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Auf Wiedersehen, Mario Draghi: Danke für nichts!

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Liebe Leser,

Mario Draghi wird vor seiner letzten EZB-Sitzung in verschiedensten Medien gewürdigt, kritisiert oder gefeiert. Auch ich möchte mich an dieser Stelle seiner Amtszeit und Hinterlassenschaft widmen – sie hat Sie bereits viel Geld gekostet und wird vor allem über Jahre wirken. Am 26. Juli 2012 beschrieb Draghi das, was dann folgte und folgen wird: „Innerhalb unseres Mandats ist die EZB bereit, alles zu tun, um den Euro zu erhalten. Und glauben Sie mir, es wird genug sein.“

Ein Mann gibt unser aller letztes Hemd

Mario Draghi hat Wort gehalten und alles gegeben, was ihm nicht gehörte. Die niedrigen Zinsen allein in Deutschland haben uns alle meiner überschlägigen Rechnung nach bereits 400 Milliarden Euro an Zinsen gekostet (Sparkonten sowie Überschussbeteiligungen bei Lebensversicherungen etwa). Bei 34 Millionen Haushalten in Deutschland (die exakt niemand zählen kann, dies ist ein anderes Problem) sind dies mehr als 10.000 Euro pro Haushalt.

Dazu kommen allerdings noch versteckte Kosten, über die kaum jemand spricht. Auch die Rentenversicherung und sogar die Krankenversicherungen haben überschüssiges Geld, das sie anlegen müssen. Niedrig verzinst hat es deutlich weniger Erträge abgeworfen, als möglich gewesen wäre. Das Geld aber gehört den Versicherungen nicht, diese verwalten Ihre Einlagen. Unter anderem werden Sie die Verluste – indirekt – über die höheren Sozialversicherungsbeiträge ausgleichen müssen und/oder auf Leistungen verzichten.

Doch das Dilemma reicht viel weiter: Im August 2014 kündigte er gegen die ursprüngliche Intention und Vertragslage der EZB an, Anleihen aufzukaufen. Formal korrekte kaufte die EZB die Schuldtitel am Markt. Da aber ein so solventer Käufer bereit stand, kam dies faktisch einem Direktkauf gleich. Das wiederum führte und führt dazu, dass Staaten – vor allem aus Südeuropa – wie auch Unternehmen sich zu absurd niedrigen Konditionen verschulden konnten. Zudem stand der Markt ihnen quasi unbeschränkt zur Verfügung.

Seit 2014 hat die EZB insgesamt Anleihen im Gesamtwert von 2,5 Billionen Euro aufgekauft. Die Kreditnehmer – also die Emittenten der Anleihen – haben sich an das „Programm“ gewöhnt. gegen jede Vernunft hat die EZB in den letzten Amtshandlungen Draghis nun das Programm weiterzuführen. Unbegrenzt, wie die EZB betont.

Die Anleihenkäufe zu Niedrigstzinsen wiederum verzerren jede andere Anlageform. Mittels günstiger Kredite steigt die Nachfrage nach Investitionsgütern übermäßig, es werden Produktionskapazitäten aufgebaut, die eines Tages niemand mehr benötigt. Die Nachfrage am Immobilienmarkt lässt die Preise weiter explodieren. Die niedrige Verzinsung zerstört die Altersvorsorge zahlreicher Haushalte – und am Aktienmarkt werden der großen Geldmenge wegen auch Aktien von Unternehmen gefragt, die als reine „Zombies“ gelten. Hochverschuldet und niemals in der Lage, die aufgenommenen Kredite je zurückzuzahlen.

Auch an den Aktienmärkten wird demnach eines Tages eine „Bombe platzen – zumindest an Teilmärkten. Wenn diese Karten aufgedeckt werden, wäre ich am liebsten nicht dabei. Da mittlerweile wegen der ohnehin niedrigen Zinsen die Mittel zur Gegensteuerung fehlen werden, wird das Ergebnis verheerender als bei der Finanzkrise 2008. Gold, in Teilen Silber und nachhaltige Substanzunternehmen werden Sie durch diese Zeiten bringen. Mario Draghi hat all das entscheidend zu verantworten.

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