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Baumot Group: Interview mit CTO Stefan Beinkämpen auf der Münchener Kapitalmarkt Konferenz (mkk) 2019

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Sehr geehrter Herr Beinkämpen, Sie sind der Technikchef (CTO) der Baumot Group, der früheren Twintec. Ihr Unternehmen war zuletzt in aller Munde, da an der Börse darüber spekuliert wurde, dass Ihr Unternehmen den Abgasskandal/Dieselskandal „lösen“ könnte. Stellen Sie unseren Leserinnen und Lesern Ihr Unternehmen aber vielleicht erst einmal kurz vor, ehe wir dann auf die Abgasproblematik zu sprechen kommen.

Antwort von Stefan Beinkämpen: Nun, wir sind ein Unternehmen, dass sich in erster Linie mit sauberer Luft beschäftigt. Saubere Luft ist natürlich grundsätzlich für alle Menschen wichtig. Unsere Angebote richten sich jedoch gezielt an Fahrzeughalter, Flottenbetreiber und andere Anwender bzw. Nutzer von Dieselmotoren. Beispielsweise fahren Busse in verschiedenen europäischen Städten – wie Berlin, Birmingham oder Manchester – mit Hilfe unserer Technologie mit der höchsten Abgasnorm Euro VI.

Dabei können wir sowohl ältere Dieselmotoren nachrüsten und damit auf den aktuellsten Stand der Technik bringen (Nachrüstgeschäft) als auch die Abgaswerte neuer Dieselmotoren verbessern (Erstausrüstungsgeschäft). In erster Linie denkt man bei Dieselmotoren derzeit, angesichts des Abgasskandals/Dieselskandals, natürlich immer an Autos. Aber die Abgasproblematik kann auch ganz andere Bereiche wie z.B. Bau- oder Landmaschinen betreffen, so dass wir auch dort kräftig mitmischen. Die Technologien, die dabei von unserer Seite zum Einsatz kommen, sind neben den klassischen Russpartikelfiltern zunehmend auch SCR-Katalysatoren zur Reduktion der giftigen Stickoxyde.

Ich hatte ja eingangs bereits angesprochen, dass viele Anleger an der Börse darauf spekulieren, dass Ihr Unternehmen den Abgasskandal/Dieselskandal lösen könnte. Wie ist Ihre Einschätzung hierzu?

Antwort von Stefan Beinkämpen: Wir können tatsächlich bei der Lösung der Dieselproblematik helfen und tun das ja auch schon seit vielen Jahren, indem wir Fahrzeuge auf den neuesten Stand der Abgastechnik bringen. Dies wiederum sorgt dann für eine bessere Luftqualität, so dass sich Fahrverbote vermeiden lassen.

Die bisherigen Konzepte der Städte zur Einhaltung der vorgeschriebenen Abgaswerte basieren ja fast immer auf einer Einschränkung des Individualverkehrs. Ich glaube jedoch, dass die Menschen ihre individuelle Mobilität behalten möchten. Zumal beispielsweise ältere und/oder kranke Menschen ja nicht mal eben so einfach aufs Fahrrad oder den Elektroroller umsteigen können, selbst wenn sie dies vielleicht wollten. Mit unserer Technologie können diese Menschen, wie auch tausende von Handwerkern, Pendlern, praktisch jeder, der sonst von Fahrverboten empfindlich getroffen würde, ohne grossen Aufwand sein Fahrzeug nachrüsten und weiter nutzen. Dies hilft auch, grossen finanziellen Schaden, der sonst in Form von Wertverlusten eintreten würde, zu vermeiden.

Wie sehen Sie denn den aktuellen Stand der Diskussion in Deutschland? Die Politik tut sich ja anscheinend sehr schwer damit die Autohersteller in die Haftung für ihre eigenen Versäumnisse zu nehmen. Oder?

Antwort von Stefan Beinkämpen: Nun ja, mit Daimler und Volkswagen (VW) haben zwei der großen Autobauer angekündigt, dass sie ihre Kunden bei der Nachrüstung mit bis zu 3.000 Euro unterstützen. Das finden wir phantastisch, zumal das andere Hersteller unter Druck setzt, nachzuziehen.

Die Politik hat ja auch bereits die Weichen für eine erfolgreiche Nachrüstung gestellt. So wurden die technischen Anforderungen klar definiert und auch die Straßenverkehrszulassungsordnung ist heute so angepasst, dass die Fahrverbote für nachgerüstete Fahrzeuge aufgehoben sind. Diese gesetzliche Regelung existiert seit Januar diesen Jahres und gibt uns und den Autofahrern nun die notwendige Sicherheit. Auf Basis dieser gesetzlichen Anforderung werden unsere BNOx-Systeme deshalb noch in diesem Jahr zum Einbau in der Werkstatt verfügbar sein.

Abschließende Frage: In der Vergangenheit waren solche medienwirksamen Skandale wie zuletzt der Abgasskandal/Dieselskandal immer schnell vergessen. Ich erinnere mich bspw. noch an den großen BSE-Skandal Ende der 1990er Jahre. Dieser führte zwar kurzfristig zu Einbußen bei Unternehmen wie McDonald’s, ein Jahr später war jedoch hatte sich die Situation schon wieder normalisiert. Gerade was die Abgasproblematik betrifft, könnte diese sich ja auch über die Zeit lösen, weil ältere Fahrzeuge ja stets durch neuere Fahrzeuge ersetzt werden. Mit anderen Worten: Kann es nicht sein, dass Ihnen auf längere Sicht die Geschäftsgrundlage verloren geht?

Antwort von Stefan Beinkämpen: Nein, das sehe ich absolut nicht so. Denn die entsprechende Abgasproblematik betrifft ja sehr viele Fahrzeuge (mehrere Millionen!), so dass es viele Jahre dauern würde, diese alle auszutauschen. Zumal der Trend, laut aktueller Statistik des Kraftfahrtbundesamtes, eher sogar in die entgegen gesetzte Richtung geht, sprich die Menschen ihre Autos immer länger fahren. Zu guter Letzt werden die entsprechenden Abgasnormen, die ja aus Brüssel kommen, immer strenger, was ja aus Sicht des Umweltschutzes auch wünschenswert ist. Daher wird uns die Arbeit nicht so schnell ausgehen.

Bedenken Sie bitte auch einmal, dass die ganze Problematik zwar aktuell stark im Fokus der Medien steht, aber wir – als Unternehmen – ja auch davor schon in diesem Geschäftsfeld tätig waren – seit rund 20 Jahren.

Herr Beinkämpen, ich bedanke mich für dieses sehr interessante Interview!

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Skandal Scheuer ..eben in den Nachrichten..
mehr gibt es dazu nicht zu sagen
Was wird drinstehen? Baumot wird dicke Verluste schreiben und sich dann in den Gründen auslassen.
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