Sascha Huber

  • Autor

Sascha Huber, gilt schon seit Zeiten des Neuen Marktes als intimer Kenner der Hightech-Branche. So betrieb er von 1998 bis 2001, gemeinsam mit einem Partner, eine der damals führenden Börsen-Hotlines mitsamt zugehörigem Internetportal. Er gehörte damit zu den Ersten, die das Potenzial von Aktien wie Amazon.com, Apple oder eBay erkannten. Im Gegensatz zu vielen anderen Experten riet er jedoch rechtzeitig vor dem Platzen der “New Economy”-Blase zum Ausstieg und warnte frühzeitig vor Luftnummern wie ComROAD, Gigabell oder Infomatec.

Aktuell schreibt Herr Huber – als Redakteur für das neue Finanztrends seine Einschätzungen. In erster Linie zu verschiedenen deutschen und internationalen Technologiewerten. Zuvor hat Herr Huber schon beim Aufbau des Web 2.0-Finanzportals sharewise.com mitgearbeitet sowie als Research Assistent Herrn Heibel vom “Heibel-Ticker”-Börsenbrief unterstützt.


Alle Artikel
DatumArtikelLeser
23.05.17
MorphoSys: Jetzt gilt es!+

Lieber Leser,

erst kürzlich habe ich an dieser Stelle über die Entwicklung der MorphoSys-Aktie berichtet. Grund hierfür war, dass das Unternehmen eine klinische Phase I-Studie seines Medikamentenkandidaten MOR107 vermelden konnte. Die klinische Studie, in der das potenzielle Medikament an gesunden Freiwilligen erprobt wurde, ergab keine klinisch relevanten Sicherheitsereignisse, so dass sie mit einem – für das Unternehmen – sehr positiven Ergebnis vorzeitig beendet werden konnte.

Ritterschlag für Lanthio Pharma

Diese Forschungsergebnisse waren somit ein erneuter Ritterschlag für die einst übernommene Tochtergesellschaft Lanthio Pharma. Denn bei MOR107 handelt es sich um einen sogenannten Lanthipeptid-Wirkstoff aus der firmeneigenen Technologieplattform von Lanthio Pharma. Lanthipeptide sind dabei eine neuartige Klasse von Therapeutika, die eine hohe Zielmolekülselektivität und dadurch verbesserte Wirkstoffeigenschaften aufweisen sollen und deren hohe Spezifität neue Möglichkeiten für den therapeutischen Einsatz eröffnen.

Mit anderen Worten: Das Management von MorphoSys rund um den langjährigen CEO Dr. Simon Moroney hat mit der Übernahme von Lanthio Pharma Weitblick bewiesen und MorphoSys aus technologischer Sicht auf eine neue Stufe gehoben. Zwar werden dadurch in den nächsten Jahren noch viele Millionen Euro in die Forschung und Entwicklung investiert werden müssen, dafür ist die breite Medikamentenpipeline des Konzerns jedoch beeindruckend und sichert das Unternehmen auch gegen – in der Forschung immer mögliche – Misserfolge bestens ab.

Aktie aus rein charttechnischer Sicht auf der Startrampe, Kursziele bis 100 Euro denkbar

Diese positive fundamentale Entwicklung des deutschen Vorzeige-Biotech-Unternehmens spiegelt sich dementsprechend auch im Chartbild wieder. So konnte die Aktie zuletzt auf neue Jahreshochs steigen und schickt sich inzwischen sogar an, den charttechnisch wichtigen Widerstand im Bereich um 61 Euro aus dem Weg zu räumen. Sollte der Aktie dies auf Schlusskursbasis gelingen, würde sie ein charttechnisch starkes Kaufsignal aktivieren. Dann könnten aus technischer Sicht Kursziele zwischen 72 und 75 Euro in den Fokus rücken.


Weiterlesen
344
23.05.17
Südzucker: Deutliche Warnzeichen!+

Lieber Leser,

noch Ende 2014 notierte die im MDAX gelistete Südzucker-Aktie unter 10 Euro. Anschließend setzte der Wert zu einer starken Kursrally an, im Zuge dessen sich die Aktie innerhalb von nicht einmal zwei Jahren fast verdreifachen konnte und Ende 2016 dann bei über 25 Euro lag. Doch seitdem läuft es wieder schlechter.

Zuckerpreis unter Druck

Grund für die inzwischen anhaltend schwache Kursentwicklung der Aktie ist dabei in erster Linie die Entwicklung des Zuckerpreises. Denn der zeigte sich zuletzt deutlich rückläufig. Dabei steht das für dessen weitere Entwicklung entscheidende Ereignis noch bevor: Ende September 2017 läuft nämlich die europäische Zuckermarktverordnung aus, mit deren Hilfe die EU jahrzehntelang die europäischen Produktionsquoten und somit Mindestpreise für Zuckerrüben geregelt hat. Mit einem Wegfall dieser Produktionsquoten dürfte somit zukünftig deutlich mehr Zucker produziert werden, wenngleich auf der anderen Seite immer mehr Menschen ihren Konsum aus Gesundheitsgründen einschränken.

Infolgedessen ist also mit einer Ausweitung des Angebots bei einem eher sogar leicht rückläufigen Konsum und damit mit einem deutlichen Angebotsüberhang bei Zucker zu rechnen, was sich negativ auf die Preisentwicklung auswirken sollte. Denn in einer Marktwirtschaft – und in eine solche entlässt die EU den Zuckermarkt nun – bestimmen Angebot und Nachfrage bekanntlich den Preis.

Schwache Geschäftsentwicklung trotz starker Tochter

Obwohl die Geschäfte bei der Biokraftstoff-Tochter CropEnergies (Südzucker hält 75% des Aktienkapitals) mehr als rund liefen, fielen die Unternehmenszahlen insgesamt zuletzt relativ mau aus. So erzielte Südzucker im abgelaufenen Geschäftsjahr 2016/2017 (per Ende Februar) im Zuckergeschäft nur ein operatives Ergebnis in Höhe von 72 Mio. Euro anstatt der eigentlich in Aussicht gestellten 90-120 Mio. Euro. Nur der überdurchschnittlich guten Geschäftsentwicklung bei CropEnergies war es daher zu verdanken, dass der Konzern um eine Gewinnwarnung umhin kam und die eigenen Prognosen gerade so erfüllen konnte.

Dies zeigt sich nun eben auch in der charttechnischen Entwicklung der Aktie, die daraufhin zuletzt die wichtige Unterstützungszone zwischen 20 und 21 Euro aufgab. Damit hat die Aktie ein erstes, starkes Verkaufssignal generiert. Fällt sie nun auch noch unter die Marke von 18 Euro zurück, droht weiteres Ungemach.


Weiterlesen
320
22.05.17
Evotec: Top News von Bayer!+

Lieber Leser,

schon seit einiger Zeit kennt die Aktie der Evotec AG kein Halten mehr und steigt von einem Hoch zum nächsten. Dies ist auch kein Wunder, gab es doch zuletzt reihenweise gute Nachrichten. So lässt sich der letzte Kurssprung auf die kürzlich vorgelegten Quartalszahlen zurückführen. Wir hatten darüber berichtet.

Börsenwert von 2 Mrd. Euro zu viel des Guten

So erreichte der Titel zuletzt einen Börsenwert von knapp 2 Mrd. Euro. Auch wenn das Unternehmen selbst noch tief stapelt und die in Aussicht gestellten Umsatz- und Gewinnprognosen für das laufende Geschäftsjahr nicht nur erreichen, sondern wahrscheinlich deutlich übertreffen dürfte, ist das jedoch zu viel des Guten. So liegt alleine das Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) auf Basis des geplanten Jahresumsatzes in Höhe von rund 190 Mio. Euro bei etwa 10 und stellt damit selbst die Bewertung manches US-Biotech-Unternehmens in den Schatten.

Daher korrigierte die Aktie zuletzt auch leicht, wobei diese Korrekturbewegung noch nicht zu Ende sein dürfte. So kann die Aktie heute, trotz positiver Nachrichten, keine weiteren Kursgewinne mehr verbuchen. So meldete Evotec heute vorbörslich die Erreichung eines wichtigen Meilensteins in ihrer Multi-Target-Allianz mit Bayer. Dabei geht es um die gemeinsame Entwicklung eines Medikaments gegen die Frauen-Krankheit Endometriose (eine Erkrankung der Gebärmutter). Für die Überführung eines entsprechenden Programms in die präklinische Phase wurde dabei eine sogenannte Meilensteinzahlung in Höhe von ca. 5 Mio. Euro von Bayer an Evotec ausgelöst.

Fazit: Evotec ist gut, aber (zu) teuer?

So gut ich das Unternehmen Evotec auch finde, die Anleger waren zuletzt möglicherweise zu euphorisch und haben die Aktie in ungeahnte Höhen getrieben. Selbst ein KUV von 10 erscheint alles andere als günstig. Daher könnte es sich anbieten, nun zunächst einmal auf der Seitenlinie zu verharren und mögliche Kurskorrekturen abzuwarten. Diese wären angesichts der fulminanten Performance der letzten Monate kaum verwunderlich.


Weiterlesen
326
22.05.17
RWE: Heiße Gerüchte um Innogy!+

Lieber Leser,

zuletzt stieg die Aktie des im DAX notierten deutschen Energieversorgers RWE auf ein neues Mehrmonatshoch. Grund hierfür waren in erster Linie neue Gerüchte um die Tochtergesellschaft Innogy.

Innogy finden alle interessant

Die Innogy SE ist ein europäisches Energieunternehmen, das seinen Kunden Produkte und Services im Bereich effiziente Energienutzung offeriert. Die wichtigsten Märkte, die Innogy bedient, sind Deutschland, Großbritannien, die Niederlande, Belgien sowie einige Länder in Zentralost- sowie Südosteuropa. Innogy ist dabei in den Geschäftsfeldern Erneuerbare Energien, Netz und Infrastruktur sowie Vertrieb tätig und versorgt so derzeit ca. 16 Mio. Strom- sowie 7 Mio. Gaskunden in Europa. Mit anderen Worten: Die RWE AG hat ihre zukunftsträchtigsten Geschäfte in die Innogy SE ausgegliedert, weshalb alle das Unternehmen interessant finden.

So gab und gibt es immer wieder Gerüchte darüber, wer denn alles Innogy schlucken könnte. Dies überrascht ein wenig, hat RWE seine Tochter doch gar nicht zum Verkauf gestellt. Ohnehin erscheint ein solcher Verkauf derzeit nicht realistisch. Denn RWE braucht die hohe Dividende von Innogy, zuletzt waren es immerhin knapp 700 Mio. Euro, um selbst durchfinanziert zu sein. Wer immer daher Innogy übernehmen möchte, müsste RWE erst einmal von einem entsprechenden Deal überzeugen.

Engie scheint es versuchen zu wollen, RWE in komfortabler Position

Damit meine ich allerdings nicht nur, dass ein potenzieller Interessent einen hohen Aufschlag auf den aktuellen Börsenkurs bieten müsste. Vielmehr braucht RWE einen Deal, der dem Konzern auch in Zukunft stetige Mittelzuflüsse garantiert. Die französische Engie, vielleicht besser bekannt unter ihrem alten Namen GDF Suez, scheint es dennoch versuchen zu wollen. So machten bereits am vergangenen Freitag Gerüchte die Runde, nach denen Engie ein Übernahmeangebot für Innogy vorbereite.

Aktuell liegt der Börsenwert von Engie bei über 30 Mrd. Euro, der Börsenwert von Innogy hingegen nur bei rund 20 Mrd. Euro. Ferner hält RWE nur knapp 77% des Aktienkapitals an Innogy. Bei einem Deal würde Engie daher wohl das komplette Aktienpaket von RWE erhalten. Im Gegenzug würde RWE dann Großaktionär am neu entstehenden Konzern Engie/Innogy mit einer Beteiligung in Höhe von mindestens einem Drittel des Aktienkapitals.

Ob an den Gerüchten etwas dran ist, vermag ich derzeit noch nicht abschließend zu beurteilen. Wenn jedoch etwas dran sein sollte, ist RWE in einer sehr komfortablen Position und wird seine Tochter Innogy sicherlich nicht verramschen. Vor diesem Hintergrund dürfte die RWE-Aktie ihre zuletzt begonnene Kursrally weiter fortsetzen und in Richtung der 20-Euro-Marke laufen. Anhaltende Gerüchte um eine mögliche Innogy-Übernahme können da nicht schaden!


Weiterlesen
340
19.05.17
Dow Jones: 1000-Punkte-Kursrally durch Trump?!+

Lieber Leser,

zuletzt verursachten Medienberichte über US-Präsident Donald J. Trump in der Causa „FBI-Chef James Comey“ einen 370-Punkte-Kursrutsch im Dow Jones Industrial Average (DJIA). So wurde berichtet, dass Trump den inzwischen entlassenen FBI-Chef aufgefordert haben soll, die Ermittlungen in der Russland-Affäre seines inzwischen geschassten nationalen Sicherheitsberaters Michael Flynn einzustellen, was als „Behinderung der Justiz“ angesehen werden könnte. Eine solche „Behinderung der Justiz“ stellt dabei ein schwerwiegendes Vergehen dar und könnte letztlich sogar in einem Amtsenthebungsverfahren („Impeachment“) enden.

Jeremy Siegel sieht Chance auf 1000-Punkte-Kursrally im Dow Jones

Gestern Abend nun titelte die inzwischen zum „Wall Street Journal“ gehörende US-Finanzseite Marketwatch.com, dass ein renommierter US-Finanzexperte die Chance auf eine 1000-Punkte-Kursrally im Dow Jones sehe. Voraussetzung dafür sei der Rücktritt des aktuell schwer angeschlagenen US-Präsidenten. Denn zwar verbinde die Wall Street mit Trump stets Hoffnungen auf Deregulierungen und Steuererleichterungen, im Falle eines Rücktritts würde aber dessen Vizepräsident Mike Pence zum US-Präsidenten – und dieser dürfte als Republikaner eine ähnliche Agenda wie Trump selbst verfolgen.

Daher sei der sogenannte „Trump Trade“ auch keineswegs tot, wenngleich er nach einem Rücktritt Trumps zum „Pence Trade“ umbenannt werden müsste. Der zitierte Finanzexperte Jeremy Siegel ist dabei nicht irgendwer. Vielmehr unterrichtet er als Professor für Finanzen an der renommierten University of Pennsylvania Wharton School of Business und ist ein gern gesehener Gast in den US-amerikanischen Finanznachrichten-Sendungen. Zudem war Siegel mutig genug, schon im Jahr 2014 einen Anstieg des Dow Jones auf 20.000 Punkte zu prognostizieren, womit er bekanntlich richtig lag.

Fazit: Nicht der Name des US-Präsidenten ist entscheidend, sondern seine Wirtschaftspolitik!

Ich kann an dieser Stelle Jeremy Siegel nur beipflichten. Letztlich ist für die weitere Entwicklung an der Börse nicht der Name des US-Präsidenten entscheidend, sondern welche Politik der mächtigste Mann der Welt betreibt. Ob der US-Präsident nun Donald J. Trump oder Mike Pence heißt, ist daher egal. Solange sich ein US-Präsident Pence an die Wahlversprechen von Trump erinnert und die Deregulierung sowie Steuererleichterungen vorantreibt, bleibt die Wall Street in Feierlaune. Und es ist unwahrscheinlich, dass ein Mike Pence eine diametral konträre Wirtschaftspolitik einschlagen würde als Trump.

Insofern könnte ein vorzeitiger Abgang von Trump, eben beispielsweise durch seinen Rücktritt, tatsächlich zu einem kurzfristigen Befreiungsschlag beim Dow Jones führen. So abwegig ist die Prognose von Jeremy Siegel also nicht, wenngleich 1000 Punkte schon eine Hausnummer sind. Alleine mir fehlt der Glaube daran, dass Trump sich wirklich so schnell freiwillig verabschieden möchte. But you never know!


Weiterlesen
360
19.05.17
MorphoSys: Entscheidende Hürde voraus!+

Lieber Leser,

vorgestern fand die ordentliche Hauptversammlung des Biotechnologie-Unternehmens MorphoSys statt. Diese verlief erwartungsgemäß völlig unspektakulär, bestätigten die anwesenden Aktionäre doch alle Vorschläge des Managements. Dennoch geriet die Aktie anschließend unter leichten Abgabedruck, wofür es wohl drei Gründe gab. Zunächst einmal zeigte sich der Gesamtmarkt sehr schwach, so dass aus rein charttechnischer Sicht der Widerstand bei 61,13 Euro eine zu hohe Hürde darstellte. Aus fundamentaler Sicht mögen dem ein oder anderen Anleger die sogenannten Vorratsbeschlüsse im Hinblick auf zukünftig mögliche Kapitalerhöhungen nicht gefallen haben. Dabei sind solche Vorratsbeschlüsse jedoch üblich, um dem Management einen gewissen Handlungsspielraum zu eröffnen. Es ist daher nicht davon auszugehen, dass zurzeit eine weitere Kapitalerhöhung unmittelbar bevorsteht.

Positive Meldung zur Medikamentenpipeline

Heute früh überraschte MorphoSys seine Aktionäre dann aber mal wieder positiv. So wurde eine klinische Phase 1-Studie bei dem Medikamentenkandidaten MOR107 vorzeitig beendet, nachdem keine klinisch relevanten Sicherheitsereignisse festgestellt werden konnten und es nur milde sowie vorübergehende Nebenwirkungen gab. Diese Meldung ist noch erfreulicher als sie auf den ersten Blick wirken mag, ist sie doch der inzwischen zweite Ritterschlag für die vor einigen Jahren durch MorphoSys übernommene Lanthio Pharma. Zwar wurde deren völlig neuartige sogenannte Lanthipeptid-Technologie von Branchenexperten immer als aussichtsreich eingestuft, erst solche Erfolge in klinischen Studien untermauern jedoch diese Einschätzung.

Kurz zur Erinnerung: MorphoSys beteiligte sich bereits 2012 an einer Finanzierungsrunde von Lanthio Pharma und erhielt im Gegenzug eine Beteiligung in Höhe von knapp 20%. Im Jahr 2015 übernahm man dann die restlichen gut 80% der Anteile zu einem Kaufpreis von 20 Mio. Euro, so dass das Unternehmen seinerzeit mit 25 Mio. Euro bewertet wurde. Nach den zuletzt gemeldeten klinischen Erfolgen dürfte der Wert von Lanthio Pharma heute deutlich höher liegen, so dass sich diese Übernahme letztlich sowohl finanziell als auch technologisch rentiert haben dürfte. Insofern kann man das Management um den langjährigen CEO Dr. Simon Moroney für diesen, einst als mutig bezeichneten Deal, nur loben.

Fazit: Fundamental aussichtsreich, charttechnisch an entscheidender Hürde

Dank des heute gemeldeten erneuten Forschungserfolges, gehört die MorphoSys-Aktie aktuell zu den Top-Gewinnern im TecDAX. Mit einem Kurssprung von knapp +4% steht die Aktie nun wieder unmittelbar vor dem alles entscheidenden charttechnischen Widerstand bei 61,13 Euro. Sollte die Aktie diese entscheidende Hürde knacken können, steht technischen Analysten zufolge einer kurzfristigen Kursrally bis mindestens 72 Euro nichts mehr im Weg. Sollte die Aktie jedoch erneut an dieser zweifellos hohen Hürde scheitern, droht ein erneuter Rücksetzer in Richtung 56,50 Euro.

Ob der charttechnische Ausbruch tatsächlich klappt, dürfte dabei auch von der weiteren Entwicklung des Gesamtmarktes abhängen. Fundamental ist die Aktie jedenfalls als aussichtsreich zu klassifizieren. Dementsprechend könnten kurzfristige Rücksetzer auch weiterhin als günstige Kaufgelegenheit ausgenutzt werden.


Weiterlesen
384
17.05.17
Apple: Warren Buffett kauft wie verrückt!+

Lieber Leser,

gestern war es wieder soweit. Die großen institutionellen Investoren – konkret all diejenigen, die mehr als 100 Mio. US-Dollar verwalten – mussten gegenüber der US-Börsensicht ihre Transaktionen im ersten Quartal vorlegen (gesetzlich vorgeschrieben, immer bis spätestens sechs Wochen nach Quartalsende). Diese Meldungen, die sogenannten 13F-Filings, geben dabei immer einen guten Einblick, auf welche Aktien die US-Großanleger setzen und auf welche nicht mehr.

Buffetts Käufe und Verkäufe waren größtenteils bereits bekannt

Warren Buffett hatte sich in einem aufsehenerregenden TV-Interview bereits vor rund zwei Wochen zu den Käufen und Verkäufen von Berkshire Hathaway (seinem Invest-Vehikel) geäußert. Hierbei hatte er erklärt, dass er sich von rund 1/3 seiner IBM-Aktien getrennt und im Gegenzug die Position von Apple deutlich ausgeweitet habe. Dies wurde dann auch in den nun veröffentlichten 13F-Filings bestätigt. In der Tat hat er zu Kursen um 180$ seine Position in IBM deutlich reduziert, wobei es immer noch die sechstgrößte Position im Portfolio ist. Zugleich hat er den Bestand an Apple-Aktien in etwa verdoppelt, womit Apple hinter Kraft Heinz und Wells Fargo zur drittgrößten Position aufstieg.

In dem bereits zitierten TV-Interview sagte Buffett jedoch auch, dass er von IBM ein wenig enttäuscht sei. Zwar handele es sich immer noch um ein tolles Unternehmen, er habe sich jedoch bei seinem Einstieg vor etwa fünf Jahren mehr von dem Investment versprochen. Er verliert also zunehmend die Geduld und möchte den von CEO Virginia Rometti eingeleiteten Transformationsprozess nicht weiter begleiten. Daher schloss er auch weitere Verkäufe von IBM-Aktien ausdrücklich nicht aus. Demgegenüber lobte er Tim Cook und Apple über den grünen Klee und kann sich hier weitere Zukäufe vorstellen.

Depotoptimierung à la Buffett

Darüber hinaus stockte Buffett zuletzt seine Position bei der US-Fluggesellschaft Southwest Airlines auf. Auch die Aktie von American Airlines wurde leicht zugekauft, wohingegen die Position in Delta Airlines ein klein wenig reduziert wurde. Komplett trennte sich Buffett dagegen von seinen 21st Century First-Aktien. Alles in allem bleibt das Depot von Buffetts Berkshire Hathaway damit auch weiterhin stark konzentriert, die fünf größten Positionen stehen weiterhin für knapp die Hälfte des gesamten Portfolios.

Schaut man sich die jüngste Kursentwicklung näher an – insbesondere die von Apple und IBM – so scheint Buffett mal wieder alles richtig gemacht zu haben!


Weiterlesen
456
17.05.17
ThyssenKrupp: Vor charttechnischem Ausbruch!+

Lieber Leser,

die Aktie des Stahlkonzerns ThyssenKrupp handelte zuletzt in einer sehr engen Handelsspanne zwischen 21 und 24 Euro. In den letzten Tagen trudelte der Kurs dann in Richtung der unteren Begrenzung dieser Handelsspanne und somit der wichtigen Unterstützung bei 21 Euro. Dort prallte die Aktie bereits gestern ab und verzeichnete Kursgewinne von mehr als +4%. Heute kann die Aktie ihre kurzfristige Aufwärtsbewegung fortsetzen und gewinnt erneut mehr als +3%.

Stabilisierung des europäischen Stahlsektors

Gründe für die deutlichen Kursgewinne in den letzten beiden Tagen gibt es einige. Aus rein charttechnischer Sicht hat natürlich die Unterstützung im Bereich 21 Euro gehalten, was in der Folge die charttechnisch orientierten kurzfristigen Trader in die Aktie gelockt hat. Aus fundamentaler Sicht profitiert ThyssenKrupp dagegen von einer allgemeinen Stabilisierung des europäischen Stahlsektors sowie von neuen Hoffnungen auf eine Lösung im Streit um den geplanten Merger mit der indischen Tata Steel.

Zur Erinnerung: Aufgrund der Tatsache, dass das Stahlgeschäft schon länger schwächelt, möchte ThyssenKrupp seine Stahlproduktion mit den Indern fusionieren und sich fortan stärker auf das Technologiegeschäft fokussieren. Während man also die einfache Stahlproduktion den Indern überlässt, wird man in Zukunft Aufzüge und ähnliches bauen. Dies würde zwar eine große Zäsur für den einst stolzen Stahlkonzern darstellen, erscheint mir aber der richtige Schritt zu sein. Das Vorhaben von CEO Dr. Heinrich Hiesinger dürfte meiner Meinung große Unterstützung unter den meisten Analysten und Anlegern finden. Allerdings gibt es erbitterten Widerstand von Seiten der Arbeitnehmer, die zukünftig natürlich ungern bei einem Unternehmen unter indischer Führung arbeiten möchten.

Fazit: DAX-Aktie vor charttechnischem Ausbruch

Aufgrund der deutlichen Kursgewinne in den letzten beiden Tagen steht die Aktie von ThyssenKrupp nun unmittelbar vor dem charttechnischen Ausbruch und somit einem fetten Kaufsignal. Anscheinend antizipieren die Börsianer bereits eine Lösung im Streit um die Fusion des Stahlgeschäfts mit Tata Steel. Sollte es hier tatsächlich zu einer Einigung mit der Arbeitnehmerseite kommen, dürfte die Aktie haussieren.

Zur Generierung dieses Kaufsignals wäre ein Anstieg der Aktie über den charttechnischen Widerstand bei 24 Euro notwendig. Sollte dies gelingen, dürfte die Aktie ihre kurzfristige Kursrally weiter fortsetzen und in Richtung von 30 Euro laufen können. Als nächstes Kursziel wäre dann die Marke von 28 Euro anzusehen. Sollte es jedoch neue Störfeuer geben, könnte die Aktie auch erneut an dem hartnäckigen charttechnischen Widerstand scheitern und gen 21 Euro zurückfallen.


Weiterlesen
332
16.05.17
Manz kann’s immer noch!+

Lieber Leser,

bereits am vergangenen Donnerstag hat die Manz AG ihre Geschäftszahlen für das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres gemeldet. Diese fielen mit einem Umsatzrückgang um 26,2% auf nur noch 47,6 Mio. Euro (Vorjahr: 64,5 Mio. Euro) erwartungsgemäß schwach aus, wobei sich die Gesellschaft trotzdem weiterhin auf Kurs sieht, die eigenen Prognosen zu erfüllen.

Großauftrag im Geschäftsbereich „Electronics“

Heute früh teilte Manz mit, einen Großauftrag im Geschäftsbereich „Electronics“ erhalten zu haben. Dabei handelt es sich um einen Auftrag aus China im Volumen von rund 20 Mio. Euro. Konkret liefert Manz dabei Anlagen zur Herstellung großformatiger Displays auf Substraten der Generation 8.6.

Zuletzt hatte Manz am letzten Dienstag bereits vermelden können, dass man die Veräußerung der Manz CIGS Technology GmbH vollzogen und den vereinbarten Kaufpreis in Höhe von 50 Mio. Euro erhalten habe. Manz hatte sich im Zuge der Kooperationsvereinbarung mit seinen beiden chinesischen Partnern Shanghai Electric Group und Shenhua Group schon im vergangenen November zur Gründung eines gemeinschaftlichen Forschungsunternehmens verpflichtet, in die die Manz CIGS Technology GmbH nun eingebracht wurde. Neben dem Kaufpreis von 50 Mio. Euro erhält Manz gemäß der Vereinbarung Aufträge im Gesamtvolumen von 263 Mio. Euro für seinen Geschäftsbereich „Solar“.

Fazit: Manz kann’s immer noch!

Alles in allem läuft es derzeit bei Manz nach längerer Zeit endlich wieder ziemlich rund. Daher möchte Gründer, CEO und Großaktionär Dieter Manz auch die Gunst der Stunde nutzen um vom Posten des Vorstandschefs in den Aufsichtsrat zu wechseln. Dieser Wechsel sollte letztlich relativ geräuschlos über die Bühne gehen, findet doch sein Nachfolger auf dem Chefsessel – wer immer das sein mag – nun ein gut bestelltes Feld vor.

Die Aktie, die noch vor kurzem aufgrund mehrerer Gewinnwarnungen unter Druck stand, hat inzwischen wohl auch einen Boden gefunden. So konsolidiert der Titel zurzeit knapp unterhalb der Marke von 40 Euro. Ein Ausbruch über diese Marke würde ein massives charttechnisches Kaufsignal generieren. Als nächstes könnte dann der bisherige Jahreshöchststand bei 43,02 Euro (Ende Februar) ins Visier genommen werden.


Weiterlesen
352
15.05.17
Medigene: Diese Hürde muss nun fallen!+

Lieber Leser,

bereits am vergangenen Donnerstag meldete Medigene seine aktuellen Quartalszahlen. Diese fielen, wenig überraschend, wenig erbaulich aus. So verringerte sich der Quartalsumsatz um ca. ein Drittel auf 2,6 Mio. Euro bei einer gleichzeitigen Verdopplung des Verlusts auf 3,7 Mio. Euro. Aber bei einem forschenden Biotechunternehmen wie Medigene kommt es auf solche Zahlen nicht wirklich an. Zumal das Management betonte, dass in den vorgelegten Prognosen noch keine Meilensteinzahlungen aus der neuen Partnerschaft mit dem US-Biotechkonzern bluebird bio enthalten seien. Man ist bei den Süddeutschen also sehr konservativ in seinen Planungen, was die Möglichkeit positiver Überraschungen im Jahresverlauf eröffnet.

Kapitalerhöhung zur Forcierung der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten

Erst kürzlich gelang es Medigene, über Nacht eine Kapitalerhöhung am Markt zu platzieren. Dabei wurden neue Aktien zum Preis von 10,55 Euro ausgegeben, was nahe am aktuellen Börsenkurs lag. Trotzdem belastete die Kapitalerhöhung kurzfristig den Kurs. Allerdings hat Medigene dadurch mehr als 20 Mio. Euro erlöst, die man laut Management zur Forcierung der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in der Kooperation mit bluebird bio verwenden möchte.

Wir haben bei Medigene aktuell also die etwas paradoxe Situation, dass die Gesellschaft zuletzt mehr als 20 Mio. Euro eingenommen hat und zur Forcierung der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten verwenden möchte, zugleich jedoch keinerlei Erfolge aus dieser Arbeit in seinen Prognosen einplant. Würde das Management diese eigenen Prognosen also nur erfüllen, wäre das eigentlich ein Desaster. Daher gibt es zurzeit an der Börse fast niemanden, der nicht an eine besser als vom Management in Aussicht gestellte Entwicklung glaubt, wie ja auch die in Rekordzeit am Markt platzierte Kapitalerhöhung beweist. Die Spekulationen schießen daher schon heute langsam ins Kraut.

Fazit: Hochspekulativ, aber eben auch extrem chancenreich

Wie die gemeldeten Quartalszahlen noch einmal belegt haben, ist die Aktie als hochspekulativ zu qualifizieren. Denn Medigene wird noch eine ganze Zeit lang massiv in Forschung und Entwicklung investieren müssen und somit Geld verbrennen. Ist man bei dieser Arbeit erfolgreich, kann sich die Aktie verdoppeln und verdreifachen. Wenn nicht, ist jedoch auf lange Sicht durchaus auch eine Pleite möglich. Eine solche ist allerdings durch die Kapitalerhöhung sowie die Partnerschaft mit bluebird bio zuletzt deutlich unwahrscheinlicher geworden.

Derzeit ist aus charttechnischer Sicht die Marke bei 11 Euro die alles entscheidende Hürde. Kann Medigene diese nachhaltig überspringen, liegt ein erstes Kaufsignal mit Kursziel 14 Euro vor. Auf längere Sicht (12-18 Monate) trauen Analysten der Aktie dann sogar ein Kursziel von 18 Euro zu.


Weiterlesen
312
15.05.17
Deutsche Telekom: 10-Jahres-Hoch!+

Lieber Leser,

am vergangenen Freitag zum Handelsende sprang die Aktie der Deutschen Telekom um über +5% nach oben. Grund hierfür waren neu aufgekommene Spekulationen über einen möglichen Verkauf des US-Geschäfts. So hieß es in einem Medienbericht, dass der japanische Softbank-Konzern unter Leitung von Masayoshi Son einen neuen Versuch zur Übernahme von T-Mobile US, die aus der 2001 übernommenen VoiceStream hervorgegangen ist, wagen könnte. So habe es bereits informelle Kontakte zwischen den Japanern und der Konzernmutter Deutsche Telekom gegeben.

Softbank möchte sein US-Geschäft verstärken

Softbank besitzt bereits die Nummer 4 auf dem US-Mobilfunkmarkt, die Sprint Corp., und möchte gerne die Marktposition der Tochter verbessern. Schon in der Vergangenheit zeigte man daher Interesse an einem Zusammenschluss mit T-Mobile US, der Deal kam jedoch nicht zustande. Jetzt, nachdem der neue US-Präsident Donald J. Trump heißt, glaubt Masayoshi Son offensichtlich an bessere Erfolgsaussichten für einen Deal.

So hatte Masayoshi Son nach einem ersten Treffen von Präsident Trump regelrecht geschwärmt und ihm Milliardeninvestitionen zur Schaffung neuer Arbeitsplätze in den USA versprochen. Gut möglich, dass sich die Trump-Administration dafür mit einer wohlwollenden Kartellprüfung erkenntlich zeigt. Generell erscheint eine weitere Konsolidierung des US-Mobilfunkmarktes ohnehin notwendig. Sollte den Japanern gelingen, diese aktiv voranzutreiben, dürften mittel- bis langfristig die Kassen klingeln. Denn der US-Mobilfunkmarkt ist der wichtigste Mobilfunkmarkt der Welt, zumal andere wichtige Märkte – wie China oder Russland – aus politischen Gründen nicht so leicht zugänglich sind.

Fazit: Spekulationen treiben T-Aktie auf 10-Jahres-Hoch

Dennoch möchte sich die Deutsche Telekom bekanntlich schon seit längerem aus dem sehr wettbewerbsintensiven US-Markt zurückziehen. So hatte man schon in der Vergangenheit mehrfach versucht, die in Bonn eher ungeliebte US-Tochter zu veräußern, was jedoch an den Kartellbehörden scheiterte. Aus diesem Grund erfolgte seinerzeit ein Börsengang, durch den man den Wert der US-Tochter den Anlegern besser kenntlich machen wollte. Aktuell wird T-Mobile US an der NASDAQ mit knapp 55 Mrd. US-Dollar (knapp 50 Mrd. Euro) bewertet. Im Falle eines Übernahmeangebots müsste Softbank/Sprint sicherlich noch etwas drauf legen. Dabei gehören rund 2/3 des Unternehmens dem ehemaligen Staatskonzern.

Demnach würde ein Deal den Bonnern wohl rund 35 Mrd. Euro in die Kassen spülen, bei einem aktuellen Börsenwert von nicht ganz 82 Mrd. Euro. Dies deutet auf eine deutliche Unterbewertung der T-Aktie hin. Das Kursziel liegt nach Meinung von Analysten auf Sicht von 12 Monaten bei mindestens 21 Euro, hinzu kommt eine attraktive Dividende in Höhe von knapp 4%. Es scheint, als würde bei der einst als Volksaktie gefeierten Aktie nun alles gut.


Weiterlesen
308
11.05.17
Snap: Viel zu hoch geflogen!+

Lieber Leser,

nachbörslich gab die erst kürzlich an die Börse gegangene Snap Inc. (NASDAQ: SNAP), ihres Zeichens die Muttergesellschaft von SnapChat, ihre ersten Quartalszahlen seit dem IPO bekannt. Diese waren ein kleines Desaster und führten zu einem Kursssturz um rund -25%. Wie geht es nun weiter?

Beim Wachstum leider eher auf den Spuren von Twitter anstatt von Facebook

Zwei Zahlen gab es bei Snap, auf die die Anleger besonders achteten, die Zahl der täglich aktiven Nutzer (Daily Active Users, kurz: DAU) sowie die Umsatzentwicklung. Und beide gemeldeten Zahlen enttäuschten auf ganzer Linie. So stieg die Zahl der täglich aktiven Nutzer nur um 8 Mio. auf jetzt 166 Mio. Erwartet worden waren hier jedoch zwischen 169 und 173 Mio. Beim Umsatz schaffte Snap hingegen nicht einmal den Sprung über die Marke von 150 Mio. US-Dollar, obwohl die durchschnittlichen Analystenschätzungen bei knapp 160 Mio. US-Dollar lagen. Da fiel der riesige Verlust in Höhe von ca. 2,2 Mrd. US-Dollar, der in erster Linie durch die Ausgabe von Aktienoptionen im Zuge des IPO zustande kam, schon gar nicht mehr ins Gewicht.

Mit diesem eher anämischen Wachstum befindet sich Snap somit eher auf den Spuren der bereits lange kriselnden Twitter als auf den Spuren der stark wachsenden Facebook. Auffällig war zudem, dass die Wachstumsschwäche von Snap zeitlich genau mit der Offensive des zu Facebook gehörenden Konkurrenten Instagram zusammenfiel. Dennoch reagierte Gründer und CEO Evan Spiegel auf entsprechende Nachfragen von Analysten in der Telefonkonferenz amüsiert. Er führte aus, dass man im Hause Snap in die eigene Kreativität vertraue und, Zitat, „nur weil Yahoo auch eine Suchmaske hat, sie das noch lange nicht zu Google mache“.

Fazit: Ein letzter kleiner Hoffnungsschimmer bleibt – noch!

Wie eingangs bereits erwähnt, fiel die Aktie infolge der gemeldeten Zahlen um rund -25%. Allerdings konnte sie sich damit noch knapp oberhalb des IPO-Preises halten, der seinerzeit bei 17 US-Dollar gelegen hatte. Damit gibt es zumindest aus charttechnischer Sicht noch einen letzten kleinen Hoffnungsschimmer. Denn kann die Aktie diese Marke trotz der desaströsen Zahlen weiter verteidigen, könnte sie genau hier nach oben drehen.

Darauf spekulieren würde ich jedoch vor dem Hintergrund der vorgelegten Zahlen und des doch etwas unprofessionellen, fast schon arroganten Auftretens von Evan Spiegel im Conference Call gegenwärtig allerdings nicht. Denn anscheinend hat sich Facebook-CEO Mark Zuckerberg in den Kopf gesetzt, den Konkurrenten, den er einst gerne übernommen hätte, mit allen Mitteln zu bekämpfen und aus dem Markt zu drängen. Dies ist ihm durch das Kopieren von Funktionen bei Instagram, wie auch das vorgelegte Zahlenwerk von Snap beweist, wohl gelungen. Und da Facebook an der Börse nach leichten Startschwierigkeiten inzwischen zu einer echten Erfolgsstory geworden ist, hat er auch die entsprechenden Mittel dazu.


Weiterlesen
348
11.05.17
Solarworld: Die Pleitegeier kreisen!+

Lieber Leser,

bereits gestern Abend meldete die Solarworld AG, dass der Vorstand des Unternehmens keine positive Fortbestehungsprognose mehr sehe, die Gesellschaft daher überschuldet sei und man somit umgehend Insolvenzantrag stellen müsse. Damit geht eine Ära zu Ende. Einstmals nämlich waren zahlreiche Solarwerte, insbesondere die Solarworld AG, im TecDAX notiert, was diesem den Beinamen „SolarDAX“ einbrachte. Zu Hoch-Zeiten sahen manche Anleger die Solarworld sogar schon als DAX-Kandidaten.

Aktie bricht massiv ein

Nach der Meldung brach die Aktie bereits im nachbörslichen Handel um rund -80% ein, was dann heute früh im regulären Handel nachvollzogen wurde. Noch immer notiert sie jedoch bei knapp 0,80 Euro, was einer Marktkapitalisierung von über 12 Mio. Euro entspricht. Dies ist aus rein fundamentaler Sicht durch nichts zu rechtfertigen. Das Unternehmen ist pleite und der einst als „Sonnenkönig“ gefeierte CEO Frank Asbeck hat sein Baby damit nicht zum ersten Mal gegen die Wand gefahren. Denn bereits im Jahr 2013 stand die Solarworld AG vor dem Aus und konnte nur mit Mühe und Not in allerletzter Sekunde gerade noch einmal gerettet werden.

Insofern ist die Insolvenz an sich auch keine große Überraschung, damit rechneten viele (auch ich) schon lange. So hatte Solarworld ja bereits vor wenigen Wochen den Verlust der Hälfte des Grundkapitals angezeigt. Überraschend war somit höchstens der Zeitpunkt, wobei man spätestens seit dieser Meldung jeden Tag damit rechnen musste.

Fazit: Ein Eldorado für Zocker mit Kursziel 0 Euro

Um es gleich vorweg zu sagen, die Aktie der Solarworld AG ist nichts für Investoren. Das war sie aber schon seit Jahren nicht. Sie ist eher ein weiteres Beispiel (nach den Insolvenzen von Q-Cells und Conergy) dafür, wohin staatliche Subventionen führen können. Diese lösen nämlich in aller Regel ein kurzes Strohfeuer aus, führen aber letztlich zu nichts.

Dennoch ist die Aktie jetzt natürlich ein Eldorado für Zocker. Denn diese brauchen ja in erster Linie eine hohe Volatilität und volatil dürfte es bei Solarworld nun zugehen. Seinerzeit legte die damals ebenfalls insolvente Phenomedia einen Kurssprung von +100% aufs Börsenparkett, weil es gelang die Marke „Moorhuhn“ zu verkaufen. Solche Kurssprünge, in der Branche „Dead cat bounce“ genannt, kann es nun auch bei Solarworld geben.

Dies ändert aber nichts daran, dass die Aktie sich über kurz oder lang ihrem fundamental fairen Wert annähern sollte und dieser liegt bei genau 0 Euro. Insofern sollte man meiner Meinung nach zu den aktuellen Kursen um 0,80 Euro retten was noch zu retten ist – und die Aktie sofort verkaufen.


Weiterlesen
316
10.05.17
Wo schlägt Apple zu: Bei Netflix, Tesla oder Walt Disney?+

Lieber Leser,

gestern stieg die Aktie von Apple an der Wall Street auf ein neues Allzeithoch. Gleiches gelang auch der Aktie der Elektroauto-Pioniers Tesla. Warum schreibe ich das? Nun, weil der Kursanstieg von Tesla etwas mit Apple zu tun hat. Denn an der Wall Street machten Gerüchte die Runde, dass Apple ein Auge auf Tesla geworfen haben könnte. Was ist dran an diesen Gerüchten?

Analysten spekulieren, Gerüchte nicht neu

Zuletzt gab es bereits von Analysten angeheizte Spekulationen, dass Apple seine Kriegskasse zur Übernahme von Netflix nutzen könnte. Doch auch Walt Disney, die gestern Abend nach Vorlage ihrer aktuellen Quartalszahlen unter leichten Abgabedruck gerieten, wird immer wieder als potenzielles Übernahmeziel von Apple gehandelt. Die Logik dahinter ist einfach: Apple schwimmt gerade im Geld, hat aber unter der Führung von CEO Tim Cook zuletzt in einigen wichtigen Zukunftsmärkten wie eben dem Video-Streaming den Anschluss verpasst. Dies ist eigentlich peinlich, hatte Apple-Ikone Steve Jobs seinem Nachfolger mit dem Apple TV eigentlich bereits den Markt geebnet.

Um diese Schwäche zu beheben, würde sich natürlich ein Kauf von Netflix als weltweit führendem Anbieter von Video-Streaming anbieten. Zumal dieser Zukauf für Apple relativ problemlos zu stemmen wäre. Aber auch eine Übernahme von Walt Disney würde Sinn ergeben. Zum Einen hat Steve Jobs in der Vergangenheit die ebenfalls von ihm gegründete Firma Pixar an Disney verkauft, wodurch er zum größten Einzelaktionär von Disney wurde und einen Sitz im Aufsichtsrat erhielt (beides, sowohl die Aktie als auch den Sitz im Aufsichtsrat, hat inzwischen seine Witwe geerbt). Zum Anderen verfügen Apple und Walt Disney auch dadurch über einen guten Draht zueinander. Zu guter Letzt würde auch die umfangreiche Content-Bibliothek sowie der zum Disney-Konzern gehörende Video-Streaming-Dienst Hulu Apple gut zu Gesicht stehen.

Doch warum sollte Apple Tesla kaufen?

Doch was hat das alles mit Tesla zu tun? Richtig, nichts. Allerdings arbeitet Apple angeblich ja schon seit längerem auch an selbstfahrenden Autos. Möchte man sich eher hierauf fokussieren, käme auch Tesla als Übernahmeziel ins Spiel. Zwar ist Tesla hoch bewertet, ein Kauf wäre aber für Apple genauso wenig ein Problem wie der Kauf von Netflix. Zudem könnte Tesla-Gründer Elon Musk dann neuer CEO von Apple werden und den farblosen und glücklos agierenden Tim Cook ablösen.

Optimal wäre sogar, wenn dieser dazu bereit wäre, wieder in die zweite Reihe zurückzugehen und beim neuen Konzern Apple-Tesla seine alte Rolle als COO auszufüllen. Denn auf dieser Position gibt es kaum einen Besseren als Cook. Ihm wäre zuzutrauen, die Produktionskapazitäten, die Tesla so dringend braucht, in Rekordzeit aufzubauen. Ob Apple seine umfangreiche Kriegskasse für eine Übernahme einsetzt und wer dann das Ziel ist, bleibt aktuell noch offen. Alle drei genannten Varianten sind zurzeit jedoch vorstellbar. Warten wir es ab!


Weiterlesen
428
10.05.17
Evotec: Ungebremst auf Erfolgskurs!+

Lieber Leser,

heute Morgen meldete die Hamburger Biotechschmiede Evotec ihre aktuellen Quartalszahlen. Demnach konnte die Gesellschaft den Konzernumsatz von 37,5 Mio. Euro im Vorjahr um knapp +34% auf 50,2 Mio. Euro sowie das bereinigte EBITDA von 7,2 Mio. Euro im Vorjahr um gut +83% auf nunmehr 13,2 Mio. Euro steigern. Darüber hinaus bestätigte das Management um CEO Dr. Werner Lanthaler nochmals den Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr 2017.

Anleger feiern Quartalszahlen, Aktie ungebremst im Höhenflug

Mit den vorgelegten Zahlen kann Evotec Analysten und Anleger wieder einmal begeistern. Kein Wunder, wirken die bestätigten Gesamtjahresprognosen vor dem Hintergrund der nun vorgelegten Quartalszahlen doch äußerst konservativ. So möchte Evotec im Gesamtjahr seinen Konzernumsatz um +15% auf mindestens 164,5 Mio. Euro sowie das bereinigte EBITDA signifikant auf mindestens 36,2 Mio. Euro steigern.

Denn alleine im jetzt abgelaufenen ersten Quartal hat man ja bereits knapp 1/3 des geplanten Jahresumsatzes sowie gut 1/3 des geplanten EBITDA eingefahren. Anleger scheinen daher bereits heute eine bald sicherlich mögliche Prognose-Erhöhung zu feiern.

Fazit: Erst kurzfristig deutliche Rücksetzer eröffnen wieder eine Kaufgelegenheit!

Gegenwärtig wird Evotec an der Börse mit gut 1,7 Mrd. Euro bewertet. Damit ergibt sich auf Basis der Umsatz- und Gewinnprognosen ein KUV von rund 10 sowie ein KGVe von über 50. Dies ist selbst im Vergleich zu den normalerweise höher bewerteten US-Biotechs kein Schnäppchen mehr. Selbst wenn man mit einer Prognose-Erhöhung kalkuliert, erscheint die Aktie fundamental teuer.

Auf der anderen Seite hat Evotec unter Führung von Dr. Werner Lanthaler sein Geschäftsmodell umgestellt. So arbeitet man heute weniger in Eigenregie, sondern ist Dienstleister für die Pharma-Branche. So konnte man keinen Geringeren als den Großkonzern Sanofi als Kunden gewinnen und eine langjährige Zusammenarbeit vereinbaren. Diese Kooperation schützt das Unternehmen in wirtschaftlich schwächeren Zeiten und gibt dem Management entsprechende Planungssicherheit.

Zu aktuellen Kursen über 11,50 Euro würde ich die Evotec-Aktie zwar nicht mehr kaufen. Bei einem größeren Rücksetzer in Richtung der runden 10 Euro Marke oder leicht darunter würde ich zumindest darüber nachdenken. Denn angesichts der neuen Aufstellung und der guten Wachstumsperspektiven gehört Evotec meiner Meinung nach neben MorphoSys zu den vielversprechendsten Biotechnologie-Unternehmen in Deutschland. Das Kursziel sehe ich jedoch im besten Fall bei 12,00 Euro.


Weiterlesen
388