Achten Sie auf ein konsequentes Money-Management

0
133

Beim Thema Money-Management winken viele Anleger schnell genervt ab. Die Gründe für das Desinteresse sind vielfältig. Mal heißt es wohlwollend, dass man davon schon genug gehört habe, mal wird etwas aggressiver formuliert, dass Stoppkurse völliger Unsinn seien, weil sie entweder vom Makler bewusst gefischt werden oder so spät zur Ausführung kommen, dass sie auch nichts mehr nützen.

Dabei ist das Thema Money-Management weit mehr als nur die Frage, setzte ich überhaupt einen Stoppkurs und wenn ja wo und wie setzte ich ihn. Es geht zunächst einmal darum, die Position so zu gestalten, dass sie psychologisch keinen Schaden anrichten kann. Sie darf weder so klein bemessen sein, dass sie uns überhaupt nicht mehr tangiert und wir sie leicht aus den Augen verlieren, aber auch nicht so groß, dass sie uns zu lähmen beginnt.

Dass eine Position zu groß bemessen wird, ist der weitaus häufigere Fall. Die Konsequenzen spürt ein Anleger sofort. Er kann nachts nicht mehr gut schlafen, denkt auch nach Börsenschluss nur noch an diese Position und ist so aufgewühlt, dass klare Gedanken sich kaum mehr einstellen können. Genau diese werden aber gebraucht, um die Position angemessen managen zu können.

Ein Anleger, der diese Symptome einer gesteigerten Unruhe und Unausgeglichenheit bei sich feststellt, sollte sofort handeln. Ein erster Schritt könnte darin bestehen, die Position unverzüglich durch einen automatischen Stoppkurs zu schützen. Bringt auch dies nicht die gewünschte psychologische Entlastung, sollte die Position durch Teilverkäufe so weit verkleinert werden, dass die Belastung wieder tragbar wird.

Immer im Wohlfühlbreich traden und investieren

Setzten Sie deshalb nicht mehr Geld ein als den Betrag, den Sie für sich als die optimale Positionsgröße erkannt haben. Mag die Chance auch noch so lukrativ und die Aktie auch noch so günstig sein: Sie gewinnen nichts, wenn Sie durch eine stark vergrößerte Position am Ende zwar mehr Euros auf dem Konto haben, dafür aber ein nervliches Wrack geworden sind und Ihre Gesundheit ruiniert haben.

Setzen Sie auch nur das Geld ein, das Sie im Moment wirklich zum Traden oder zum Investieren zur Verfügung haben. Geld, von dem Sie wissen, dass Sie es in einigen Monaten zum Kauf eines neuen Autos oder zur Reparatur der Heizung benötigen, sollten Sie nicht an der Börse investieren.

Die Angst dieses Geld zu verlieren, könnte Ihnen beim Traden leicht einen Strich durch die Rechnung machen und bei Investitionen an der Börse ist der Faktor Zeit eine Komponente, die man als Anleger nun wirklich nicht planen kann. Oftmals benötigen gerade die Trades, die eigentlich besonders schnell abgewickelt werden sollen, am Ende doch wesentlich mehr Zeit als ursprünglich geplant.

Setzten Sie aus dem gleichen Grund auch kein geliehenes Geld an der Börse aufs Spiel. Der Kredit bindet Sie und macht Sie unfrei, sodass Sie am Ende geneigt sein werden, eine Position schneller zu verkaufen oder länger zu halten, nur um der Angst zu entgehen, das von der Bank geliehene Geld zu verlieren.

Stopps: sinnvolles Hilfsmittel oder überflüssiger Ballast?

Zeitdruck ist eine ausgesprochen gefährliche Komponente beim Börsenhandel. Er macht uns nervös, unfrei und unflexibel. Aber Hand aufs Herz: Wer hat schon die Zeit, konstant vor dem Schirm zu sitzen und die Bewegungen der Kurse beständig mitzuverfolgen. Diese Zeit haben nur die Berufstrader und diese werden Ihnen aus Erfahrung bestätigen können, dass es mit Vorliebe gerade dann an der Türe klingelt, wenn es an der Börse hektisch wird.

An dieser Stelle können Stoppkurse helfen, wenn sie denn richtig ausgeführt werden. Hier kommt der Broker ins Spiel. Mancher Anbieter ist an diesem Punkt nicht annähernd so kundenfreundlich, wie es die eigene Werbung behauptet. Im CFD-Handel werden Stopps gerne vom eigenen Broker ausgelöst und auch an der Börse können einige Market Maker der Versuchung nicht widerstehen, bei marktengen Aktien die im Orderbuch platzierten Stopps gezielt zu fischen.

Ob man sich diesen unschönen Praktiken aussetzen will, will wirklich gut überlegt sein. Unabhängig davon, wie die Antwort auf diese Frage ausfällt, sollten Sie jedoch bereits vor dem Kauf festgelegt haben, wie viel Geld Sie maximal mit dieser Position im schlimmsten Fall verlieren wollen. Damit wird der Punkt definiert, an dem Sie unzweifelhaft aktiv werden und die Position auflösen.

Ob dies am Ende mittels eines automatischen Stopps oder eines manuell erteilten Verkaufsauftrags geschieht, ist eine andere Frage. Wichtig ist jedoch, dass Sie vorab definieren, wie viel Geld Sie maximal verlieren können. Danach wird entweder ein Stopp gewählt – oder wenn das aus anderen Gründen nicht sinnvoll ist – die Position so klein gewählt, dass sie auch im Fall der Fälle keinen größeren Schaden anrichten kann.

Ein Beitrag von Dr. Bernd Heim

Text vorlesen

Mit Immobilien sich zwanglos von seinem eigenen Vermögen befreien. Mit dem Lastenausgleich gelingt der Coup!

Einer der gemeinsten staatlichen Angriffe auf das Immobilienvermögen der Deutschen fand nach dem Zweiten Weltkrieg...

Negativzinsen – Alter Wein in neuen Schläuchen

Die realen Guthabenzinsen waren meistens negativ Sie sind – trotz langfristig leicht abnehmender Tendenz – des...

Wenn Staaten unverschämt werden, drohen leicht Vermögensverluste bis zu 65 Prozent

Wenn anlagewütige Investoren in die Immobilien drängen als sei dies der einzige Weg zu Kapitalerhalt...


Videos