Der „Crash“ von Lebensversicherungen, Banken und Wirecard

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Liebe Leser,

vor Tagen las ich eine Meldung, die leider wieder untergegangen ist. Der Preis, den wir für die seit über 10 Jahren niedrigen und niedrigsten Zinsen und nun für den wirtschaftlichen Lockdown zahlen, ist immens hoch. Kaum jemand spricht offen darüber, aber es sieht so aus, als sollten Banken und Versicherungen in Deutschland (übrigens auch Versorgungskassen für freie Berufe) immer stärker in die Bredouille geraten. Die niedrigen Zinsen zerstören die Margen, die Rückzahlungsfähigkeit der Darlehensnehmer sinkt dramatisch und schließlich sind die Lebensversicherungen auch kaum noch in der Lage, die Garantiezinsen ihrer Verträge zu halten. Was kommt auf uns alle zu?

Forscher glauben an Bankenkrise – 28 % in Gefahr

Ökonomen des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung in Halle (IWH) sehen aufgrund des Konjunktureinbruches, verursacht durch die Corona-Krise, eine Bankenkrise in Deutschland heraufziehen. Zahlreiche Unternehmen würden in die Insolvenz schlittern, womit die Darlehen selbst bei bestem Willen schlicht nicht mehr bezahlt würden. Opfer wären nicht nur Gläubiger aus der freien Wirtschaft, sondern auch Sparkassen, Privat- und Genossenschaftsbanken. Die Bankinstitute haben derzeit Forderungen in dreistelliger Milliardenhöhe.

Das Szenario ist beträchtlich: Selbst bei sehr gutem Verlauf der Erholung würden zumindest gut 6 % der Bankinstitute in Gefahr sein. Wenn die konjunkturelle laute noch über Monate bliebe, seien 28 % der Geldhäuser in Gefahr. Ich persönlich halte diese Variante für deutlich wahrscheinlicher.

Die Automobilindustrie meldete jüngst, dass die Produktionszahlen seit 1975 (!) nicht mehr so schlecht waren wie aktuell. Die Automobilindustrie ist aber wohl einer der Konjunkturmotoren schlechthin.

Fallen die Darlehensrückzahlungen aus, belastet dies nicht einfach nur die Bilanzen der Geldhäuser. Dann greifen gesetzliche Regelungen. Der Gesetzgeber schreibt vor, dass das Verhältnis zwischen Eigenmitteln und der gesamten ausstehenden Kreditsumme nicht auf unter 6 % fallen dürfe. Ansonsten drohen Zwangsmaßnahmen bis hin zur Abwicklung. Möglich, dass dann der Staat – wieder einmal – einspringt, wie 2008 bei der Commerzbank.

Die Folgen wären diesmal dramatisch: Wenn der Staat sich an solchen Instituten beteiligt, wird deren künftige Kreditvergabe eingeschränkt – zwangsweise. Sofort stünde die Wirtschaft vor einem Finanzierungsdilemma, auch wenn der Staat versucht, einen dreistelligen Milliardenbetrag zur Rettung vor der Corona-Krise in den Markt zu pumpen. Das Fazit des Präsidenten des Forschungsinstitutes IWH, Reint Gropp, ist bedenklich:

„Selbst wenn es für die deutsche Wirtschaft sehr gut läuft, halten wir eine neue Bankenkrise für wahrscheinlich. Das wiederum erhöht die Gefahr einer zweiten Rezession.“

Das heißt aus meiner Sicht: Die Wirtschaft wird sich wie erwartet in keinem Fall schnell erholen – auch wenn wir uns dies alle so sehr wünschen. Die Entlockerung alleine hilft nicht, zudem geht sie zu langsam voran. Die Kapazitäten etwa in der Reiseindustrie oder in der Unterhaltungsindustrie (Stichwort: Events, Kino, Sport) werden in keiner Weise ausgenutzt.

Zunächst aber würde ich auf jeden Fall Aktien von Bank-Instituten und auch von Zahlungsdienstleistern (wie früher Wirecard) meiden. Die werden sich auf keinen Fall der Krise entziehen.

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