Die Aktie des Tages: TUI AG

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TUI – Kritische Lage!

Der TUI Konzern befindet sich aktuell in einer kritischen Lage. Die Kreuzfahrtbranche ist kürzlich wieder unter starken Druck geraten, da es auf einem norwegischen Kreuzfahrtschiff einen Corona-Virus-Ausbruch gab. Darüber hinaus bekommt Spanien die Pandemie, sowie die Infektionsraten nicht in den Griff. Somit hat TUI bekannt gegeben, dass Sie weiterhin das beliebte Urlaubsziel umfliegen werden. Doch nun kommt auch wieder etwas Geld in die Kassen, denn es wurde eine neue Leasingvereinbarung in Höhe von 226 Millionen US-Dollar abgeschlossen. Mehr dazu in der heutigen Ausgabe der Aktie des Tages.

Neue Leasingvereinbarung

Der Reiseveranstalter hat immense Liquiditätseinbußen inmitten der Krise hinnehmen müssen. Somit sind die geplanten Expansionspläne, sowie die Beschaffung neuer Flugzeuge in weite Ferne gerutscht. Doch nun hat der Konzern eine neue Leasingvereinbarung mit der Fluggesellschaft BOC Aviation Ltd. geschlossen. In dieser heißt es, dass TUI 5 neue Boeing 737-Max-8-Maschinen an die Gesellschaft verkauft werden. Im Anschluss mietet allerdings TUI diese Langstreckenflieger wieder zurück.

Somit wurde der immense Kostenfaktor der Neubeschaffung etwas reduziert, denn der Wert des Deals, beläuft sich auf 226 Millionen US-Dollar. Die Maschinen sollen dann im ersten Quartal des kommenden Geschäftsjahres ausgeliefert werden. Nachdem das Flugzeugmodell von Boeing seit März vergangenen Jahres 2 Abstürze melden musste, gilt für die Maschinen ein weltweites Flugverbot. Wann der Flugbetrieb hier wieder aufgenommen werden kann, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar.

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Zuvor hatte TUI bereits eine Einigung mit Boeing geschlossen. Hier wurde der Kauf von 61 Boeing 737-Max-Maschinen nach hinten verschoben. TUI will mit diesen Schritten weiterhin Liquide bleiben. Die 5 verkauften Flugzeuge fallen somit aus der „Aktiva“ raus, der Konzern zahlt stattdessen nun eine Leasingrate. Aktuell ist der Reisekonzern an der Börse Stuttgart mit 1,89 Milliarden Euro Marktkapitalisierung notiert. Zum 30.09.19 war das Unternehmen an der Börse noch 6,3 Milliarden Euro wert.

Kreuzfahrtbranche unter Druck

Dies wurde kürzlich bekannt gegeben. Denn nach einem Corona-Virus-Ausbruch auf dem norwegischen Kreuzfahrtschiff „Roald Amundsen“, hat Aida Cruises kurzfristig seine geplanten Reisen am vergangenen Wochenende verschoben. Somit wurden mehrere, im Vergleich kleine Kreuzfahrten auf der Ostsee, abgesagt, da Italien nicht die finale formale Freigabe erteilte, dass Kreuzfahrtschiffe das Land durchqueren können. Für Aida Cruises, welche ab dem 5. August wieder ablegen wollten, ist dies ein harter Rückschlag. Der Konzern hatte vor dem Corona-Ausbruch mit einem Anstieg der jährlichen Passagierzahlen von 30 auf 32 Millionen gerechnet. Das Ziel ist somit noch weiter nach hinten gerückt.

Die norwegische Reederei Hurtigruten ist zuletzt unter starken Druck geraten, da auf einem Schiff 36 Besatzungsmitglieder, sowie 5 Passagiere positiv auf Corona getestet wurden. Hurtigruten räumte direkt Versäumnisse ein und entschuldigte sich in einem öffentlichen Statement: „Wir haben versagt. Wir haben Fehler gemacht“, sagte der Konzernchef. Darüber hinaus will man zu den Versäumnissen stehen und somit das Vertrauen der Menschen wieder zurückgewinnen. Die Polizei ermittelt bereits gegen das Unternehmen, ob dieses gegen die rechtlichen Bestimmungen verstoßen hat.

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Kritisch-Spanien

Nachdem sich Spanien 3 Monate im Ausnahmezustand befunden hatte, schießen die Zahlen der Neuinfektionen nun erneut in die Höhe. Im gleichen Zuge gab TUI-England bekannt, weiterhin alle spanischen Destinationen zu umfliegen. Konkret wurden somit alle Reisen zum Festland bis mindestens 17.08. abgesagt, inmitten der Hochsaison. Ursprünglich sollten die Reisen wieder am 10.08. angetreten werden.

Analysten-Schätzungen

TUI wird am 13.08.20 die jüngsten Quartalszahlen zum 30.06. veröffentlichen. Hier rechnen 3 Analysten mit einem Ergebnis pro Aktie von -1,253 Euro. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 0,040 Euro. Die Umsatzerlöse werden von 3 Analysten auf rund eine Milliarde geschätzt. Im Vorjahreszeitraum wurden noch 4,745 Milliarden Euro umgesetzt.

TUI unterm Radar

Der Reisekonzern wurde mit am heftigsten von der Corona-Krise getroffen. So gut wie alle Geschäftsfelder sind komplett weggebrochen. Aktuell ist der Wiederanstieg der Nachfrage stark davon abhängig, ob es eine zweite Corona-Welle geben wird. Sollte dies der Fall sein, könnte sogar ein Unternehmen wie TUI pleitegehen. Dennoch ist zum Beispiel das Leasingabkommen ein richtiger Schritt in die richtige Richtung.

Alles wird darangesetzt, den Konzern am Leben zu halten. Dies schafft man nur, wenn man liquide bleibt und sich bestmöglich absichert. Zum jetzigen Zeitpunkt kann alles mit dem Reiseveranstalter passieren. Sollte sich die allgemeine Pandemie-Lage wieder entspannen, wird es spätestens zum nächsten Jahr einen wiederanstieg in der Nachfrage geben. Andernfalls, sollte sich die Lage nicht beruhigen, könnte auch ein Konzern wie TUI vor die Hunde geraten.

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TUI Forum

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cycas  @dlg Gestern
Ich danke Dir für die wirklich ausführliche und fundierte Antwort!! Für mich ist das eigene Bösenen
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dlg.  ... Gestern
Als Ergänzung: https://www.boerse-stuttgart.de/de-de/produkte/anleihen/stuttgart/a2bpfk-tui-ag-anlei
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dlg.  ... Gestern
@cycas, zu Deiner Frage: einen Großteil Deiner Frage habe ich schon in meinen vorherigen Postings hi
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