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Der Brexit kommt – und diesmal wird es teuer…

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Der „Brexit“ in Großbritannien schien fast vergessen. Durch die Diskussionen um die EU-Parlamentswahl, neue Koalitionen im EU-Parlament, um Angela Merkel, Annegret Kramp-Karrenbauer, Ursula von der Leyen und Christine Lagarde haben wir vergessen, dass die Briten zum 31. Oktober aussteigen werden. Der neue Premier Boris Johnson ließ wissen, dass dies entweder mit einem neuen „Deal“ zwischen Großbritannien und der EU oder ganz ohne „Deal“ passieren werde. Glauben wir dem Mann. Dies ist die einzige Legitimation, deretwegen der jetzt im Amt ist.

„No deal“: Großbritannien ist besser dran…

Großbritannien gilt stets als der große Verlierer des Austritts. Das ist wohl zum Teil eher ein Ammenmärchen. Die Briten wären nicht mehr in das EU-Regelwerk eingebunden. Die Folge wäre, dass sie sowohl Zölle wie auch Steuern neu regeln könnten, ohne jemanden zu befragen. Laut Welthandelsorganisation müssen sie zwar allen gegenüber die gleiche Zollpolitik fahren, jedoch auch dann könnte der Wettbewerbsvorteil groß sein.

Stellen Sie sich vor, Großbritannien würde plötzlich deutlich weniger Zölle auf die chinesischen Produkte erheben als etwa die EU. Wo würden sich die großen Handelsplätze entwickeln? In London, in Manchester oder in Sheffield? Wir wissen zwar nicht genau wo, aber die Attraktivität Großbritanniens als Drehscheibe für die chinesische Wirtschaft wäre möglicherweise umwerfend.

Auch die Steuerpolitik könnte sich sehen lassen: Stellen Sie sich vor, plötzlich gewährten die Briten Amazon, Google, Microsoft und Co. Mini-Zinsen auf die Unternehmensgewinne? Plötzlich würden die US-Giganten – angeblich – zahlreiche Geschäfte von der Insel aus einfädeln.

Und stellen Sie sich vor, die Briten würden für die USA nicht mehr als „ein“ Brückenkopf in die EU, sondern als ernstzunehmender Handelspartner (gefördert auch durch die Anfänge der USA im 18. Jahrhundert als britische Kolonie) begriffen. Großbritannien könnte ein Bollwerk im Kampf um die eurasische Region sein, die so heiß umkämpft ist, dass die Nato kurz vor Russland (in der Ukraine) steht und die US-Amerikaner in den Gewässern vor China schwimmen. Stellen Sie sich vor, die USA würden ihr Gas „gefroren“ vor allen in Großbritannien unterbringen und dort verarbeiten. Eine Milliardendrehscheibe direkt gegen die Interessen Russlands mit dem Nordsee-Nord-Stream-2-Projekt.

Die Briten könnten sogar darauf hoffen, dass ihr Pfund auf dem internationalen Devisenmarkt eventuell durch Stützungskäufe der Fed, der US-Zentralbank, wieder aufwerten würde – gegenüber dem Euro. All dies läge nicht mehr in der Hand der EU und ihrer Regeln – deshalb freuen sich die Märkte derzeit über die Option, dass bald alles schnell vorbei sein kann.

Der teure Brexit hilft Ihnen also ggf. mit den genannten britischen Aktien ohnehin. Astra Zeneca, BAT sind gute Beispiele. Wie die deutschen und die EU-Aktienmärkte auf den bevorstehenden Austritt kurzfristig reagieren werden – wir werden es sehen. Ich fürchte, hier wird es problematisch.

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