Das Unternehmen ist eine reine Dachgesellschaft, und die Zahl der Beschäftigten ist mit fünf Mitarbeitern recht übersichtlich. Der Umsatz betrug im vergangenen Jahr 225 Millionen Euro, was einer Steigerung von 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr mit 218,5 Millionen Euro entspricht. Dabei sank das Konzernergebnis allerdings auf 79,4 Millionen Euro gegenüber 134,3 Millionen Euro 2017. Trotzdem wurde die Dividende von 1,45 Euro auf 1,50 Euro erhöht. Auch für 2019 und 2020 sind weitere Dividendenerhöhungen um jeweils 0,05 Euro geplant. Die Marktkapitalisierung beträgt 1,56 Milliarden Euro.

Der Blick auf den Chart zeigt jedoch, dass die Aktie in der Vergangenheit schon einmal bessere Zeiten gesehen hat. Vom Allzeithoch 48 Euro im Jahre 2015 stürzte sie bis 2019 um mehr als die Hälfte auf ein Tief von 22,10 Euro ab, auch wenn sie sich zuletzt wieder auf rund 25 Euro erholte.

Angesichts eines deutlich über dem aktuellen Kurs liegenden Nettosubstanzwerts und einer Dividendenrendite von über 6 Prozent ist die Euroshop-Aktie aber einen Blick wert. Das sehen auch die Unternehmensinsider so, die in den vergangenen Wochen verstärkt Euroshop-Aktien gekauft haben.

Forum

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... Letzte Chance? 32,25 Euro! Ist doch der Wahnsinn!
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sensigo2  HDD 28. Feb
hier sind schon Vögel unterwegs, welche haben sogag zwei Namen. get gor ne s2
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"implodiert"  W


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