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Der Druck und die grünen Aktien (Teil II)

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Der Ersatz für Atom- und Kohlestrom soll in Deutschland nach dem Willen der Politik aus der Windenergie und Solarenergie sowie anderen alternativen Energieformen (Erdgas, Wasserkraft, Biomasse etc.) kommen. Schauen wir uns deshalb dazu Aktien aus einigen Feldern der nachhaltigen Industrie an.

Chinesischer Druck auf die deutsche Solarindustrie

Die Solarindustrie hat in der Vergangenheit „Sekt-oder-Selters-Phasen“ durchlebt. Wir erinnern uns an Zeiten, als an den Produkten der deutschen Hersteller niemand vorbeikam. Die Kurse der bekannten Solarworld AG und anderer deutscher Solarunternehmen feierten an den Börsen immer neue Höchststände. Doch leider mussten wir auch den Niedergang der deutschen Solarindustrie, hervorgerufen durch die subventionierte Billigkonkurrenz aus Fernost, miterleben. Auch das Solarworld-Unternehmen schrieb hier nach dem Aufschwung leider durch einen Abschwung Geschichte bis hin zur Insolvenz und damit der Einstellung der Produktion im September 2018.

Nach den Krisenjahren hat sich die Branche im vergangenen Jahr aber nun endlich wieder mit positiven Zahlen zurückgemeldet. Mit neu installierten Fotovoltaik-Anlagen von 3 Gigawatt wuchs der Markt 2018 um fast 70 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Und auch für 2019 werden zweistellige Wachstumsraten erwartet.

Der deutsche Solarmarkt boomt also wieder. Unbeschadet überstanden hat er die letzten Jahre allerdings nicht. Nachdem 2012 die üppigen Subventionen massiv gekürzt worden waren, brach der Markt erst einmal ein. Wo 2010 noch über 133 000 Menschen einen Arbeitsplatz in der Fotovoltaik-Branche fanden, sind es jetzt gerade mal noch 35 000 Beschäftigte.

Für die deutsche Solarmodul- und Zellenproduktion kommt der derzeitige Boom der heimischen Industrie freilich zu spät. Etwas Wehmut schwingt bei der Erinnerung an die glorreichen Zeiten der einst 16 börsennotierten deutschen Unternehmen mit, die in der Solarindustrie tätig waren. Gerade einmal drei Unternehmen davon blieb die Insolvenz erspart. Nach einer radikalen Schrumpfkur ist der Markt nahezu auf ein Fünftel seiner einstigen Größe geschmolzen.

SMA Solar

Verbliebene Weltkonzerne wie der hessische Wechselrichterhersteller SMA Solar zeigen sich trotz des weltweiten Solar-Booms jedoch nicht gerade in bester Verfassung. Der Einbruch des chinesischen Marktes nach einer unerwarteten Förderkürzung der Regierung in Peking macht dem Unternehmen schwer zu schaffen. Die Halbjahreszahlen 2019 sprechen eine deutliche Sprache. Der Absatz der Fotovoltaik-Wechselrichter ging im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 4,3 auf etwa 4,0 Gigawatt zurück.

Dabei ist der Umsatz um 8,1 Prozent auf 362,7 Millionen Euro gesunken, was vor allem am schwachen Projektgeschäft gelegen hat. Denn im Bereich privater Fotovoltaik-Dachanlagen hat SMA nach eigenen Angaben dagegen eine deutliche Umsatzsteigerung von mehr als 20 Prozent erreichen können. Das operative Ergebnis (EBIT) verschlechterte sich wesentlich gegenüber dem ersten Halbjahr 2018. Damals erreichte SMA einen Gewinn von fast 14,7 Millionen Euro; diesmal steht ein Verlust von 14,4 Millionen Euro in den Büchern. Im zweiten Quartal 2019 lag der EBIT-Verlust der Veröffentlichung zufolge bei knapp 3,7 Millionen Euro bei einem Umsatz von rund 195 Millionen Euro. Wie das Unternehmen verlauten ließ, wird sich die Lage im zweiten Halbjahr aber wieder bessern. Der Auftragsbestand wird zum Ende des ersten Halbjahres mit 818,7 Millionen Euro beziffert, wovon 453,1 Millionen Euro auf das Produktgeschäft entfielen. Für das Gesamtjahr wurden die Umsatzprognosen von 800 bis 880 Millionen Euro und einem Ergebnis von 20 bis 50 Millionen Euro bestätigt. Bei einer aktuellen Marktkapitalisierung von circa 900 Millionen Euro bewegt sich der Kurs der Aktie seit Beginn des Jahres nach holprigem Start zwischen 15 und 27 Euro, wobei zuletzt eine durchaus positive Tendenz auszumachen ist. Die Dividende von 0,25 Euro für das Jahr 2018 kann nur bedingt über sonnigere Zeiten bei dem Solarkonzern hinwegtrösten.

Zu den weltweit größten zehn Solarmodulherstellern zum 31.12.2018 gehört nur ein deutsches Unternehmen. Leider ist die deutsche Talesun Solar GmbH auf dem neunten Platz nicht an der Börse gelistet.

Auffallend ist die Dominanz der Chinesen in diesem Sektor: Die ersten vier Plätze in der Statistik belegten chinesische Unternehmen. Dass sich an der Vorherrschaft chinesischer Fotovoltaik-Unternehmen in den nächsten Jahren etwas ändern wird, darf bezweifelt werden, denn die Produktionszahlen der weltweit größten Fotovoltaik-Hersteller boomen angesichts der Nachfrage inner- und außerhalb Chinas weiterhin.

Investitionen in Solarhersteller aus dem Reich der Mitte sind trotz aller rosigen Zukunftsaussichten, die schon längst mit verbesserter Qualität der produzierten Solarmodule einhergehen, jedoch mit Vorsicht zu genießen. Wir wissen im Augenblick nämlich nicht, wie sich der Handelskrieg zwischen den USA und China noch weltweit auswirken wird. Und auch die Frage, wie hoch der reale Schuldenstand der beteiligten Firmen ist, bleibt im Dunklen.

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