Backbone: Exklusiv-Interview mit CEO Bert Weingarten über die Next Generation Cloud Services

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Der CEO der Backbone Technologie AG, Bert Weingarten, hat exklusiv mit Finanztrends über eine neue Produkteinführung und die Next Generation Cloud Services gesprochen! Darüber hinaus bietet das neue Konferenzsystem umfassende Möglichkeiten.

Herr Weingarten, wie kam Ihr Interesse an der Finanzwelt und Ihr unternehmerischer Anspruch zustande?

Herr Weingarten: In Aufgaben wächst man hinein, wenn man neue Technologien und Lösungen auf den Markt bringen will, da Technologieentwicklung auch immer eine Frage der Finanzierung ist, erreichen Sie keine Marktdurchdringung ohne die Unterstützung der Finanzwelt. Durch die Börsennotierung haben wir einen besseren Zugang zum Kapital, um unsere Technologien voranzutreiben. Ein weiterer Grund: Wir haben so auch die Möglichkeit Beteiligungen einzugehen, um dadurch schneller zu wachsen und unser Unternehmen weiter zu entwickeln. Durch den Zugang zum Kapitalmarkt hat man außerdem die Möglichkeit, ein aggressives Marketing zu fahren, weil eine schnelle Kapitalzuführung möglich ist. Das ist insofern eine gute Ausrichtung, um Technologien schneller und erfolgreicher in den Markt zu bringen.

Wie schaffen Sie es, bei einem derart anspruchsvollen Job die Balance zwischen Arbeit und Freizeit zu halten?

Herr Weingarten: Das geht nur durch eine sehr disziplinierte Arbeitsweise und Sport. Da viele Dinge ablenken können und es  einen Überfluss an Informationen gibt, wird bei uns die Arbeit durch intelligente Analyse- und Filtertechnologien unterstützt.

Heutzutage führen Vorstände oftmals einen 24-Stunden-Job aus, vor allem in der Zeit vor der Hauptversammlung oder anderen Events wie Produkteinführungen. Manchmal arbeiten Vorstände durchaus auch ein, zwei Tage durch. Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch, dass die Familie nicht vernachlässigt wird.

Vielen Dank. Jetzt würde mich interessieren: Wie hat sich aus Ihrer Sicht durch die Corona-Pandemie die Kommunikation untereinander verändert?

Herr Weingarten: Die Corona-Krise wirkt in jeder Hinsicht wie ein Brennglas. Es zeigt sich ganz deutlich, dass Lücken, die seit langer Zeit bestehen, jetzt erst erkannt werden. Diese Lücken haben dabei häufig schon seit einigen Jahren bestanden. Zum Beispiel das Thema Geschäftsreisen: In der Vergangenheit wurde sehr, sehr viel gereist, was jedoch in großen Teilen gar nicht notwendig war. Durch Video-Kommunikation sind viele Abläufe und Geschäftsprozesse in kürzerer Zeit möglich. In diesem Segment kann man sehr viel Zeit und damit auch Geld einsparen, wenn man die Prozesse mit neuer und sicherer Technologie professionalisiert.

Die Corona-Krise hat zudem ein allgemeines Unsicherheitsgefühl hervorgerufen. In Bezug auf Reisen gibt es aber auch tatsächliche Risiken. Das hat auch dazu geführt, dass Manager oder Organisatoren nicht reisen konnten oder wollten. Die meisten haben dann einfach Videokonferenz-Produkte eingesetzt, die schnell zur Verfügung standen oder bereits am System vorinstalliert waren. Erst im Nachhinein werden wichtige Fragen gestellt: Was ist eigentlich mit der DSGVO-Verordnung? Was passiert mit den personenbezogenen Daten, die man auf z.B. über amerikanische Videochat-Plattformen erörtert? Momentan werden in verschiedenen Vorstandstagungen Debatten geführt, die viele tausende Mitarbeiter betreffen. Hier werden ebenso Namen von Personen erörtert. Da ist es durchaus überraschend, dass auch Dax-Konzerne zum Beispiel die bekannten Produkte wie Microsoft Teams oder Zoom in Anspruch nehmen und sich anscheinend niemand Gedanken darüber macht, ob diese Anwendungen überhaupt dafür, auch aus Gründen des Datenschutzes, geeignet sind.

Wenn Sie aktuell eine Videokonferenz durchführen, dann stimmen Sie den Allgemeinen Geschäftsbedingungen des jeweiligen Anbieters zu. Das Problem ist, dass es für Behörden, staatliche Einrichtungen, Unternehmen und privat Personen kein DSGVO-konformes Produkt im Markt gab, das keine Daten in das Ausland leitet und keine Fremdzertifikate einsetzt.

Wenn man den AGBs zustimmt, stimmt man also auch zu, dass Daten ausgelesen werden können?

Herr Weingarten: Einige Anbieter haben entsprechende Klauseln den man zustimmen muss um das Produkt einsetzen zu können. Teilweise sind die Produkte jedoch viel umfassender als der Anwender glaubt. Ein Produkt von einem US-Konzern, was momentan auch in Regierungskreisen eingesetzt wird, ist technisch dazu in der Lage Cookies auszulesen und das komplette System und Netzwerk zu scannen.

Daraus ergibt sich die zweite Frage: Was passiert mit den Daten, die über Videokonferenz-Produkte gewonnen werden, wenn Sie erst einmal im Ausland sind? Wie werden gegebenenfalls auch Informationen, die über Videokonferenz-Produkte gewonnen werden, weiter verwendet? Bis zum jetzigen Zeitpunkt war kein Videokonferenz-Produkt bekannt, dass ohne fremde Zertifikate, Cookies und die Installationen von Fremd-Software arbeitet und keine Daten in das Ausland leitet. Unser neues Produkt ist zu 100% DSGVO konform.

So sind wir wieder bei dem Brennglas der Corona-Pandemie und kommen zur dritten Frage, der Produkt-Sicherheit. Ganz konkret: Sichere Videokonferenzen, sichere Authentifizierung und sichere Übertragung. Sollte zum Beispiel jemand versuchen eine Videokonferenz abzuhören, sollte die Übertragung abgebrochen werden.

Wenn also jemand versucht auf das Konferenz-Netzwerk zuzugreifen würde automatisch die Konferenz unterbrochen werden?

Herr Weingarten: Unser Produkt ist keine Reflektion, sondern ihre Videokamera wird über Ihren Browser End zu End verschlüsselt und die Daten werden verschlüsselt zu meinem System geschickt und dort End zu End entschlüsselt. Wir haben also zwischen jedem Teilnehmer eine End zu End Verschlüsselung.

Das hört sich sehr spannend an. Was glauben Sie, wird der Markt das neue Produkt annehmen? Wird es lange dauern, bis die Mehrheit realisiert, wo die allgemeine Problematik liegt?

Herr Weingarten: Die Problematik wird Innovationsgetrieben erkannt und der Markt für unser Produkt ist gewaltig. Die Politik schaut bislang für Produkt-Neuentwicklungen in das Silicon Valley. Doch die Next Generation Cloud Services werden nicht im Silicon Valley entwickelt, sondern in Hamburg. Mit der richtigen Unterstützung kann das Produkt eine sehr breite Anwendung finden.

Wir haben zum einem neue Produkte, die wir entwickeln und an den Markt bringen. Zum anderen haben wir einen Anwendungsbereich, der mit diesen Produkten arbeitet. Dadurch erhalten wir gezieltes Feedback. Wir wissen wie Produkte und Technologie ankommen und sehen somit immer wieder neue Ansatzpunkte der Weiterentwicklung. Das ist der Punkt, den andere Unternehmen nicht haben, weil sie zu stark im Bereich der IT-Beratung aufgebaut sind. Im Bereich der IT-Beratung ist es sicherlich so, dass unsere Forensiker eine sehr hohe Expertise haben. Im Bereich der Beratung kämpfen wir natürlich auch gegen große Marketingbudgets. Aber in dem Punkt der Ergebnisqualität sind wir das Schnellboot, weil wir neue Technologien an den Markt bringen, mit denen unsere Forensiker und Partner bereits während der Erprobung arbeiten können. So sind wir oftmals in der Qualität der Ergebnisse auch größeren Mitbewerbern einen Schritt voraus.

Somit haben Sie jedoch auch andere Wachstumspotenziale, als größere Unternehmen.

Herr Weingarten: Ganz genau. Das ist das Spannende. Jedoch müssen wir in Deutschland stärker daran arbeiten, dass die Small und Mid Caps nicht überreguliert werden. Unsere Unternehmen sind noch nicht im MDAX oder DAX gelistet, haben aber ähnliche Verpflichtungen. Wenn Sie mit ihrem Unternehmen in ein anderes Marktsegment wechseln möchten, dann sind sie direkt mit dem Punkt Überregulierung konfrontiert. Die Zahlen müssen aufgestellt, überwacht und kontrolliert werden. Darüber hinaus benötigen sie ein Team das sich explizit nur um den Bereich der Regulierung kümmert. Alles Positionen, die sie Monat für Monat bezahlen müssen und das deutlich vor einem Segmentwechsel.

Das heißt meiner Einschätzung nach sollten Small und Mid Caps generell von Überregulierungen befreit werden. Small und Mid Caps sollten einen ordentlichen Jahresabschluss liefern und ansonsten -bis hin zu einer gewissen Größe– von der bestehenden Überregulierung befreit werden. Insbesondere MAR-Pflichten orientieren sich für Small und Mid Caps zu nahe an den Pflichten der M-DAX und DAX-Unternehmen.

Logisch, eigentlich sollte das Interesse bestehen, dass Wachstum des Unternehmens anzutreiben, anstatt dieses zu überregulieren. Vielen Dank für den Einblick. Können Sie mir vielleicht noch mal genau erklären, wie das neue Produkt heißt und welche Potenziale dieses mit sich bringt?

Herr Weingarten: Die Backbone Technologie AG ist praktisch die börsennotierte Mutter. Diese hat zwei Tochterunternehmen: Die PAN AMP AG ist unser Technologie-Unternehmen, welche die Technologien herstellt. Klassisch aus dem Bereich der Analyse und Filterung entwachsen. Mit dieser Technologie haben wir weitestgehend große Unternehmen und Konzerne unterstützt, das war immer eine Besonderheit von uns, da wir weniger im Unternehmensbereich von 200-300 Mitarbeitern zu finden waren, sondern von großen Unternehmen, M-Dax- und Dax-Unternehmen Aufträge erhalten.

Zum anderen gibt es Technologien, die hauptsächlich in dem Bereich Internet, zur online Analyse und der online Beweissicherungen eingesetzt werden. Dabei spielt vor allem das Feld der Beweissicherung eine große Rolle. Immer wieder gibt es Debatten darüber, wer was wann im Internet veröffentlich hat. Mit unserer Technologie können Sie A) schnell feststellen wer was veröffentlicht hat und B) Sie können den Befund festhalten – sogar Gerichtsverwertbar. Aber das größte Wachstumsfeld sind bei uns die Next Generation Cloud Services.

Das sind drei Services, die angeboten werden. Zuerst die TASKFORCE Cloud: Das ist ein Arbeitstool für jeden Krisenstab. Die Einstellungen werden hier einfach gehalten. Sie können – egal wo –, ob Sie im Home-Office oder unterwegs mit dem Smartphone sind, sicher Dateien in die TASKFORCE Cloud einstellen, mit anderen darüber sprechen, an der Aufgabe und der Datei arbeiten oder auch in eine sichere Videokonferenz übergehen, ohne dass Sie eine Software installieren müssen. Mit dem Einsatz unserer Technologien könnten Sie z.B. in der Corona-Krise jedes Gesundheitsamt live mit Ergebnissen dazu schalten. Es ist dabei egal, ob die Daten mit einer Tabellenkalkulation, über eine Datenbank oder händisch auf einem Zettel zusammengetragen werden. Sie können alle Systeme und Aufnahmen zusammenschalten und alles live auswerten, erörtern und besprechen. In diesem Bereich wird in Deutschland leider noch heute sehr rückständig gearbeitet. Mit den entsprechenden Technologien hingegen erhalten Krisenstäbe schneller einen Überblick und treffen auf einer gesicherten Datenbasis ihre Entscheidung.

Die FORENSIC Cloud ist für die forensischen Aufschaltungen zuständig. Wenn Ihr Netzwerk zum Beispiel gehackt wird und Ihre Systeme ungewollt verschlüsselt werden, können Sie in ihrem Netzwerk nicht mehr arbeiten. Mit gestohlenen Daten wird ihr Unternehmen dann ggf. auch noch erpresst und Angreifer können ihr Netzwerk kontrollieren. In dem Moment stellen wir dann ein Ersatznetzwerk zur Verfügung: die FORENSIC Cloud. In diesem Netzwerk kann sofort sicher gearbeitet werden, um A) den Hack zu bewältigen und B) sicher zu kommunizieren und C) zugeschaltete Experten können den Vorfall schnell beenden.

Diese Umsetzung bietet weltweit kein anderer Anbieter.

Haben Sie das Konzept nicht bereits 2017 veröffentlicht oder bringen Sie hier eine neue Version heraus?

Herr Weingarten: Technologien werden bei uns immer weiterentwickelt. Die FORENSIC Cloud kam 2017 auf den Markt und ist seit dem 23. Juli 2020 in der Version 2.01. aktiv. Die FORENSIC Cloud hat seit 2017 schon einige Angriffe für unsere Kunden aufgeklärt und abgewehrt: Anschlags-Bedrohungen, IT-Sabotage, Überweisungstricks, Geheimnisverrat, Betrügerische IT-Verschlüsselung, getrennte Datennetze und Daten-Manipulationen sind einige Vorfälle, die erfolgreich gelöst wurden.

Wie schnell kann die FORENSIC Cloud in einem Ernstfall helfen?

Herr Weingarten: Wenn ein größeres Unternehmen gehackt wird, dann kann dieses oftmals nicht mehr arbeiten. Das Unternehmen kann sich dann an uns wenden. Wir können innerhalb einer Stunde dem Konzern oder dem Krisenstab ein Ersatznetzwerk, eine FORENSIC Cloud, zur Verfügung stellen. Die PANConference erweitert darüber hinaus die Next Generation Cloud Services mit der sicheren Videokommunikation.

Vielen Dank für das aufschlussreiche Interview, Herr Weingarten. Unsere Leser haben durch das Interview einen tiefen Einblick in die aktuellen Unternehmensgeschehnisse erhalten. Ich wünsche Ihnen und Ihren Mitarbeitern weiterhin alles Gute für die Zukunft und vor allem einen möglichst unkomplizierten Produkt-Launch!

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warst du auf der letzten HV? Oder woher hast du deine Angaben genau? Ich kann deine Behauptungen kau
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Nach dem ich gestern ein Gespräch über die letzte HV der Backbone gehört habe, solltest du mit deine
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