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aifinyo AG: Interview mit CEO Stefan Kempf auf der Münchener Kapitalmarktkonferenz

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Sehr geehrter Herr Kempf, auch wir sprechen uns bereits zum wiederholten Male im Zuge der MKK. Bisher habe ich Sie stets als CEO der Elbe Finanzgruppe vorgestellt, jetzt muss ich Sie jedoch erstmals CEO von aifinyo nennen. Grundsätzlich sind Sie aber Ihrem Unternehmen treu geblieben, dieses wurde nur umbenannt. Am Geschäftsmodell hat sich jedoch wohl wenig bzw. gar nichts verändert. Aber warum dann diese Umbenennung, und hat der neue Name eine bestimmte Bedeutung? Und wie würden Sie das abgelaufene Geschäftsjahr 2019 bewerten?

Antwort von Stefan Kempf: Mit dem Verlauf des Geschäftsjahres 2019 sind wir recht zufrieden, denn wir konnten im Wesentlichen unseren Wachstumspfad aufrechterhalten. Das bedeutet konkret, dass wir sowohl bei der Kundenzahl als, in der Folge, auch beim Transaktionsvolumen weiter zulegen konnten.

Ein Highlight dieses Geschäftsjahres war sicherlich, nach dem erfolgreichen Börsengang im Dezember 2019, unser erfolgreiches Rebranding. Konkret bedeutet dies, dass wir die verschiedenen Sub-Brands, mit denen die Elbe Finanzgruppe im Markt tätig war, unter einem Dach, nämlich eben aifinyo, zusammengefasst haben.

Diese Vielfalt an Marken führte einerseits zu Konfusion und verursachte andererseits erhöhte Marketingkosten. Zudem passte der etwas altbackene Name Elbe Finanzgruppe nicht mehr so wirklich zu unserem jungen, dynamisch wachsenden, innovativen Unternehmen. Darum haben wir uns letztlich für einen einheitlichen Brand, aifinyo, entschieden.

Darüber hinaus war ein weiteres Highlight des Geschäftsjahres 2019 der angekündigte Merger mit der Decimo aus Berlin. Decimo ist ein Facturing-FinTech mit einem hohen Grad an Digitalisierung. Zugleich gab bzw. gibt es eine große Überschneidung mit unserem Produktsegment sowie unseren Zielkunden, nämlich digitale Lösungen für das Facturing von Freiberuflern.

Ich verstehe das aber schon richtig, dass Sie jetzt alles unter einem Namen, nämlich eben aifinyo zusammengefasst haben?

Antwort von Stefan Kempf: Ja, das ist korrekt. Es gibt jetzt nur noch einen Brand und dieser ist aifinyo.

Wann fand diese Umbenennung konkret statt?

Antwort von Stefan Kempf: Die AG wurde im Juli umfirmiert. Im September haben wir dann alle operativen Tochtergesellschaften und Produkte gerebranded und alle unsere Kunden über entsprechende Kommunikationsmaßnahmen darüber informiert.

Ich habe das auch deshalb gefragt, weil solche Maßnahmen kurzfristig sicherlich Geld kosten und somit das Ergebnis belasten. Dafür erwarten Sie aber zukünftig auch entsprechende Einsparungen, richtig?

Antwort von Stefan Kempf: Richtig. Es ist natürlich viel, viel einfacher Kunden mit nur einem Brand vertraut zu machen als mit gleichzeitig zwei, drei oder vier Marken. Insofern versprechen wir uns von dieser Änderung eine deutliche Steigerung der Effizienz.

Auch was den Merger mit Decimo betrifft, hat uns dies geholfen. Denn einerseits konnten wir uns so leichter verständigen was den zukünftigen Namen betrifft, zum anderen ist auch der bisherige regionale Bezug (unseres alten Namens Elbe Finanzgruppe) weg.

Das Geschäftsjahr 2019 geht langsam zu Ende, 2020 beginnt. Können Sie schon einen einigermaßen konkreten Ausblick auf das kommende Geschäftsjahr 2020 geben?

Antwort von Stefan Kempf: Einen konkreten Ausblick kann ich natürlich noch nicht geben. Was ich aber verraten kann ist, dass eine unserer wichtigsten unternehmerischen Kennzahlen immer das abgeschlossene Transaktionsvolumen ist. Dieses lag im vergangenen Jahr noch bei etwa 214 Millionen Euro. In diesem Jahr dürften wir dieses, einschließlich Decimo, auf über 300 Millionen Euro steigern. Dies ist natürlich ein erhebliches Wachstum.

Konkret bedeutet das ja ein Wachstum bei dieser Kennzahl um mehr als +40%. Wieviel davon ist jedoch organisch und wieviel auf den Merger mit Decimo zurückzuführen?

Antwort von Stefan Kempf: Decimo dürfte etwa 40 Mio. Euro beitragen. Wir dürften am Ende insgesamt irgendwo zwischen 300 und 310 Millionen Euro liegen. Ergo wachsen wir rein organisch von 214 auf rund 270 Millionen Euro oder um mehr als +25%.

Okay, das wäre nun das Transaktionsvolumen. Wie sieht es aber in Sachen Gewinnentwicklung aus? Steigt dieser proportional mit oder sogar überproportional?

Antwort von Stefan Kempf: Überproportional gestiegen sind unsere Investitionen, weil wir in erheblichem Maß in den Ausbau unserer eigenen IT-Plattformen, das Rebranding sowie den Merger mit Decimo investiert haben. Deshalb war unser Ergebnisausblick für 2019 sehr konservativ gehalten. Konkret rechnen wir für 2019, wegen der hohen Investitionen, nur mit einer schwarzen Null.

Angesichts der genannten Entwicklungen ist eine schwarze Null doch gar nicht so schlecht, oder?

Antwort von Stefan Kempf: Das sehe ich genauso wie Sie. Zumal wir seit jeher in einem doch erheblichen Maße in den Ausbau unserer eigenen IT-Plattformen investieren, die anfallenden Kosten jedoch nicht in unserer Bilanz aktivieren. Vielmehr wird das im Rahmen der Gewinn- und Verlustrechnung sofort kostenwirksam. Dann trotzdem eine schwarze Null auszuweisen, halte ich für eine sehr gute Leistung.

Was für konkrete Ziele verfolgen Sie noch auf längere Sicht? Wie wäre es mit einem abgeschlossenen Transaktionsvolumen von einer Milliarde Euro im Jahr? Ist das ein konkretes Ziel von Ihnen?

Antwort von Stefan Kempf: Dies ist mit Sicherheit ein Ziel, das wir auch erreichen wollen. Unser wichtigstes Ziel ist jedoch, dass wir uns – als aifinyo – als der Partner für Freelancer, Startups und mittelständische Unternehmen rund um das Thema Finanzen und Liquidität etablieren können.

In diesem Bereich möchten wir die klare Nummer 1 in Deutschland sein. Dazu gehört dann auch unsere Plattform weiter im Markt zu etablieren und so unseren Marktanteil signifikant auszubauen. Kurz: Wir waren und sind ein lupenreines Wachstumsunternehmen und wollen das auch bleiben.

Insofern freuen wir uns schon auf die Zukunft, also die Geschäftsjahre 2020 und 2021, in denen wir weiter stark wachsen wollen und auch werden.

Herr Kempf, ich bzw. wir werden das weiter beobachten und wir uns folglich sicherlich bald wieder sprechen. Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg auf Ihrem Weg,




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