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Deutsche Telekom: Das Ding ist noch lange nicht durch!

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Der Telekom droht Widerstand – wegen einer forcierten Fusion. Dies teilte die Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires kürzlich mit. Demnach habe die EU-Kommission Bedenken aufgrund des geplanten Zusammenschlusses zwischen T-Mobile Netherlands und der schwedischen Tele2 geäußert.

Angriff auf niederländische Platzhirsche

Was war passiert? Im Dezember hatten die Telekom und der im Stockholmer Stadtteil Kista sitzende Telekommunikationskonzern Tele 2 eine Fusion ihrer beiden niederländischen Töchter angekündigt. Der deutsche Konzern soll sich an der dann zu bildenden Gesellschaft einen 75-prozentigen Anteil einverleiben. Zudem sei es angedacht, die Firma auch zukünftig unter dem Namen „T-Mobile Netherlands“ firmieren zu lassen.

Mit dem Zusammenschluss würde sich die Anzahl der Mobilfunkbetreiber im deutschen Nachbarland auf drei von ursprünglich vier schmälern. Hauptkonkurrenten der geplanten Gemeinschaftsfirma in den Niederlanden wären somit die beiden Platzhirsche VodafoneZiggo und KPN.

EU-Kommission befürchtet steigende Verbraucherpreise

Zurück zur EU-Kommission: Die Brüsseler Behörde rechne damit, dass der Deal zwischen den Deutschen und den Schweden zu höheren Verbraucherpreisen, weniger Investitionen sowie einer geringeren Auswahl führen könnte.

„Erschwingliche und hochwertige Mobilfunkdienste werden im modernen Leben immer wichtiger“, betonte Margrete Vestager, seit 2014 EU-Kommissarin für Wettbewerb, laut einer kürzlich herausgegeben Mitteilung. „Im Rahmen dieser eingehenden Prüfung wollen wir sicherstellen, dass der geplante Zusammenschluss zwischen T-Mobile NL und Tele2 NL für die niederländischen Verbraucherinnen und Verbraucher weder höhere Preise noch eine geringere Auswahl zur Folge hat“, so die dänische Politikerin weiter.

Brüssel will „ergebnisoffen“ prüfen

Die Kommission hat nun 90 Arbeitstage – also bis Mitte Oktober – Zeit, um einen Beschluss zu erlassen. Hierbei werde man das Prüfverfahren „ergebnisoffen führen“, hieß es aus Brüssel.

Ein Beitrag von Marco Schnepf

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