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Der Feind in der Regierung: Das Märchen von der Abgeltungsteuer

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Liebe Leser,

die Diskussionen um Steuererhöhungen werden in diesem Land kein Ende mehr nehmen. Die amtierende Regierung plant schon wieder, die angeblich so „vermögenden“ Investoren abzukassieren. Aktuell geht es um die Klimaabgaben, aber auch um die Finanzierung der „Grundrente“.

Dabei lügt sie – dieses Wort muss ich leider so offen aussprechen – schon bei der sogenannten Abgeltungsteuer. Die Abgeltungsteuer beträgt 25 % auf in der Regel „realisierte“ Gewinne (die Fondsbesteuerung ist komplizierter, hier kassiert der Fiskus schon bei nicht-verkauften Positionen ab, um die Steuern einzutreiben). Dazu zahlen Sie den Solidaritätszuschlag in künftig unbekannter Höhe und die Kirchensteuer, sollten Sie in der Kirche sein.

Mehr als 40 % Vermögensverlust

Machen wir es einfach: Ich behaupte, Sie werden in jedem Fall bei positiven Renditen stets mehr als 40% Ihrer Gewinne verlieren. Und dies nur an den Staat und dessen absurde Tätigkeiten. Warum?

Vergessen Sie die Inflationsrate nicht. Selbst, wenn die Inflationsrate offiziell lediglich 1 % beträgt, dann wird diese bei der Gewinnberechnung nicht berücksichtigt. Schaffen Sie also beispielsweise eine Rendite von 3 % (dies dürfte mit den meisten Anlageformen nicht mehr möglich sein, wie Sie leider wissen), dann bleiben netto nach dieser Inflationsrate nur noch 2 % Kaufkraft-Gewinn übrig. Sie zahlen aber bereits knapp 30 % Abgeltungsteuer plus Zuschläge – dies jedoch auf die genannten 3 % Bruttogewinn. Das heißt, Sie verlieren ungefähr weitere 0,95 %-Punkte an das Finanzamt. Von 2 % Nettorendite müssen Sie also 0,95 %-Punkte an den Staat abführen. Der Verlust beträgt tatsächlich annähernd 50 %.

Die Inflationsrate ist allerdings in der Regel sogar offiziell höher. Die Verluste durch die Abgeltungsteuer beschleunigen sich noch, ohne dass irgendjemand dies thematisieren würde. Ab Inflationsraten von 2 %, die unsere Europäische Zentralbank EZB sogar anstrebt, werden Sie dank der Abgeltungsteuer sogar bei positiven Renditen im Durchschnitt draufzahlen. Am Ende steht, dass Sie die Abgeltungsteuer um jede Verdienstchance bringt. So weit zur sogenannten „Steuerehrlichkeit“ unserer Regierung.

Ein weiterer Punkt: Die Abgeltungsteuer ist nur deshalb für die Regierung nicht durch die Einkommensteuer-Sätze zu ersetzen, weil bereits auf Unternehmensebene Steuern von „Ihren“ Gewinnen abgezogen werden. Der Tarif mit 25 % Abgeltungsteuer ist also nicht etwa günstig, sondern von den Gewinnen einer Aktiengesellschaft zahlen Sie insgesamt weit über 40 % an Steuern. Unabhängig davon, wie hoch Ihr persönlicher Einkommensteuersatz ist.

Die Regierung hat es allerdings geschafft, über diesen Sachverhalt in nahezu allen Medienberichten hinweg zu täuschen. Es sieht immer noch so aus, als seien Finanzinvestoren und private Sparer quasi die Goldesel, die gemelkt werden dürften. Und dennoch gibt es keine Alternative: Sie müssen in dieser Gesellschaft angesichts der Euro-Schwäche einfach hochrentabel anlegen.

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