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Der Orient Express – ist hier ein lukratives Übernahmeangebot am Andampfen?

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Weltberühmt durch Romane und Kinofilme, gibt es weltweit wohl kaum einen bekannteren Inbegriff des Luxusreisens als den Orient Express.

Heute wieder als rollendes Fünf-Sterne-Hotel im Einsatz, konkurriert der geschichtsträchtige Zug mit praktisch gleichsam bekannten Hotels. Zur gleichen Kategorie an legendären Unterkünften gehören z.B. auch das Hotel Cipriani in Venedig, das Copacabana Palace in Rio de Janeiro, Reid’s Palace auf Madeira oder das Mount Nelson Hotel in Kapstadt.

Unglaublich, aber wahr: All diese Namen sind heute unter dem Dach einer einzigen Hotelholding vereint!

Die an der New Yorker Börse notierte Belmond Ltd. (Tickerkürzel: BEL) hat Jahrzehnte gebraucht, um die heutige Unternehmensgruppe durch mühsame Einzelakquisitionen aufzubauen. Über Belmond kann man sich einen Anteil an 46 Reiseerlebnissen der Spitzenklasse kaufen, darunter mehrere Luxuszüge sowie primär natürlich Hotels. Bis 2014 firmierte die Gesellschaft noch als Orient Express Ltd., dann aber entschloss man sich zu einem neutralen Namen, um dem breitgefächerten Portfolio gerecht zu werden.

Bei einem Aktienkurs von $18.40 ist die Belmond-Aktie gegenwärtig deutlich billiger als eines der raren Tickets für den Orient Express. Und während Letzteres unter der Kategorie Luxuskonsum rangiert, fällt Ersteres in die Kategorie clevere Investments.

Gleich verrate ich Ihnen, wieso…

Belmond stellt sich selbst zum Verkauf

Wenn ein Aufsichtsrat ankündigt, eine “Prüfung strategischer Optionen” durchzuführen, ist das ein Codewort für: “Wir stehen zum Verkauf, schickt uns bitte Eure Angebote.”

Nachdem die Unternehmensleitung im Jahr 2013 ein Übernahmeangebot aus Indien ablehnte, hat man sich nun eines Besseren besonnen. Offenbar gehen die gegenwärtigen Manager und Großaktionäre davon aus, dass der richtige Zeitpunkt gekommen ist, um vom guten Marktumfeld für “Trophy Assets” Gebrauch zu machen.

Goldman Sachs leitet mittlerweile einen offiziellen Bieterprozess. Die Namen der Bieter, die gegenwärtig im Rennen sind, sind zwar streng geheim. Durchgesickert ist jedoch, dass darunter u.a. die Hotelgruppen Hyatt und Hilton Worldwide Holdings sowie die beiden Private Equity Häuser Blackstone Group und KKR sein sollen.

Vermutlich wird sich auch der ein oder andere nationale Vermögensfonds oder private Milliardär unter den Bietern befinden. Wenn Sie beliebig viel Geld hätten und nach einem der Reputation zuträglichen Hobby suchten, würden Sie nicht auch eine Luxushotelkette kaufen?

Wie hoch fällt die Trophäenprämie aus?

Offiziell gingen die Gebote bei $1,8 Mrd. los. Das hätte bei 102.959.000 ausstehenden Aktien einem Kaufpreis von $17,49 entsprochen.

Als diese Information bekannt wurde, schoss der Kurs von $11 auf zunächst rund $16. Seither ist die Aktie weiter geklettert, auf zuletzt $18,40. Damit wird die Gesellschaft derzeit mit $1,92 Mrd. bewertet, also deutlich über dem anfänglich ausgerufenen Preis von $1,8 Mrd.

Ganz offensichtlich erwartet der Markt, dass sich mehrere Bieter gegenseitig überbieten und am Ende deutlich mehr als $1,8 Mrd. herausspringen werden.

Nachdem ich sozusagen meine eigenen Ohren auf die Gleise gelegt habe, hörte ich aus Branchenkreisen, dass das Unternehmen letztlich bei deutlich über $2 Mrd. über den Tisch gehen sollte. Der Aktienkurs deutet dies ja eigentlich auch bereits an. Auch ohne Branchenkenntnisse oder sonstiges Geheimwissen kann man sich leicht ausmalen, dass am Ende ein höherer Preis herauskommen dürfte.

Ich würde derzeit auf einen finalen Preis in der Spanne zwischen $2,2 Mrd. und $2,5 Mrd. wetten. Dies entspräche einem Aktienkurs zwischen $21,37 und $24,20, entsprechend einem Aufschlag gegenüber dem jetzigen Kurs von 16% bis 31%.

Dieser Preis wäre dann zwar gemessen am zuletzt relativ niedrigen Gewinn der Gruppe ziemlich hoch. Aber Trophäen kosten eben ihren Preis. Insbesondere dann, wenn man sie gleich im Dutzend kaufen will.

Investieren macht umso mehr Spaß, wenn man die Produkte versteht

Zwar kann niemand ausschließen, dass es nicht doch noch irgendwelche Überraschungen gibt, die zu anderen Ergebnissen führen. Insgesamt erscheint hier jedoch einmal wieder ein klassischer Fall vorzuliegen, in dem einem relativ geringen Risiko eine attraktive Chance gegenübersteht. Zumal die Angelegenheit nicht mehr lange auf sich warten lassen dürfte. Der Bieterprozess dürfte noch vor Jahresende zu seinem Ende kommen.

Auf Übernahmearbitrage-Opportunitäten wie diese habe ich ja bekanntlich seit jeher ein Auge. Vorteil ist auch: Die Aktie wird relativ liquide gehandelt.

Umso schöner, dass man hier gleich auch das Produkt versteht. Und um die Sache noch abzurunden, falls mit Belmond-Aktien Geld zu verdienen ist, hat man auch gleich eine gute Entschuldigung, den nächsten Urlaub zu buchen…

Swen Lorenz

Undervalued-Shares.com

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