Comdirect Aktie: Wie ist die Lage?

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Bekanntlich will die Commerzbank ihre börsennotierte Tochter sozusagen wieder unter die eigene Fittiche nehmen. Aus Sicht der Commerzbank sieht die Vorgehensweise übrigens völlig nachvollziehbar aus – dass das aber manche Comdirect-Aktionäre eher verärgert, finde ich ebenfalls verständlich.

Dazu der Blick auf die Eckdaten: Die Commerzbank hatte ihre Tochter Comdirect noch zu Zeiten des Neuen Marktes (R.I.P.) zu 31 Euro pro Stück an die Börse gebracht. Damals lief es noch gut am Neuen Markt, und so manche Neuemission brachte den Zeichnern schöne Gewinne. So auch damals: Der erste Kurs lag direkt bei 38 Euro und damit deutlich über dem Emissionskurs. Es war keine schlechte Idee, damals direkt zu verkaufen.

Denn die Notierung der Comdirect-Aktie kam im Laufe der Jahre deutlich zurück. So stand die Aktie im Zuge der Finanzkrise im Jahr 2009 zwischenzeitlich bei unter 6 Euro.

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Nun, rund 19 Jahre nach dem Börsengang, will die Commerzbank die Comdirect Aktien zurückkaufen und bietet 11,44 Euro je Aktie. Wie gesagt: Damals wurden die Aktien zu 31 Euro pro Stück gekauft. Nettes Geschäft – für die Commerzbank.

Die Commerzbank knüpft das Angebot an die Bedingung, dass eine Mindestannahmequote von 90% erreicht wird. Das ist durchaus wahrscheinlich, denn die Commerzbank hält laut einer Meldung der Comdirect bereits 82,31% der Comdirect-Aktien. Doch sicher ist es noch nicht, dass die 90%-Schwelle erreicht wird.

Denn es könnte auch sein, dass die freien Aktionäre das Angebot nicht annehmen, da sie es für zu niedrig halten. Schließlich lief es zuletzt im operativen Geschäft der Comdirect offensichtlich recht gut.

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Erst gestern (Dienstag 8. Oktober) gab es dazu eine Mitteilung des Unternehmens. Umsatzwarnung, Gewinnwarnung, wie bei so einigen Unternehmen derzeit? Mitnichten! Hier war das Gegenteil der Fall. Nach einem „deutlich gesteigertem Konzernergebnis vor Steuern im 3. Quartal 2019“ hat die Comdirect ihr Ergebnisziel für das Gesamtjahr angehoben.

Und zwar sollen es im Gesamtjahr auf Konzernebene nun mehr als 185 Mio. Euro Ergebnis vor Steuern werden. Zum Vergleich: Bisher lag die Prognose bei „mehr als 170 Mio. Euro“.

Das „starke vorläufige Ergebnis vor Steuern“ im 3. Quartal 2019 ist der Grund für diese Anhebung der Prognose, wie die Comdirect mitteilte.

In den vorigen Jahren wuchs die Comdirect bekanntlich recht stark, was indes zu Lasten der Profitabilität ging. Ist nun der Zeitpunkt erreicht, wo zunehmend „geerntet“ werden kann, was zuvor „gesät“ wurde? Und kommt deshalb die Commerzbank nun wieder angeschlichen, um zum günstigen Kurs die Comdirect zurückzukaufen, um nach Erreichen der 90%-Schwelle die restlichen Aktionäre herauszudrängen (squeeze-out)? Werden vielleicht deshalb viele Aktionäre auf das Angebot mit „nein“ antworten bzw. es nicht annehmen? Abwarten, wie das Erwerbsangebot der Commerzbank ausgehen wird!

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Von Nordasia hatte ich auch mal
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danke fpür den Tipp, warum würdest du das empfehlen?
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Klarstellung
Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, diese Aktie zu verkaufen oder zu kaufen. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld - verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine.

Zum Autor
Michael Vaupel, Diplom-Volkswirt und Historiker (M.A.), Autor mehrerer Fachbücher. Seine Einstellung: „Gewinn um jeden Preis verachte ich. Natürlich möchte ich Gewinner-Investments und profitable Trades empfehlen. Doch keineswegs solche, welche die Umwelt oder die Gemeinschaft schädigen.“ Sein Finanzblog ist lesenswert: http://www.ethische-rendite.de