Bitcoin (BTC) und Co: Ein Tief fehlt noch oder die Ruhe vor dem (Gipfel)Sturm!

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Letzten Mittwoch schrieb ich an dieser Stelle, dass der Weltleitindex Dow Jones Industrial Average (DJIA) mehr als -6% in nur zwei Handelstagen aufgrund des Coronavirus verloren hat. Dies muss ich heute ein wenig korrigieren. Erstens weiteten sich die Kursverluste bis Ende der Woche deutlich aus, am Ende waren es mehr als -12%. Zum Anderen glaube ich persönlich nicht, dass daran nur der Coronavirus Schuld ist.

Ja, der Coronavirus hat zunächst die chinesische Volkswirtschaft nahezu zum Erliegen gebracht und hat sich inzwischen auf Welttournee begeben. Allerdings ist dieser Virus bei weitem nicht so gefährlich, wie man vielleicht glauben mag. So liegt die Sterblichkeitsrate bei einer Infektion mit dem Virus in der Gruppe der 0- bis 49jährigen bei nur 0,2% und weniger. Gefährdet sind durch diesen Virus also „nur“ ältere Menschen oder Menschen mit Vorerkrankungen – und natürlich insbesondere ältere Menschen mit Vorerkrankungen.

Insofern steht außer Frage, dass die Maßnahmen zur Eindämmung dieses Virus in letzter Konsequenz die Weltwirtschaft belasten werden. Insofern ist es auch durchaus richtig, wenn die Anleger an den Aktienmärkten dies einpreisen. Aber so gravierend sollten die Auswirkungen dann doch nicht sein, als dass die US-Aktienmärkte in wenigen Tagen rund 1/6 ihrer Marktkapitalisierung abgeben müssten. Entweder die Anleger haben hier in Angst und Panik massiv übertrieben. Oder…

Ja, was denn oder? Eins kann man dem Coronavirus nicht absprechen. Er belastet nicht nur nahezu jede einzelne Volkswirtschaft, sondern das auch noch synchron. Dies wiederum dürfte für einen synchronisierten Abschwung der Weltwirtschaft sorgen. Da die meisten Volkswirtschaften jedoch ohnehin nur noch ein eher homöopathisches Wachstum aufwiesen, dürften viele sogar in eine Rezession stürzen. Letztlich droht uns somit eine globale Rezession, wie wir sie zuletzt im Zuge der Finanzkrise 2007/2008 hatten.

Anders als seinerzeit haben jedoch die meisten Regierungen und Notenbanken inzwischen ihr Pulver verschossen, so dass es anders als damals kaum noch zu großen Rettungsmaßnahmen kommen kann. So liegt der Leitzins in Japan oder der Eurozone schon bei Null oder im negativen Terrain. Und selbst die US-Notenbank Federal Reserve (Fed), die gestern überraschend ihren Leitzins senkte, ist bald mit ihrem Latein am Ende.

Der Bitcoin (BTC) war die Antwort Satoshi Nakamotos auf die Finanzkrise

Uns droht also nun ein ähnliches Szenario wie seinerzeit 2007/2008. Und wie wir alle wissen, war die Erschaffung des Bitcoin (BTC) – als „Mutter aller Kryptowährungen“ – die Antwort von Satoshi Nakamoto auf die damalige Finanzkrise. Insofern ist es schon ein wenig erstaunlich, dass Bitcoin (BTC) und Co. zuletzt nicht von der heraufziehenden neuen Krise profitieren konnten. Ich denke jedoch: noch nicht!

Denn schaut man sich andere Assets, die in Krisen normalerweise steigen, etwas näher an, so stellt man schnell fest, dass auch diese noch nicht oder nur kaum reagiert haben. So schossen die Edelmetalle Gold und Silber zwar kürzlich nach oben, gaben aber anschließend zum Teil wieder deutlich nach. Erst die überraschende Leitzinssenkung der Fed beflügelte diese Assets dann wieder.

Dabei hat diese Kursentwicklung auch sehr gute Gründe. Denn grundsätzlich ist das Problem unserer heutigen Welt, dass wir eine zu hohe Verschuldung aufweisen. Ergo kommt es im Zuge einer Krise – auch das hatten wir 2007/2008 schon – zu einem sogenannten Deleveraging, also einem Abbau der Schulden. Schulden kann man jedoch nur mit Geld (Cash) abbauen.

Ergo ist es durchaus logisch, dass Anleger, die zu hoch verschuldet sind, ihre Assets versilbern. Denn nur dadurch erhalten sie Cash, was sie dann wiederum zum Schuldenabbau einsetzen können. Im Zweifel muss man daher eben auch Gold und Silber oder Kryptowährungen wie den Bitcoin (BTC) kurzfristig veräußern. Lassen Sie sich daher als Krypto-Anleger nicht ins Bockshorn jagen.

Kryptowährungen konsolidieren ihre vorherige Kursrally weiter aus…

Vergessen Sie nicht, dass die Kryptowährungen zuvor schon eine schöne Kursrally hingelegt haben. Diese Kursrally wird nun, schon seit einigen Wochen, auskonsolidiert. Dies kann man sehr gut daran erkennen, dass es zuletzt nicht mehr abwärts, sondern eher seitwärts ging. Insofern deutet die charttechnische Verfassung des Krypto-Marktes auf bald wieder beziehungsweise weiter steigende Kurse hin.

Allerdings ist die Stimmung der Anleger („Sentiment“) derzeit einfach noch zu positiv. So fehlt es den Krypto-Investoren schlicht und einfach noch ein wenig an Angst. Einer Angst, die man zuletzt – nach vorheriger Euphorie – an den Aktienmärkten durchaus schon beobachten konnte. Um diese Angst zu erzeugen, könnte es daher durchaus nochmal einen letzten Rücksetzer („Downer“) bei Bitcoin (BTC) und Co. kommen.

Ich gehe also ganz konkret davon aus, dass beispielsweise der Bitcoin (BTC) nochmal in Richtung 8.000 US-Dollar oder leicht darunter ausverkauft werden könnte. Dies wäre dann meines Erachtens die (Nach)Kaufgelegenheit. Denn im Mai, also in rund zwei Monaten, steht bekanntlich das nächste Bitcoin-Halving an. Wobei man in der Vergangenheit stets beobachten konnte, dass es im Zuge eines Halving erst einmal abwärts ging.

Schließlich wird durch ein Halving der Reward, also die Belohnung, der Miner halbiert. Dies führt kurzfristig oftmals zu einem Rückzug von Minern und somit einem Einbruch des Hashrate und damit des Kurses. Anschließend erholen sich dann Hashrate und Kurs parallel. Kommt es dieses Mal wieder so, würde auch das für einen kurzfristigen Sell Off sprechen. Seien Sie darauf vorbereitet – und greifen Sie zu!



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