10.00EUR +1,01% +0,11€

Deutsche Bank: Konzernchef spricht jetzt Tacheles!

3408
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne

Mehr Inhalte zu Daimler f�r Sie:

Rückläufige Geschäftszahlen, empfindliche Verlustmeldungen, Abstufungen durch Ratingagenturen, unzählige juristische Verfahren und nicht zuletzt der sich immer weiter verschärfende Unmut der Anleger: Die Deutsche Bank muss derzeit viel einstecken. Auf den Schultern des neuen Konzernchefs Christian Sewing, der mit einer Umstrukturierung das Ruder nun endlich rumreißen soll, lastet deshalb eine gigantische Verantwortung.

Nun äußerte sich der Cryan-Nachfolger im Rahmen des am Dienstag abgehaltenen Wirtschaftstags der CDU zu derzeitigen und zukünftigen Entwicklungen der strauchelnden Bank. Dies teilte die Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires vor Kurzem mit.

Sewing sieht Deutsche Bank auf dem richtigen Weg

„Wir kommen beim Umbau unserer Bank sehr gut voran“, sagte Sewing vor hochkarätigen Politikern und Unternehmern. Dem Konzernboss gehe es vor allem um die „nachhaltige Profitabilität der Deutschen Bank“. Hierbei sehe er das Institut durch die jüngsten Ratings „nicht unfair bewertet“, da die Profitabilität tatsächlich gelitten habe. „In dem Moment, wo wir wieder nachhaltig Erträge, und zwar nicht nur im Gewinn vor Steuern, sondern auch im Gewinn nach Steuern zeigen, wird sich das dann auch irgendwann bei der Bewertung zeigen“, betonte Sewing.

Der Anfang April als CEO eingesetzte Manager setzte zudem Geldinstitute mit einem wirtschaftlichen „Herz-Kreislauf-System“ gleich, das in Deutschland allerdings schwach sei. „Die Deutsche Bank steht zu ihrem internationalen Auftritt und zu ihrer internationalen Ausrichtung. Unser globaler Anspruch wird unter meiner Führung nicht zur Debatte stehen“, so die Klarstellung Sewings.

Europas Finanzwirtschaft müsse stärker zusammenhalten

Im Hinblick auf Europa verlangte der ausgebildete Bankkaufmann mehr Zusammenhalt. „Brüssel, Paris, Rom und Berlin müssen an einem Strang ziehen“, forderte er. So könne die EU ohne eine Kapitalmarktunion nicht die Möglichkeiten ausschöpfen, die sich aus dem Brexit ergäben. „Wir zählen zu den größten Exportnationen der Welt, aber importieren immer mehr Finanzdienstleistungen“, kritisierte Sewing.

Um der Fragmentierung der kleinteiligen Bankenlandschaft entgegenzuwirken, sei eine Konsolidierung vonnöten, für die man sich nun in Stellung bringen wolle. „Dafür müssen wir die Voraussetzungen schaffen“, konstatierte der Manager, der für die nächsten zwölf Monate deshalb mit einer großen Arbeitsbelastung rechne.

Konzernchef gesteht auch Versäumnisse ein

Übrigens: Sewing räumte auch Versäumnisse ein. So stehe es außer Frage, dass die Deutsche Bank Fehler gemacht habe. Demnach habe das Geldhaus den Heimatmarkt nicht immer wie eigentlich erforderlich im Fokus gehabt. Zudem habe man wichtige Kontrollen vernachlässigt und hierfür hohe Strafen entrichten müssen.

Aktuelle Video-Analyse von Deutsche Bank:


Die Welt spaltet sich wieder und Deutschland auch

Die Wende von 1989 und die darauf folgende Wiedervereinigung kamen schnell und für viele überraschend....

Spekulanten und Trader nehmen die Preise für Gold und Silber in Geiselhaft

Die Preise, die wir für Waren und Dienstleistungen bezahlen, sind nicht statisch, sondern unterliegen einem...

Wer A sagt, muss auch B, wie Bargeldverbot, sagen

Stark negative Zinsen sind nur durchsetzbar, wenn es den Anlegern an geeigneten Fluchtwegen mangelt. Nur...
Text vorlesen

Videos