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Rezension – Auswege aus der Staatsschuldenkrise: Eine Untersuchung verschiedener Optionen anhand historischer Fallbeispiele

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Von Christina Anselmann, 248 Seiten, 22,80 Euro, Metropolis 2012.

Es stellt wohl einen Ausnahmetatbestand dar, wenn die Bachelorthesis einer Absolventin der Wirtschaftswissenschaften ihren Weg in das Publikationsverzeichnis eines ökonomischen Fachverlages findet. Das liegt im vorliegenden Fall keineswegs ausschließlich an der brennenden Aktualität des Themas. Salopp formuliert geht die Autorin zwei Fragen nach: Wie kommen Staatsschulden in die Welt und wie wird der öffentliche Schuldner diese wieder los wenn es zu sehr pressiert? Was die erste Frage angeht streift sie zunächst die gängigen Legitimationstheorien der Staatsverschuldung wie Konjunkturglättung und Lastenverteilung um anhand des Datenmaterials für die Bundesrepublik Deutschland den politischen Prozess, Stichwort „Wählerbestechung“, als eigentlichen Wegbereiter der Schuldenspirale zu überführen. Wie man die einst gerufenen Geister mit welchen Folgen wieder los wurde exerziert Anselmann anschließend anhand folgender historischer Archetypen exemplarisch vor: Deutschland nach dem Ersten und nach dem Zweiten Weltkrieg, USA und Großbritannien zwischen 1945 und 1980 sowie Argentinien ab 2002. Insgesamt destilliert sie fünf Faktoren heraus die – meist in Kombination angewandt – eine öffentliche Verschuldung selbst in mehrfacher Höhe des Sozialproduktes zum Implodieren respektive Abschmelzen brachte: Inflation, Wirtschaftswachstum, Finanzrepression, Haushaltskonsolidierung und Zahlungsausfall auf inländische wie ausländische Forderungen. Wen der notwendigerweise akademisch gehaltene Duktus sowie die eine oder andere plakatierte Lehrbuchweisheit nicht schreckt erwirbt mit dem vorliegenden Werk eine akribisch zusammengestellte Datensammlung sowie hervorragende historische Aufarbeitung zum Thema. Es liefert ferner eine Blaupause für den nicht nur in Euroland eingeschlagenen Weg, über Basel III und Bankenregulierung, die Änderungen der Rahmenbedingungen für die Kapitalanlagen der Versicherungswirtschaft sowie die Zentralbankpolitik im Eurosystem des Schuldenproblems Herr zu werden

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