Absturz von Nel, Ballard, ITM und Co.: Die neuen Wirecards?

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Liebe Leser,

in den vergangenen Tagen und Wochen habe ich an dieser Stelle einige Male über die neuen Hype-Werte im Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Segment berichtet und Ihnen meine Einschätzung dazu geliefert: Alle Unternehmen sind wirtschaftlich betrachtet vollständig zu hoch bewertet. Dabei bleibt es. Gestern kam es nachmittags zum Absturz an den Börsen: Die Papiere fielen fast durchgehend um 10 %.

An dieser Stelle jedoch muss ich Sie umgekehrt vor den Berichten dazu warnen, die daraus irgendwelche negativen Schlüsse ziehen woll(t)en. Das ist fachlich-handwerklicher Unsinn. Wohlgemerkt, dies schreibe ich Ihnen als jemand, der diese Unternehmen vollkommen kritisch sieht.

Wie „Geschichten gebaut“ werden

Da die Unternehmen selbst so gut wie nichts bieten, was bilanziell Substanz hat und die Bewertung an den Börsen rechtfertigen würde, erzeugen Redaktionen von Magazinen beispielsweise Interviews mit Vorständen solcher Unternehmen und lassen in der Regel deren Sichtweise nahezu oder vollständig unkommentiert stehen und wirken.

Alternativ zitieren solche Redaktionen gerne irgendwelche Unternehmensmeldungen oder -ankündigungen, ohne diese in irgendeiner Form einzuordnen. Genau davon lebten zahlreiche Berichte, die Wirecard über Monate publizieren durfte. Kooperationen oder Visionen aus dem Unternehmen verbreiteten sich weitgehend unkommentiert über Unternehmensmeldungen.

Genau dies passiert in Hype-Branchen wie für die Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Unternehmen. Tatsächlich sind deren Umsätze im Vergleich zur Marktkapitalisierung ausgesprochen gering. Es gibt lediglich einen wirtschaftlichen Grund, sich überhaupt mit der Branche zu beschäftigen: Unterschiedliche Regierungen weltweit pumpen viel Geld in den Sektor, um die alternativen Antriebstechnologien voranzubringen. Deutschland will bis 2024 9 Milliarden Euro investieren, in Norwegen wird ein Projekt von Nel Asa gefördert und so fort. Wirtschaftlich sinnvoll ist das alles noch nicht.

Daher bleibt der „Analyse“ praktisch nur die Trend-Analyse. Dort wird nicht das betreffende Unternehmen analysiert, sondern das Verhalten des Marktes in Bezug auf die Kurse und die Trend-Entwicklung. Prominentes Beispiel dafür ist die 200-Tage-Linie. Wer sich am Verlauf dieser Durchschnittskurse orientiert und in Aufwärtstrends investiert, hat beispielsweise einer Untersuchung, die „Börse Online“ publizierte, selbst Dividenden-Strategien über Jahre hinter sich gelassen.

Solche Trend-Analysten beschäftigen sich mit mittel- und langfristigen Trends, aber nicht mit dem Verlauf eines Kurses für wenige Stunden oder auch nur 2,3 Tage.

Hier schließt sich jetzt der Kreis: Die Trend-Analysten kommen für den gesamten Sektor noch immer zu dem Schluss, dass ein massiver Aufwärtstrend vorliegt. Das Polster auf eine Trendwende ist ausgesprochen groß, heißt es – Abstürze wie am Montagnachmittag sind aus dieser Perspektive kein Problem. Da es ohnehin nicht empfehlenswert ist, auf Basis der Analysen und Kursziele eines Bankhauses eine Aktie beispielsweise vormittags zu kaufen und nachmittags nach einem Absturz wieder zu verkaufen (also extrem kurzfristig zu handeln), ist auch der wirtschaftliche Schaden für Sie – hoffentlich – praktisch nicht vorhanden. Ganz im Gegenteil:

Da sich zahlreiche institutionelle Investoren an diese und ähnliche Techniken halten, wenn sie in Nebenwerte-Segmenten investieren, verstärkt ein massiver Trend sich oft genug langfristig einfach selbst. Das ist der tatsächliche Grund dafür, dass dieser Bereich so gut funktioniert und kurzfristige Bewegungen keinen nennenswerten Einfluss haben.

Ich persönlich investiere allerdings sehr viel langfristiger als auf Basis mittelfristiger Trends (die eines Tages brechen). Vor diesem Hintergrund wiederum kommt es auf die Substanz von Unternehmen an. Dann fallen die Wasserstoff-Konzerne unmittelbar aus dem Raster, ebenso die Impfstoffforscher von BioTech und Co. – und schließlich auch die Automobilbranche, die gerade in China wg. der E-Mobilität wieder einen Aufwärtsausbruch feiert. Da niemand in der Zukunft lesen kann, lohnt sich ein Blick in die Vergangenheit. Die zeichnet sich bei Unternehmen in Bilanzen ab. Es gibt Unternehmen, die seit vielen Jahrzehnten weltweit satte und vor allem stetige (!) Gewinne einfahren. Unter den Unternehmen ist sicher keine neue Wirecard dabei – an dieser Stelle habe ich beispielsweise bereits oft genug Procter&Gamble genannt.

 

 

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Wer investiert sollte sich auch zumindest mal die Transkripte durchlesen und ich dazu seine eigenen
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Was lese ich da: "Die Bewertung ist zweitrangig. ... Die Idee und das was werden könnte, wird hier b
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